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Wenn viele Musik machen

 14.10.2026

- Das Ensemble Fest Berlin 2026 fand vom 2.-4. Okt. im ehemaligen CA Kaufhaus in der Karl-Marx-Str. in Neukölln statt, was auch schon bessere Zeiten gesehen hat. Die Deckenverkleidungen fehlten und die Rolltreppen waren außer Betrieb. Doch die Örtlichkeit bildete einen netten Kontrast zur neuen experimentelle Musik, die dargebracht wurde. Ich sah zwei Kapellen. Die Konzerthalle heist CANK.

1. Lange / Berweck / Lorenk standen hinter Tischen und erzeugten Töne auf Synthesizer und Co. Bei solcher Art Auftritt überkommt mich schnell die Langeweile. Nicht wegen der Musik aber MusikerInnen, die nur an Knöpfen drehen, haben kaum Bühnenpräsenz. Sie könnten auch an der Bar Cocktails schlürfen, derweil  die Klänge vom Speichermedium kommen.

2. Da boten die Maulwerker (ein Chor) und das Splitter Orchester eine andere Performance.
Wir ZuschauerInnen wurden im Kreis platziert und die MusikerInnen stellten sich im Kreis um uns herum auf. 
Sie spielten von Kristian Kesten: Tektonische Verschiebung für 17 Instrumente und 9 Stimmen.
Das Stück ergriff mich sehr. Das Licht wurde so gedimmt, das die KlangerzeugerInnen nur schemenhaft zu sehen waren. Die Musik began extrem leise, ich konnte kaum etwas hören. Im Verlauf des Auftritts steigert sie sich nach einer halben Stunde zu Normal-Lautstärke. Das war ein spannendes Konzert.

- Alle Filme gefallen mir auch nicht. 
Letztes Jahr in Marienbad von französischen Regisseur Alain Resnais aus dem Jahr 1961 langweilte mich so sehr, das ich den Saal verließ. Er stammt aus der Epoche des Existenzialismus nach dem Krieg, wo absurde Geschichten angesagt waren.

Das Set war eine Kurhotel in dem sich SchauspielerInnen bewegten. Ab und zu sprachen sie auch miteinander belangloses Zeug. Ein Paar spielte die Hauptrolle, wobei der Mann ausschließlich redete. Er betonte regelmäßig, das er sie schon in Marienbad kennengelernt hat. Alle spielten komplett emotionslos. So weit, so uninteressant. Muss niemand anschauen, auch wenn der Film einst einen goldenen Löwen bekam.

- Etwas relevanter für mich war der Film Staatsschutz vom iranisch stämmigen Regisseur Faraz Shariat .
Die Story: Eine junge Staatsanwältin wird irgendwo in der Provinz von Nazis attackiert, denn sie sieht asiatisch aus.
Als sie die Täter ermitteln und vor Gericht bringen will, scheint niemand so richtig Interesse am Fall zu haben. Als sie selbst ermittelt, wird sie behindert. Doch es kommt zum Prozess und sie enttarnt eine nationalsozialistische Zelle, die ganz offen und unter der Duldung von Polizisten und ihrem Vorgesetzten operiert. In alten Akten entdeckt sie Fälle, in denen es nie zur Anklage kam. Sie findet andere Opfer, die bereit sind Auszusagen.
So gelingt es ihr einige Mitglieder zu enttarnen und in den Knast zu bringen. Ihre Hartnäckigkeit wird belohnt.
Der Film ist ein sympathisches Märchen, leider wenig wirklichkeitstauglich.

Andere Kritiken: EPD, Radio3, WDR, Perlentaucher,

- Zum Glück gibt es noch die einbeinigen Gewächse. Besonders zum Wochenende des Pilzes.

1 Samstag im Forsthaus Hammer.
Eher eine kleine Veranstaltung. Zuerst durchsuchten wir den Wand nach Essbarem und nutzten die Gelegenheit, das Gefundene von einem Experten beurteilen zu lassen. So überlebte ich das Mahl am Abend unbeschadet.
Zum Anlass wurde die vorzügliche Wildbratwurt gebraten angeboten und der Hofladen verkauft Wildfleisch. Ich füllte die heimischen Vorräte auf.









2. Sonntag im Britzer Garten.
Hier war mein Pilzverein die PABB der Veranstalter. Mehrere Tische bogen sich unter der Last von 300 gesammelten Pilzsorten und die BesucherInnen strömten in Scharen.
Als relativer Frischling konnte ich mich bei der Beratung kaum beteiligen, da mussten die alten HäsInnen ran.









- Ordentliche Mucke gab es beim Jazzfest 2026 auf die Ohren. Ich wählte eine Abendveranstaltung mit einer lokalen Band und einem internationalem Act aus.









1. Zuerst das Camila Nebbia Large Ensemble.

Die Bandleiterin stammt aus Brasilien ist aber schon länger in Berlin präsent. Ich kannte sie als Saxophonistin, wusste jedoch nicht das sie auch komponiert.
Ihre MitspielerInnen waren: Weston Olencki – trombone, Maria Reich – violin, Joanna Mattrey – viola, Julia Biłat – cello, Nick Dunston – double bass, Arne Braun – guitar, Kit Downes – piano & organ, Ludwig Wandinger– electronics, Lesley Mok – drums, Andro Manzoni – interactive visuals.
Sie erzeugten gemeinsam einen satten und raumfüllenden Klang im großen Saal des Festspielhauses gefüllt mit mehreren hundert BesucherInnen.

2. Amir ElSaffar New Quartet

Die Band: Amir ElSaffar – Trompete, Stimme, Tomas Fujiwara – Schlagzeug, Tania Giannouli – Mikrotonales Klavier, Ole Mathisen – Tenorsaxofon.
Das war genialer Jazz mit arabischen Einsprengseln.  Beim  Auftritt nutze nur die Pianistin Noten, der Rest war Improvisation.
Ich wurde wieder einmal daran erinnert, dass die Berliner Szene einiges zu bieten hat, doch dass internationale Ensembles teilweise sehr viel Zwingenderes produzieren.

