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Kunst mit Rotwein

01.02.2013


Ich finde, man / frau sollte besser nicht mit einem Rotweinabend beginnen, ohne Kultur genossen zu haben. Sie ist eine gute Sättigungsgrundlage und sorgt dafür, dass es Gesprächsstoff gibt.

In der Galerie Kunst-Projekt Forma:t am Bülowbogen wurde visuelles Kopffutter geboten. Nett war, das BesucherInnen mit einem Glas Sekt begrüßt wurden und die Galeristin keine der üblichen Kulturwissenschaftlerin war, daher lobte sie die KünstlerInnen ohne intellektuellen Oberbau.

Links - Peter Hengst, Unter der Dusche
2006, 2700 €
Rechts - Oleg Kuzenko, Verleiterin
2003, 700 €
Loben musste sie das Ausgestellte natürlich, denn wir sollten Kunst kaufen.
In dieser Galerie mieten die KünstlerInnen einen Platz und hoffen so ihre Kunst los zu werden. So stellten im ersten Raum etliche Artisten aus.
Wie oft verliebte ich mich etwas in eine recht realistische Darstellung. Die Duschende gefiel mir gut.

Leider fehlte mir das nötige Kleingeld und so schaute ich, was der Kunstautomat zu bieten hatte. Aus dem kann man / frau im Tausch gegen 5 Euro ein Kleinkunstwerk ziehen. Nieten gibt es dabei nicht.
Für mich plumpste ein kleiner C-Print (Computerdruck) in den Auswurf. Der war hübsch anzusehen, aber ich wollte den Druck verschenken.
An diesem Abend war ich mit J. und B. unterwegs.

Um nicht eine von beiden zu verprellen suchte ich jemand anderen zum Beglücken.
Dann trat ein musikalisches Duo auf, sie sang und er brummelte mit dem Bass dazu. Sein Stil erinnerte etwas an den von nordafrikanischer Musik beeinflussten Renaud Garcia Fons und sie produzierte Töne, die manchmal ein wenig an Björk erinnerte. Ana Milena Rocha und Alex Bayer boten eine gelungene Mischung.
Der netten Sängerin schenkte ich die Kleinkunst.

Trotz des Bestechungversuchs mit Sekt und leckerer Musik fand ich an den Kunstwerken nicht viel Gefallen. Doch in einem Raum hingen affengeile Fotos von Christoph Damm. Er hat sich in den Umkleideraum einer stillgelegten Zeche eingeschlichen.


© Christoph Damm
Derer gibt es immer zwei, eine schwarze und eine weiße Kaue und dazwischen die Dusche. In der Schwarzen, die für die Arbeitsbekleidung, hat er fotografiert.
Kam der Bergmann aus dem Stollen, zog er die dreckigen Klamotten hier aus, verstaute sie in einem Käfig und zog diesen zur Decke empor. Nackt ging es dann in die Dusche und weiter gesäubert in die weiße Kaue, um die Freizeitkleidung anzuziehen.
Der fotografierte Raum bot Platz für ca. 5000 Bergleute.

Ich habe wohl auch ein Faibel für morbide Bilder aus vergänglicher Industriegeschichte entwickelt. Angesteckt wurde ich wohl von einer Finnin.
Anschließend wollten die beiden Begleiterinnen und ich Rotwein trinken. Dazu zogen wir weiter in die Weinhandlung Les Climats in die Pohlstraße, wo wir mit wohlschmeckendem französischen Burgunder erfolgreich versuchten die notwendige Bettschwere zu erreichen.

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