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Lass dich nicht "ver"führen!

19.05.2023

- Das in ein Idiot die deutschen Idioten in den Abgrund geführt hat, sollte keine Begründung sein, nicht an Führungen in Museen teilzunehmen.
Gesagt, getan;- zum Besuch im Instrumenten Museum/Berlin hatte ich eine Führung gebucht.
Ein Multiinstrumentalist bestritt sie. Nach mittelalterlichen Flöten, Geigen aus der Renaissance spielte er Cembalos und Klaviere, erklärte viel zur der Geschichte des Instrumentenbaus. Den Höhepunkt bildeten Vorführungen an den Orgeln des Hauses. Besonders zum Ende die riesige Wurlitzer Kinoorgel, die in den Stummfilmtagen des Kinos eingesetzt wurde.

- Die Konzertabende mit dem Jazz -Pianisten Andreas Schmidt und seinen "Freunden" sind immer sehr gut anzuhören. Diesmal lud er Andreas Köggel (Gitarre) und Johannes Metzger (Schlagzeug) zum gemeinsamen Musizieren ins a-train beim Savignyplatz. Stark improvisierte Jazzstandards werden geboten.
Und das Beste, bei Schmidt and friends ist der Eintritt immer frei, aber reservieren ist empfehlenswert.
Im Video unten könnt ihr dem Mitschnitt des Konzerts lauschen.

- Auf dem Tempelhofer Feld gab es ein Wiederaufleben des Volksfestes Neuköllner Maientage als politisches Ereignis.
Unser neuer Schwarz/Roter Senat betätigt sich als Stiefellecker der Immobilienhaie und bereitet denen beste Bedingungen, um unsere Mieten in die Höhe zu treiben und den Aktienbesitzen von Venovia & Co. satte Profite zu bescheren.
Das, die Initiativen Deutsche Wohnen Enteignen und der 100 % Tempelhofer Feld  sich das nicht gefallen lassen ist klar, die beiden konnten erfolgreich Mehrheiten der BerlinerInnen gegen diese Politik mobilisieren.
Das Fest bot den MieterInnen eine Bühne, die von Immobilienkonzernen bedrängt werden. Außerdem traten diverse Bands zur Unterhaltung und zum Mutmachen beim Kampf gegen den Berliner Senat auf.
Bei diesen GegnerInnen wird Frau Dr. Giffey wohl bald untergehen und ihr Kollege Herr Wegner mit ihr.
Korruption darf nicht durchkommen.
Die staatlichen Gewalttäter entblödeten sich nicht, zu Begin des Festes zu verlangen, dass politische Banner abgehängt werden. Die Angst der Innensenatorin Iris Spranger muss wohl grenzenlos sein und ist zum Glück berechtigt!

 
 

- Drei Jazzer und ein Hund zeigten sich bei Kultur am Dorfplatz in der Galiläa Kirche in der Rigaer Straße.
Das Trio Oneblockwest besteht aus Thomas Borgmann (Tenor Saxophone, Flute) Vinicius Cajado (Bass) Joe Hertenstein (Drums) und seinem Terrier Verschnitt Gogin, sein Herrchen ist der Saxophonspieler.
Wie ihr unten anhören könnt, spielen sie improvisierter Jazz.



Alles nur Theater?

 07.05.2022

  - Das Stück Die toten Freunde (Dinosauriermonologe) sah ich im Deutschen Theater. Es war ein Gastspiel des Pfalztheater Kaiserslautern.
Zum Inhalt: Fünf weibliche Dinosaurier hängen auf der Erde in 200 Millionen Jahren  rum. Der Planet ist fast kahl, es stehen noch ein paar Birken rum und überall gibt es kleine aktive Vulkankrater.
Die Damen haben zwar das ewige Leben geschenkt bekommen, langweilen sich aber zu Tode. Sie streiten zwar ausführlich, doch auch das hat keinen Unterhaltungswert mehr für sie.
Da taucht ein Wesen auf, dass auf zwei Beinen daherkommt, hüpft und springt, singt wie ein Vogel, es verstört die Echsen heftig. So weit, so märchenhaft, mehr will ich nicht verraten.

Kritiken der Anderen: Nachtkritik, Rheinpfalz, NDR,

 - Im Club b-flat sah und hörte ich Pippo Miller, ein Duo das sowohl im Jazz, als auch in der Weltmusik Zuhause ist. Die Beiden sind Pier Paolo Bertoli am Akordeon und Lutz Wolf am Flügelhorn.
Eine eher ungewöhnlich Kombination von Instrumenten.
Es war ein vergnüglicher Abend.