- Noch einmal Kino.
Dieses Mal die israelische Dokumentation Naza über den Einsatz der Arme (IDF) und des Nachrichtendienstes im Gaza. 
MitarbeiterInnen und SoldatInnen berichten anonym was sie getan haben und was für Folgen ihr Handeln hatte.
Die Lüge der israelischen Regierung, dass der Einsatz unter humanitären Richtlinien erfolge, wird durch diese Aussagen systematisch demontiert.
Ein Naza bezeichnet übrigens ein ziviles Opfer einer Operation.
Kein schöner, aber ein wichtiger Film.
Meiner Meinung nach hat Israel inzwischen sein Existenzrecht verwirkt. D.h. ich bin für eine Einstaatenlösung ohne Israel.

Die Meinung der Anderen: Radio 3, EPD, Jüdische Allgemeine, Perlentaucher, Filnstarts, 

- Crack was ist das und weshalb sitzen immer mehr Menschen irgendwo in Berlin herum und rauchen die aus Coca Brätern gewonnene Droge. Arte bietet Informationen.

Klimpern erwünscht

 07.09.2026

- Nachmittags im MIM (Musik Instrumenten Museum) - Klassische Musik am Flügel.

Der Pianist Kyrylo Chynchevyl brachte uns Vsevilod Zaderatski, Ausgewählte Präludien, und Bela Bartok, ungarische Bauernlieder, und György Ligeti, Musica ricercata, zu Gehör.
Der Mann am Klavier hat im Juni seinen Bachelor an der UdK Berlin erreicht. 

Er spielte sehr gut.

- Gelegentlich laden Freunde zu ihren Festen MusikerInnen ein. Dieses Mal waren es Lüül Gesang und Gitarre, Banjo - Kerstin Kaernbach Geige, Bratsche, singende Säge, Theremin, Flöte, Gesang und Daniel Cordes Bass.
Die Band sorgte für gute Stimmung.
Lüül ist ein Deutschrocker und Liedermacher, der Song unten ist gut hörbar!

- Die Hochzeitsnacht (die achte) begehe ich (mit meiner Frau) meist an einem besonderen Ort.

Dieses Mal haben wir uns für einen VW-Bus geparkt auf dem Retro Campingplatz Gräbendorfer See entschieden.
Die Nacht war etwas unbequem, aber ausreichend verrückt war sie schon.
Wer bei dem Foto an die Beach Boys, Kalifornien und Surfen denkt hat recht, doch wir wollten es nicht übertreiben.

Das Beach vor Ort war eine Wiese und die Wellen nur Zentimeter hoch. Doch das Wasser war klar und sauber, so dass meine Wasserratte bedenkenlos schwimmen konnte.

- Das Dorf Ogrosen und das gleichnamige Demeter Landgut richtete in diesem Jahr das Erntefest im Landkreis Vetschau / Spreewald aus.

Ich kannte das Dorf nur als Produktionsstätte von Ziegenkäse und als Heimat von Böcken, Zicken und Geißlein, und weil der dortige Ziegenhof auf div. Wochenmärkten in Berlin seine Waren verkauft und Flyer verteilt .

Welche Ausmaße das Fest haben würde, konnte ich ahnen, als wir auf den riesigen Parkplatz eingewiesen wurden. Doch von diesen gab es drei an verschiedenen Enden des Dorfes.
Das wird vom Bio Landgut dominiert mit sehr großen Ställen, Weiden, Feldern und Produktionsstätten. Die vielfältigen landwirtschaftlichen Bereiche stellen sich vor. U.A. gab es Schafsschur live zu bestaunen. Witzig waren die Milchkühe zu beobachten, wie sie in einer langen Schlange zum Melken zogen. Doch Kühe sind recht neugierig und so kam es immer wieder zum Stau. Die mittelalterliche Reitershow mit Lanzenkämpfen und die vielen Besucherinnen interessierten die Tiere. 
Aber es wurde auch für uns reichlich was geboten. Ein Regionalmarkt mit Info- und Verkaufsständen lud zu Schauen und Stöbern ein. Rund um den Hofladen wurde ess- und trinkbares verkauft.
Nach ein paar Stunden strebten wir gut abgefüttert und mit vollen Einkaufstaschen zum Auto zurück. 

- In Alt-Döbern findet jährlich die Rohkunstausstellung für moderne Kunst statt   und wir waren wieder dabei. In den teilweise restaurierten Räumen stellen verschiedene KünstlerInnen aus.
Einige Beispiele:

Denise Flamme

Companien No1, 2024
Latex, Silikon, Epoxidharz, Metall, Gips, Keramik



Andros Foros

Ready or not. 2024
Acryl und Blattsilber

Matthias Garff

Buntspecht, 2026
div. Materialien


Andros Foros

Great Battle. 2023
Acryl, Stahl und Blattgold

Erez Israeli

Schädel, 2026
Styropor, Wolle



Ihr könnt die Ausstellung noch bis zum 1. Nov. besuchen.

Hinter dem Schloss befindet sich noch ein schnuckeliger Park in dem PrinzInnen lustwandeln können.

Ein Fräulein steht im Walde....

 01.08.2026

- Sommerzeit ist Theaterferienzeit, so besuchte ich mit Freunden aus der Province die Shakespeare Company in ihrer Open Air Bühne am Insulaner. Wenn Landeier in B. weilen, habe ich immer das Bedürfnis, ihnen etwas zu bieten.
Wir schauten das etwas komödiantische Stück Der Sturm vom längst verstorbenen Meister des englischen Theaters. Dem kann man/frau alles mögliche unterstellen, aber simpel waren seine Arbeiten nie.
Der Inhalt: Auf einer Insel herrscht der einst vom eigenen Bruder vertriebene Zauberer Prospero mit eiserner Hand über sein kleines Reich. Dabei ist dem früheren Herzog von Mailand kein Gewaltakt zu schade, um die Macht über die BewohnerInnen der Insel bei sich zu behalten. Ob den in Abhängigkeit gehaltenen Luftgeist Ariel, den verstoßenen und unterdrückten Insel-Ureinwohner Caliban oder Prosperos in völliger Einsamkeit gehaltene Tochter Miranda. Als er ein Schiff seiner Widersacher mit Hilfe eines Sturm stranden lässt, sieht er seine Zeit für Vergeltung und Rache gekommen. Doch wo Prospero das Ende einer langjährigen Verschwörung erhofft, sieht Miranda die Chance zu einem Neuanfang.
Aus diesem Stoff eine simple Klamauk Geschichte zu machen, gelang den zum Gastspiel angereisten  Sommertheaters Folkwang Weitmar mühelos. Die meisten ZuschauerInnen waren jedoch zufrieden und klatschten zum Ende begeistert.
Bemerkenswert fand ich alleine den Darsteller des Geistes Ariel Ben Leonhard Alm.
Die Aufführung war echt was für einfache Gemüter, also nix für mich. Ich warte lieber, bis die Theaterferien vorbei sind.










- Aus
Anlass des Schweizer Bundesfeiertags (seit 1. August 1291) besuchte ich mit einer mir sehr nahestehenden Person (mit Schweizer Pass) ein Fest.
Beim U-Bahnhof Rüdesheimer betreiben zwei Schweizer einen Laden mit allerlei Schnickschnack aus dem Alpenländle. Sie luden zu einer Gaudi am Schweizertag. Es wurden Spezialitäten angeboten, u.A. ein vorzüglicher Wein aus dem Kanton Wallis und Raclette.
Obwohl ich als gefühlter Weltbürger Nationen ablehne, habe ich doch Spaß am Feiern. Trotzdem die Ladenbesitzer Schweizer sind, wurde fast gar kein patriotischer Kitsch geboten.
Kulturell unterhielten drei Alphörner, die SongBand (Oldis bat Goldis) und die Querplattler.
Es war ein gelungenes Fest.

-  Mit Stieftochter und Enkel ins Rockkonzert, muss Mann als Stiefopa hinkriegen.
Das Konzert von Suli Puschban und die Kapelle der guten Hoffnung bot musikalisch gut gemachte Mutmachmusik für Jung und Alt.
Der Ort des Geschehens war das Konzerthaus Berlin.

-- Wenn ein Circus in die Stadt kommt, nimmt Opa den Enkel mit.
In Berlin findet einmal im Jahr auf dem Tempelhofer Feld das berlin circus festival statt.
Das Duo Grind Art Club gab das Stück Opa Fashion. Sie waren aus Schweden angereist, um uns ihre fantastische  Performance zu zeigen

- Immer wieder Jazzfest Peitz. Das Wetter war fast zu warm, es halfen die Sonnensegel. Es gab guten Wein, akzeptables Essen und viele meist gut gestimmte Jazzfans an Hüttenwerk anzutreffen.
Ich stelle euch die Bands in der Reihenfolge des Auftretens vor.

FREITAG

1. Trio Ivore
Hans Lüdemann piano, electronics, Aly Keïta Balafon, Christian Thomé drums, percussion, electronics

Weil einer der Gründer Ali Keita an der Elfenbeinküste kennenlernte, nennt sich die Band so. Alles gestandene Musiker aus der Jazzszene. Ein guter Auftakt mit afrikanisch inspirierten Anklängen..

2. Hemisshare 4 Plus
Gebhard Ullmann clarinet, saxophone, Liz Kosack keys, Eric Schaefer drums, Oliver Potratz bass, Silke Lange accordion, Anna Viechtl harp, Taiko Saito vibraphon

Wie der Bandname war die Musik ziemlich sphärisch. Lag es an der Instrumentierung, an der Komposition oder an meiner aufgeheizten Stimmung (38 Grad) der Funke sprang nicht über.

3. OM
Urs Leimgruber sax, Christy Doran guitar, Bobby Burri double bass, Gerry Hemingway drums, Tony Buck drums

Spannender Jazz, mit zwei Schlagzeugern gab es schon mal mehr Rums als beim Set davor. Ich mag es ja gerne etwas schräg, so war ich zufrieden. 

4. SELVHENTER 
Sonja LaBianca saxophone, Maria Bertel trombone, Anja Jacobsen drums, Jaleh Negari drums

Vier Frauen auf der Bühne, darunter zwei SchlagzeugerInnen, das konnte ordentlich Rums geben, das tat es auch. Die hohe Beatzahl brachte zusätzlich die Menschen vor der Bühne und auch mich zum Tanzen. 
Für mich waren Selvhenter der musikalische Höhepunkt des Freitags. Sie bezeichnen ihren Musikstil selbst als instrumental noise.

SAMSTAG

1. MARIÁ PORTUGAL’S EROSÃO SEPTET
Mariá Portugal drums, percussion, Lotte Anker saxophone, Angelika Niescier saxophone, Matthias Müller trombone, Moritz Wesp trombone, Carl Ludwig Hübsch tuba, Reza Askari double bass









Für mich ein sehr zwiegespaltener Auftritt. Zum einen trug Fr. Portugal Texte brasilianischer Poeten vor und begleitete sich dabei mit einer Trommel. Zum anderen improvisierten die restlichen MusikerInnen. Ich fand, das passte nicht wirklich zusammen. 

2. MOHAMMAD MOSTAFA HEYDARIAN
Mohammad Mostafa Heydarian Tanbur, Valentin Portron Bendir









Zwischendurch ein Auftritt mit arabischer Musik im ehemaligen Hüttenwerk.
Die beiden Herren improvisierten mit Laute und Rahmentrommel.