 - In der Galerie Under the Mangotree im Akazien-Kiez schaute ich Fotos aus Indien an. Der Fotograf Amit Pasricha stellte unter dem Titel Managing Hope hauptsächlich Panoramafotos aus.
Während der Vernissage war er per Skype dazu geschaltet und berichtete uA. von seiner Initiative Lost&Found mit der er versucht Baudenkmäler vor dem Verfall zu sichern. Davon gibt es wohl viele in Indien.
Leider zeigte er die Realität in Indien nur begrenzt. Etwas viel Tourismuswerbung, etwa wie wenn ein Bildband über Berlin die tausenden Obdachlosen, die überall herumliegen, vergisst.
Die Bilder könnt ihr bis zum 12.07. besichtigen, Mi.- Fr. 15:30-18:30 u. Sa.+So. 13:00-16:30.


- Drei Uraufführungen im Theater hintereinander am selben Abend haben Seltenheitswert. Bei der langen Nacht der AutorInnen am Deutschen Theater passiert so etwas.
Es dauerte von 18:00 bis 23:30, allergings gab es zwei Pausen. Da war gutes Sitzfleisch gefragt.
Ich sah:

1. Dem Marder die Taube
Eine Geschichte aus Elmshorn, zwei Frauen eine Eingeborene (Pflegekraft) und eine Zugezogene aus Berlin lernen sich durch einen Zufall kennen, usw. Es passierte für mich nichts interessantes.
 Es ist nicht so das Stücke für mich immer einen Sinn haben müssen, auch Nonsens kann spannend sein, aber dieses empfand ich als Bedeutungsleer. Vielleicht bin ich aber auch zu sehr Grossstadtmensch um die Probleme der Menschen in der Provinz zu verstehen. Meinetwegen muss der Text nicht mehr als dramaturgische Vorlage genutzt werden.
Ich verschlief die Hälfte der Vorstellung, auch eine Form der Kritik.

2. Gaia am Deutschen Theater
Diese Welt in der wir leben hat im Stück ihr Ende gefunden, ihre Schöpferin Gaia aus der griechischen Götterwelt hat es beschlossen. Irgendwie ist aber ein Fehler passiert und im Schauspielhaus Göttingen brennt noch Licht und MitarbeiterInnen sind noch lebendig.
So bricht Gaia auf, auch diesen das Licht aus zu blasen.
Die SchauspielerInnen spielten ums Überleben. Das Stück gefiel mir gut, auf der Bühne war einiges los.

3. Verführung
Hier traten auf: ein Heiratsschwindler im Knast, seine Therapeutin, die ihn über Jahre betreut hat und seine angebliche Tochter, die ihm als Komplizin seine Beute abjagen will. Es war spannend zuzuschauen, wie der Mann versuchte die Frauen zu manipulieren, aber am Schluss von der "Tochter" herein gelegt wird. Ein sehr gut gemachtes Kammerspiel, mit sehr interessanten Irrungen und Kanten.
Das Stück gehört meiner Meinung nach auf den Spielplan.


Rassismus überall

 27.04.2023

- Zum Geburtstag des schwarzen Journalisten und wegen Mord an einem weißen Polizisten verurteilten Mumia Abu-Jama besuchte ich eine Solidaritätsveranstaltung für ihn. Er sitzt seit 1982 in den USA im Gefängnis. Nach einem windigen Prozess zuerst in der Todeszelle und seit 2011 in lebenslanger Haft.
Er wurde mit vierzehn Jahren Mitglied der Black Panthers und begann für verschiedene Zeitungen zu schreiben und im Radio zu arbeiten.
So geriet er unter das Radar des FBI, der sich die Aufgabe gesetzt hatte, die Panther mit legalen und illegalen Mitteln zu zerschlagen. Viele wurden von der Polizei erschossen, andere wurden unter fingierten Anklagen zu langjährigen Haftstafen verurteilt. Die sozialen Projekte, wie Kinderspeisungen und der Schulunterricht in dem schwarze Geschichte gelehrt wurde, zerstörten die Polizei durch ständige Razzien. So endete einer der Versuche von Schwarzen, sich gegen die Weise Vorherrschaft in den USA zu wehren, die Bewegung löste sich auf.
Bei der Veranstaltung in der Kneipe Syndikat wurden aktuelle Texte von Mumia Abu Jamal vorgelesen und eine Wiederaufnahme seines Prozesses gefordert.
Seine Artikel erscheinen u.A. in deutschen Zeitungen.
Ich bin dafür, alle verurteilten Panter sofort frei zu lassen, egal ob sie einen Polizisten erschoßen haben oder nicht.