3. TAKASE LANDFERMANN LILLINGER
Aki Takase piano, Robert Landfermann double bass, Christian Lillinger drums








Die inzwischen 76 Jahre alte Pianistin ist eine Ikone der freien Jazz Szene. Hr. Lilliger ist einer der innovativsten Schlagzeuger der BRD. Mit dem Bassisten ergaben sie ein fantastisches Trio.

4. ENDEMIT
Vít Beneš guitar, Vlado Micenko bass, Erik Hajtmánek drums









Instrumentiert wie eine Rockband, spielten sie auch etwas wie eine solche Kapelle. Nicht meine Musik.

5. NIESCIER PORTUGAL
Angelika Niescier saxophone, Mariá Portugal  drums, percussion









Diesmal harmonierten die Beiden aus der ersten Band des Tages intimer.  Zu zweit klappte alles und es wurde ein Auftritt mit reichlich Poesie.

6. DARIUS JONES & OTOMO YOSHIHIDE QUINTET
Darius Jones alto saxophone, Otomo Yoshihide guitar, Nick Dunston double bass, Gerald Cleaver drums, Yasuhiro Yoshigaki drums

Herr Yoshihide ist ein Gitarren Virtuose der Sonderklasse. Gegenüber saß Hr. Jones und die beiden improvisierten miteinander. Die beiden Schlagzeuger und der Bass sorgten für einen stabilen Rhythmus.

7. ILL CONSIDERED feat. TAMAR OSBORN
Idris Rahman saxophone, Liran Donin bass, Emre Ramazanoglu drums, Tamar Osborn saxophone, flute, clarinet









Das war der Knaller des Abends. Zwei Saxophone, die um die Wette improvisierten, Bass und Schlagzeug, was braucht es mehr für eine tolle Kapelle. Nach kurzer Zeit wagten sich immer mehr TänzerInnen vor die Bühne. Zum Schluss gab es sogar noch Zugaben.

SONNTAG

1. MANIUCHA & KSAWERY
Maniucha Bikont vocals, Ksawery Wójciński double bass, vocals, bells









Zum Ende wurde der Auftrittsort in die Peitzer Kirche verlegt. Dort erwartete uns ein Duo, das durchaus mehr im Bereich Folklore angesiedelt war.
Die Frau sang, auch obertönig, Lieder aus dem Grenzland zwischen Russland, der Ukraine und Polen. Das waren bäuerliche Weisen, der Bassist improvisierte dazu.
Es muss nicht immer Freejazz sein. Das Publikum war angetan.

2. CONNY BAUER’S KONRADISMEN
Conny Bauer trombone, composition, Nils Wogram trombone, Maxine Troglauer bass trombone, Gerhard Gschlössl tuba, trombone, Claudio Puntin bass clarinet, Maria Reich violin, Emily Wittbrodt cello, Matthias Bauer double bass, Dag Magnus Narvesen drums, Rieko Okuda piano



NIESCIER PORTUGAL

Angelika Niescier saxophone
Mariá Portugal drums, percussion




Die kleine Bigband hatte Conny Bauer zusammengestellt. Mit vier Posaunen kam ein wenig Jericho in der Kirche auf. Frau Okuda gelang es, dem Klavier Töne zu entlocken, die sich Pianobauer nicht vorstellen können.
Dies war ein würdevoller Abschluss des Festivals.
Ein Lob an Marie Bobel, die das Programm zusammen gezaubert hat.

- Wenn dann ein Männlein im Wald auf einem Bein steht, bin ich oft nicht weit.
Wie einige von euch wissen, bin ich Citizen Science im Reich der Pilze geworden. Seit Januar bin ich Mitglied in der Pilzkundlichen Arbeitsgemeinschaft Berlin / Brandenburg.
Da jetzt die Sammelsaison für Speisepilze wieder beginnt, ein paar Tipps von den Profis.
* Esst keine Pilze die ihr nicht sicher kennt
* Holt euch Rat bei PilzberaterInnen
* Live Begutachtung jeden Montag um 17:30 bis 18:00 bei der PABB.
* Zur Not: Giftnotruf (030) 19240

Denn mann / frau guten Appetit!



Nicht umsonst, aber draußen

 07.07.2026

- Ein Wandertheater hat kein festes Haus, aber die BesucherInnen müssen nicht mitwandern.
So saß ich im Freien auf dem Platz vor der Peitzer Festung und harte der Dinge, die da kommen sollten.
Es wurde Der eingebildete Kranke von Moliere gegeben.
Ein für HypochonderInnen schwer zu ertragendes Stück, aber wer nichts von Ärzten hält, dessen Vorurteile werden gut bedient.
Die Geschichte: Ein reicher Mann leistet sich mehrere Ärzte für seine diversen eingebildeten Krankheiten. Da auch für Ärzte Geld nicht stinkt, nehmen sie ihn aus wie eine Weihnachtsgans.
Um Kosten zu sparen, will er seine Tochter mit einem Mediziner verheiraten.
Doch die junge Dame hat sich in ihren Musiklehrer verguckt und verweigert sich  der arrangierten Ehe.
Aber zu guter Letzt darf sie heiraten wen sie mag und der "Kranke" wird gesund. 
Die Komödie wird vom Theater 89 nicht nur in Peitz gespielt, die Truppe wandert durch Brandenburg.









- Das Jazz Institut Berlin lud zu einem kleinen dreitägigen Festival ins Haus. Dort stellten die StudentInnen und ihre ProfessorInnen die musikalischen Ergebnisse des letzten Jahres vor. Ich hatte wenig Zeit, so dass ich nur ein Konzert der Bigband genießen konnte. Wärend des Auftritts traten zwei sehr qualifizierte junge Sängerinnen auf. Aber auch der kurze Besuch hat sich gelohnt. Nächstes Jahr nehme ich mir mehr Zeit fürs Festival.