 - Ein Film, der 2022 sieben Oscars erhielt und der nach Monaten noch immer in den Kinos läuft, da wurde ich neugierig. So saß ich mit einem viel jüngeren Publikum Everything Everywhere All at Once im Babylon / Kreuzberg. Der Film ist eine rasante Science-Fiction-Komödie mit vielen Martial-Art Kampfszenen und schnellen Schnitten.
Eigentlich eher nix für einen alten Herren wie mich. Trotzdem gefiel er mir sehr gut.
Die Geschichte ist auch herzzerreißend. Die Hauptperson Evelyn besitzt einen etwas heruntergekommenen Waschsalon irgendwo in einer US Großstadt und ihre Familie ist ein wenig schwierig.
Der Vater ist kränklich und kommt mit dem Leben in der USA nicht klar, ihr Mann will sich von ihr scheiden lassen und die Tochter will ihre lesbische Freundin zum Neujahrsfest mitbringen. Da kann Frau schon etwas hysterisch werden.
Als dann noch eine Steuerprüfung ins Haus steht, dreht sie ab.
Sie fantasiert sich in andere Welten, die sie im Kampf gegen böse Mächte retten muss.
Natürlich gewinnt sie diesen, indem sie ihre Kampfkünste einsetzt und so gibt es auch im wirklichen Leben ein fantastisches Happy End für ihre Familie und den Waschsalon.
Ansehen lohnt sich!

Kritik der Anderen: epd, Stern, NDR,

- Das Gretchen ist einer meiner Lieblings Konzertsäle in Berlin. Dort spielte der malische Gitarrist und Sänger Habib Koite auf. Seine Musik kenne und liebe ich schon seit Jahren.
Ihn begleiteten Aly Keïta am Balafon und Mama Koné an der Percussion.
Ich tanzte vom ersten bis zum letzten Takt durch, sodass ich am nächsten Tag Muskelkater hatte. Der Wüstenblues der Band geht einfach tierisch in die Beine.



- Das Jazzfest in Peitz hat eine fünfzigjährige Tradition. Zur Feier des Jubiläums gab es seine Sonderausgabe, zwei Tage vom 28.04 bis zum 29.04.
Wir übernachteten zu fünft in der Praxis meiner Frau, was den Aufenthalt vergünstigte. Alle fanden der Besuch hat sich sehr gelohnt.

1. Die RYAN CARNIAUX WATER SPIRITS das sind KARL-F DEGENHARDT drums & percussion / MIKE ROELOFS fender rhodes piano & percussion / RYAN CARNIAUX cornet, flugelhorn, sea shells & percussion / DJAMEL LAROUSI guitar & percussion / DUY LUONG bass / DIAN PRATIWI vocals & percussion.
Ungewöhnlich war hier, dass der Bandleader einer Seeschnecke Töne entlockte. Das Instrument kannte ich nur aus Asien und Ozeanien.

2. USCHI BRÜNING SINGS BILLIE HOLIDAY
USCHI BRÜNING vocals / JAN RODER double bass / MICHAEL GRIENER drums.
Meine Bedenken verflogen schnell, dass die Stimme von Frau Bründing mit ihren 75 Jahren noch kräftig genug ist, um Billie Holiday zu singen.

3. UWE KROPINSKI SOLO
UWE KROPINSKI guitar
Ein bemerkenswerter Auftritt. Beim Aufbau war ihm das Instrument zerbrochen. So musste er mit einer geliehenen Gitarre antreten. Dieses Problem bewältigte er mühelos.

4. MOTUSNEU: 
STEFFEN ROTH drums / BRUNO ANGELONI saxophones / STEPHAN DELLER double bass.
Alle drei klasse Musiker. Der Drummer ist Schüler von Baby Sommer!!! 

MOTUSNEU MUSIKVIDEO

5. VOR DER MAUER - HINTER DER MAUER
GÜNTER BABY SOMMER drums & percussion / FRIEDHELM SCHÖNFELD saxophones & flute / GUNDA GOTTSCHALK violin / XU FENGXIA guzheng:
Eine Supergroup um Baby Sommer. Xu Fengxia bringt mit ihrem Spiel der chinesischen Zitter Guzhend einen besonderen Klang ein.

6. SYLVIE COURVOISIER TRIO
SYLVIE COURVOISIER piano / DREW GRESS double bass / KENNY WOLLESEN drums.
Die Pianistin und Chefin des Trios hat sich erlesene Mitspieler ausgesucht.