- Wer Gören und/oder EnkelInnen hat, ist auf für die jeweilige Altersgruppe angepasste  Kultur Events angewiesen. 
Deshalb besuchte ich mit dem knapp drei Jahre alten Enkel und der Mutter das Luftschloss auf dem Tempelhofer Feld. Wenn ihr jetzt denkt, ich spinne, der irrt nicht ganz. Luftschlösser sind Traumgebilde, die in der Realität nicht existieren. Doch dieses Schloss ist keines, es ist ein Rundbau aus Holz, ein wenig wie die der Shakespeare Zeit in London. Ohne Dach, mit Zuschauerplätzen in Stufen und einer Bühne.









Unter dem Motto : "Kleine Ohren, großes Blech" schepperten die Blechkuchen Brass los. Die musikalische Auswahl bestand aus Oldies, die auch die Erwachsenen mitsingen konnten. Ich, der mit 73 Jahren das wohl kaum beurteilen kann, fand den Auftritt nicht wirklich kindgerecht. Aber der 2,5 Jahre alte Enkel sah recht glücklich aus und fand es spannend, am Schluss die Instrumente auf der Bühne anzuschauen. Er kann leider noch nicht gut sprechen, deshalb fehlt sein Kommentar.

- Mal wieder Kino, diesmal ein Erstbesuch in der recht neuen Neue Zukunft im Süden von Friedrichshain. Ob des Wetters war open air angesagt.
Die Zukunft sieht sehr zusammen gezimmert aus, hat aber Charme, wenn man/frau so etwas ertragen kann.









Ich sah Hammet, der Regisseurin  Chloé Zhao, nach einer Romanvorlage. Geschildert wird die Beziehung von William Shakespeare mit seiner Frau Agnes und den Kindern. Eine Fernbeziehung, den er arbeitete in London und sie lebte auf dem Land in dem kleinen Dorf Stratford-upon-Avon im englischen Warwickshir. Nach seiner Karriere als Theaterschriftsteller lebten sie finanziell recht gut gestellt, doch der Tod ihres Sohnes belastete die Beziehung wohl heftig.
Den Film als Drama zu bezeichnen ist nicht falsch. Leider war aber auch einiger esoterischer Unsinn eingebaut. So starb der Sohn, weil er seiner todkranken Schwester sein Leben übertrug?!?
So mancher Mann dürfte jetzt denken: Typisch Frauen Film. Doch auch mich rührte die Geschichte an, und meine weibliche Begleitung sowieso. Doch wie der Volksmund sagt, in der Kürze liegt die Würze, ein wenig zu lang war er doch.

- Für die Sesselpupser unter euch habe ich ein Video ausgesucht. Sting in concert im Reichsmuseum Amsterdam vor der Kulisse von Rembrandts Nachtwache. Lasst euch bezaubern!

Theater für Sesselpupper

02.06.2026

- Frankreich ist unter anderem auch für seine innovative Jazz Szene bekannt. Jedes Jahr wird diese beim kleinen feinen Festival Jazz Oro vorgestellt. Im Club Gretchen hörte ich zwei Bands.

1. Wakan



2. Amaury Faye Nola Quartet feat Herlin Riley

Angenehm unaufgeregter Jazz

- Im Ostseebad Ahlbeck gibt es sogar ein Kunstmuseum. Es befindet sich direkt in Gebäude der Bahnhofsstation. Ich sah dort Werke vom Multikünstler Armin Müller-Stahl, auch andere KünstlerInnen stellen dort auch aus. 
Die Halle wirkte sehr unaufgeräumt, überall lagen neue und gebrauchte Bücher herum, doch die Bilder waren sehenswert.

Dann und wann gibts einen Mann,
 der wien Vogel fliegen kann
Farbradierung / 2018











- Reisende, kommst du nach Swinoujscie, Swinemünde, wie wir Deutsche es nennen, halt ein und besuche das im Stadtzentrum gelegene Cafe El Papa Hemingway.
Ich entdeckte das Kleinod anlässlich meines 10tägigen Aufenthalts in dem von RentnerInnen gefluteten Ostseebad und besuchte es danach fast täglich. Neben dem sympathischen Personal und einer ansprechenden Einrichtung bietet es einen trinkbaren preiswerten Rotwein (Primitivo) an.

Nicht, dass ihr denkt, ich besuchte den Ort nur wegen des Saufens, es gibt dort auch wechselnde Kunstausstellungen, und an einem Nachmittag spielte die Saxophonistin Kingi Kasztelan ein Konzert.
Bei der Beurteilung des Kulturevents möchte ich nicht als hochnäsiger Berliner gelten, doch im meiner Heimatstadt bietet man / frau so etwas in einem Seniorenheim an. Die recht passable Musikerin ließ zu ihrem Spiel Playback laufen.
Wenn in der Berliner U-Bahn jemand / jefrau so auftritt, bekommt er kein Geld von mir, aber Swinemünde ist nicht Berlin. Die Saxophonistin spielte Klassiker des Jazz von Swing bis BossaNova und diese waren gut hörbar.

- Der Berliner Jazzpreis ging an die Pianistin Jülia Hülsmann. Die Verleihung fand im kleinen Sendesaal des RBB statt.
Als sie sich bedankte fand sie die richtigen Worte und das Publikum klatschte begeistert. Sie beschwerte sich darüber, dass der Berliner Senat versprochene Gelder für die Musikhochschule zurück hält und der RBB Stellen im Bereich Jazz kürzt.
Musikalisch war sie mit ihrem Quartett unterwegs. Das sind sie selbst und Uli Kempendorff – Tenorsaxophon, Marc Muellbauer – Kontrabass, Heinrich Köbberling – Schlagzeug.
Ich hörte moderne Jazz auf hohem Niveau. Das Konzert könnt ihr hier hören,

- Die Jazzwoche Berlin 2026 wurde mit einer Diskussionsrunde und einem Konzert eingeleitet.

Eröffnet wurde sie im Gretchen, einem Club in Kreuzberg.
In der Diskussion ging es um Entscheidungsräume im Berliner Jazz, um die Kürzungen in der Berliner Kultur und um Korruption in der CDU in Zusammenarbeit mit zuständigen ehemaligen Senator Joe Chialo. Dabei wurden Antisemitismus Fördergelder am zuständigen Gremium vorbei vergeben.
Es unterhielten sich darüber: Nikolaus Neuser (Musiker, IG Jazz Berlin), Dahlia Borsche (Geschäftsführerin des Musikfonds), Shai Hoffmann (Sozialunternehmer, Aktivist und Moderator) und Claudia Schurz (Referentin für Musik/ Clubkultur/ Weltoffenes Berlin/ Impact), Moderation: Camille Buscot.
Drei musikalische Auftritte lockerten die Veranstaltung auf.

1. Das Kelvin Sholar Trio Kelvin Sholar piano / Charles Sammons bass / Eric Vaughn drums brachten Jazz mit Funk Einflüssen zu Gehör.

2. Die frisch gebackene Gewinnerin des Berliner Jazzpreises 2026 Julia Hülsmann spielte ein Pianosolo.

3. Unique ist ein Jazz Orchester. Holly Schlott (Dirigentin) ist die Gründerin, mit ihr sind Beni Geyer - keys/synth, Antje Rösseler - piano, Raphael Meinhardt - vibraphone, Lizzy Scharnofske - drums, Orlando de Boyekens - tuba, Tanja Becker - trombone, Birgitta Flick - tenorsax, Olga Amelchenko - altosax , Leah Phillips -  guitar, Erik Leuthäuser -vocal / electronics, Zuza Jasinska - vocal / electronics im Universum der Interpretion unterwegs. 

- Doch es gibt auch noch Kino. Ich sah Delikatessen, einen Klassiker des dystopischen Kinos aus dem Jahr 19+92.
Die Story ist simpel: Die ganze Geschichte spielt in einem etwas heruntergekommenen Haus, zu einer Zeit wie nach 1945, wo das Essen, besonders das Fleisch, knapp ist. Doch es gibt ein Delikatessen Geschäft im Erdgeschoß und einen kleveren Metzger. Der schaltet in einer örtlichen Zeitung regelmäßig die Anzeige, dass er einen Hausmeister sucht. Der wird dann nach kurzer Zeit geschlachtet und von den BewohnerInnen verzehrt.
Doch diesmal bewirbt sich ein Zirkusartist, zwischen dem und der Tochter des Verwursters eine heftige Liebe entbrennt. Wie es sein muss überlebt das Paar und ...
Der Fleischer und einige seiner KumpanInnen beißen ins Gras. 

- Diesmal Jazz im Pupsnest Peitz. Dort trat Wanja Slawin in seinem Tentett auf.
Die MusikerInnen waren: Gesang - Zuza Jasinska, Trompete - Heidi Bayer, Saxophon/Holzblasinstrumente - Ben van Gelder, Jeremy Viner, Wanja Slavin, Posaune - Johannes Lauer, Maxine Troglauer, Klavier - Rainer Böhm, Kontrabass - Felix Henkelhausen, Schlagzeug - Fabian Arends.
Leider beendete der Regen den spannenden Auftritt.

- Drei Stücke vom Theatertreffen zeigt 3Sat. Ich empfehle "Fräulein Else unter Druck" nach Arthur Schnitzler als Solo Comedy. Aber noch mehr empfehle ich Theater live!

Klamauk und Opera

 20.05.2026

- Das Singspiel Opera, Amore wurde im italienischen Kulturinstitut gegeben. Es sollte ein Schnelldurchlauf durch die Geschichte der italienischen Oper von Monteverdi bis Puccini in zwei Stunden werden.
Und was braucht es zu einer Oper, Musiker und SängerInnen, diese standen in guter Qualität zur Verfügung.
Und eine Geschichte, Liebe und Triebe sollten vorkommen und etwas Böses, das versucht die Liebenden zu entzweien. Natürlich soll das Böse nicht obsiegen und es kommt zum Happy End.
Die schauspielerische Leistung erinnerte jedoch etwas an ein Laientheater. Alles wirkte sehr klamaukig, aber vielleicht war es Absicht. So konnte ich öfter über die Aktionen der AkteurInnen lächeln.
Möglicherweise sollten wir lernen, die Oper nicht ganz ernst zu nehmen und dass sie eigentlich Kitsch ist.
Das entspricht auch ein wenig meiner Auffassung.

Motto der KünstlerInnen: Die Oper ist eine wunderbare Unwahrheit, welche immer die Wahrheit sagt.

- Ist es schon wieder Zeit mehr ins Cabaret zu eilen? Bevor die Deutschen Hitler zum Reichskanzler wählten, erlebte diese eher "kleine" Kunstform ja auch eine Blütezeit. Damals wie heute fanden und finden Lesben und Schwule in diesem Bereich ein Auskommen und können sich ausdrücken.
Hoffentlich kommen die AfD Nazis nicht an die Macht und verbieten diese undeutsche Unterhaltung wieder. So etwas wie LGPT passt ja nicht in ihr beschränktes Weltbild,
Im Institut Francais schaute ich die Koprodukion von dem Pariser Cabaret La Bouche und dem Berliner Kollektiv The Velvet Creepers an.
Das war Cabaret mit Gesang, Tanz, Akrobatik und einer gehörigen Portion Burlesk. Leider adressierten die erotischen Tänzerinnen nicht die männlichen Besucher. Sie bekannten sich alle zu ihrem Lesbisch sein und so meinten sie die zahlreichen weiblichen Besucherinnen.
Spannend anzusehen war die Vorstellung trotzdem.
Wie im Cabaret üblich gab es eine Conférenciers. Die diesen verkörpernde Frau sprach leider fast nur französisch, was aber an diesem Ort wohl passte. Was ich verstand war, dass sie auch vor einem heraufziehenden Faschismus warnte und Lesben, Schwule und andere nicht angepasste zum Widerstand aufrief.
Auch das war Spitze!

- In der brasilianischen Botschaft erklangen klassische Kompositionen des Landes aus dem 19. und 20. Jahrhunderts.
Als eurozentristischer Musikliebhaber habe ich KomponistInnen aus Brasilien kaum auf dem Schirm.
Samba, Forro und Maracatu sind zwar Tänze und Rhythmen der Folkmusik, die viele Europäer kennen, aber das es auch klassische brasilianische KomponistInnen ist weniger bekannt.
Das Kammerorchester Georg-Friedrich-Händel brachte diese zu Gehör.

1. Chiquinha Gonzaga (1847- 1935) war eine für ihre Zeit ungewöhnliche Frau. Sie schrieb auch sehr populäre Operetten im Wiener Stil.

2. Cesar Guerra-Peixe (1914-1993)

3. Ernst Mahle (1929-2025)

4. Leonardo Cunha (zeitgenössig)

- Mit dem Einkauf unter dem Arm eine Galerie besuchen zu können ist schon ein Privileg. Da wo ich wohne ist das möglich.
Dieses Mal stellte Hennig Haupt in der ep.contemporary aus. Seine sehr farbigen, abstrakten und ausdrucksstarken Arbeiten begeisterten mich auf den ersten Blick. 
Aber eine von den wandfüllenden Malereien konnte ich zuhause nicht gebrauchen, außerdem wollte ich nicht so viel Geld in die Hand nehmen, also nahm ich was Kleines im Format A4 mit.
Gerahmt wird es wahrscheinlich eine Wand im Zimmer meiner Frau zieren, wenn es ihr gefällt.
Die Ausstellung ist noch bis zum 6.Juni zu sehen. 

Henning Haupt, #19370, hinübergreifen (detail), 2026,
120×100 cm, oil on canvas, from the installation “hier und dort”

- Für die Jazz Fans unter euch bietet Arte eine filmische Biografie von Miles Davis. SPANNEND

Drama, Oh Drama!

 08.05.2026

- Wenn ein Film mit dem Titel The Drama daherkommt hoffe ich, dass er mich nicht zu sehr herunter zieht, doch ich verließ die Vorstellung recht erheitert.
Zur Story: Ein Paar beschließt zu heiraten und trifft sich ein paar Tage davor mit Freunden, um die Weine für die Feier auszuwählen. Sie sind schon recht angeheitert, als ihre Freundin den Vorschlag macht, sich die schlimmste Sache zu erzählen, die man/frau angestellt hat.
Als die Braut erzählt, sie habe ein Massaker an ihrer Schule geplant, aber dann doch die Kurve gekriegt und das Vorhaben verworfen habe, da entwickeln plötzlich die Freunde und auch ihr Zukünftiger den Verdacht, sie wäre eine Psychopathin.
Ihre Freundin distanziert sich massiv, weigert sich als Brautjungfer zu fungieren und so wird zwar geheiratet, doch die anschließende Feier entwickelt sich zu einer Katastrophe.
Na ja, zum Schluss versöhnt sich das Paar, also Happy End.
Da die Figuren außer der Braut aber total überdreht agieren, hatte ich viel Spaß, es war lustig anzusehen, wie ihre Gedanken sich im Kreis drehten.. Ein typischer US Film mit einem typischen US Thema, manchmal denke ich, die spinnen, die Amis. Doch Vorsicht, Schulmassaker gab es auch bei uns.

Die Meinung der Anderen: epd, NDR, taz, Rheinische Post

- Schon wieder Kino und schon wieder ein surrealistischer Film im Scharf-Gerstenberg Museum. In de Dokumentation The Lions by the River Tigris spielen drei ältere Herren die Hauptrolle. Sie bewegen sich in der durch die Kämpfe gegen den IS in Trümmern liegende Altstadt vom Mosul. Diese Metropole des Irak liegt im Norden des Landes.
Die Geschichte: Der eine Herr baut ein Museum von Archefakten der zerstörten Stadt auf, der zweite fidelt zwischen Ruinen und der dritte bewacht die Trümmer seines Hauses vor Schrottdieben..
Wegen diesem etwas absurden Szenariums kam dieser Dokumentarfilm wohl in die Reihe der surrealistischer Filme. Eine RealistIn kann bei den Bildern einer solchen zerstörten historischen Altstadt nur heulen. Aber da hilft der Surrealismus Hoffnung zu schöpfen.

Die Meinungen der Anderen: InDieKino, 

- Zwei Freunde bereisten öfter Albanien und schleppten mich in einen albanischen Film mit dem Titel Bota. 
Die Geschichte: Der ziemlich paranoide Staats- und Parteichef der Sozialistischen Volksrepublik Albanien Enver Hoxha (gestorben 1985) sah im Land viele Feinde am Werk. Während seiner Regierungszeit kam es regelmäßig zu Umsiedlungen von missliebigen Familien.
Bei einer solchen Siedlung, mitten im Nirgendwo, steht eine Bude, das Cafe Bota.
Dort spielt die im Heute angesiedelte Handlung.
Juli arbeitet als Tresenkraft in der Bar ihres Onkels, einer etwas zwielichtigen Gestalt. Sie lebt in der Nähe bei einer Verwandten in einer der herunter gekommenen Plattenbauten. Als sie erfährt, dass ihre Mutter liquidiert wurde und ihr Chef die Entschädigung für den Tod ihrer Mutter unterschlagen hat, packt sie ihre Koffer und verlässt den Ort. 
Eine hässliche Geschichte aus einen bitterarmen Land.

- Life Konzerte haben neben der Musik und dem Geschehen auf der Bühne den Vorteil, dass sie, anders als Filme, dreidimensional sind. Ein Vorteil der besonders zum tragen kommt wenn man/frau eine gute Sicht auf die Musizierenden hat.
Ich besuchte ein Konzert des Radio Symphonie Orchester in der Philharmonie. Auf dem Programm standen Kompositionen von US amerikanischen Komponisten.

Leonard Bernstein „On the Town“ – Drei Tanzepisoden
Cindy McTee Adagio für Streichorchester
Samuel Barber Toccata festiva für Orgel und Orchester op. 36
Aaron Copland Sinfonie Nr. 3

Eigentlich nicht meine Lieblingsmusik, ich fand die Stücke etwas zu gefällig. Aber der Dirigent Leonard Slatkin und das Orchester gaben den Affen Zucker und so gefiel mir das Konzert doch.
Besonders spannend war für mich als von unter der Bühne die Orgel herauf gefahren wurde. Ich hatte die Orgel der Philharmonie noch nie bemerkt. Die Steuerung der Pfeifen an der Stirnseite des Raumes erfolgt elektronisch.
Manuale, Pedale und Register wurde von Cameron Carpenter genial bedient

- Wenn ihr mehr über den Wiederaufbau der Ruinen von Mosul wissen möchtet, eine Doku von arte.

Real - Surreal

 09.04.2026

- Im Scharf-Gerstenbergmuseum, das surrealer Kunst als Schwerpunkt hat, gibt es eine Filmreihe, die sich das selbe Genre vornimmt.
Wer bei Surrealismus an die Kultur Strömung der zwanziger Jahre des letzten Jahrhunderts denkt, denkt nicht falsch, aber die Bewegung findet bis heute NachfolgerInnen. Vielen KünstlerInnen ist die Realität zu simpel.

Dieses Mal ein Film, der die Entstehung eines Films zum Thema hat.
Die Geschichte von King Kongs Faust: Ein wenig erfolgreicher Filmjournalist sieht im Rahmen der Berlinale einen Stummfilm, dessen Regisseur als verschollen gilt. Also beginnt er zu recherchieren, erfährt den Namen und hofft auf eine finanziell lukrative Geschichte.
Doch als er dabei nicht viele Fakten findet, beginnt er die Lücken fantasievoll auszufüllen. Die so entstehende Legende kann er gut verkaufen und er dreht einen Film. Fake News aus dem Jahr 1984!

- Eine
Solo-Performance im Radialsystem. Maria Kalesnikava beschrieb sprachlich und tanzend die Zeit in einem Gefängnis in Belarus. Dort landete sie weil sie gegen den Präsident Lukaschenkow positionierte. Es dauerte fünf Jahre, bis sie entlassen wurde und ausreisen konnte.
Ihre Vorführung war eindrücklich. Sie wollte sich damit auch bei den Menschen bedanken, die sie wärend des Knastaufenthalts unterstützten, die für ihre Freilassung demonstrierten. 

- In der kleinen sympathischen Galerie Wolf & Galentz nah beim S-Bahnhof Wollankstraße schaute ich die Gedenkausstellung für den kürzlich verstorbenen Künstler Michael Ley,  Spannende Arbeiten waren zu sehen, hauptsächlich gemaltes, aber auch Skulpturen. Diese waren bei Preisen ab 130 € durchaus erschwinglich.
Wer Tapetenwechsel auf der Wand wünscht und es sich leisten kann, sollte die Galerie besuchen.
Außerdem finden dort regelmäßig Konzerte aus der Reihe Soundscapes statt. Ich hörte die 50ste Ausgabe.
Aus diesem Anlass wurden Schnittchen und Sekt gereicht und von einer lustigen Combo improvisierte Musik geboten.
Die Musiker waren; Frank Gratkowski Bassklarinette, Klarinette, Flöte, Wilbert de Joode Kontrabass, Olavi Louhivuori Schlagzeug, Libero Mureddu Keyboard, Electronics, Harri Sjöström Sopran- & Sopraninosaxofon, 
Sichtbare und hörbare Kunst verwoben sich zu einem schönen Abend.









- Im
richtigen Kino sieht man/frau hoffentlich den richtigen Film.
Im delphi Lux sah ich Paris Murder Mystery.
Eine Komödie mit Ausflügen in den Ernst des Lebens.
Mit Judie Foster und Daniel Auteuil hochgradig starbesetzt. Sie ist Psychologin und er Augenarzt und sie sind ein getrennt lebendes Paar aus dem jüdischen Milieu von Paris.
In ihrer beruflichen Arbeit ist sie etwas eingeschliffen, so überhört sie Warnhinweise auf die Selbstmordabsichten einer Patientin. The worst case für jede Analytikerin.
Ihre Schuld an den Suizid versucht sie zu verdrängen, indem sie eine Mordgeschichte imaginiert. Um den Täter zu finden tut sie sich mit ihrem Ex Mann zusammen und ihre Liebe flammt dabei wieder auf.
Sie finden die Täterin natürlich nicht, denn es gibt sie nicht. Das muss sie zu Schluss einsehen.
Aber Ente gut Alles gut, sie fühlt sich zwar schuldig am Tod ihrer Patientin, wird dadurch aber milder, sie versöhnt sich sogar mit ihrem Sohn.
Und Schluß Aus; - Happy End!

Kritik der Anderen: epd, NDR, - Ein Interview mit der Regisseurin aus der TAZ

- Es gibt in der Welt auch richtig herausragende Regisseure und spannende Filme, zum Beispiel von Pedro Almodovar. Bei arte in der Mediathek könnt ihr sie anschauen.