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Stumm mit Ton

16.05.2012

Im Froschkönig in Neukölln zeigen sie regelmäßig Stummfilme mit Klavierbegleitung. Diesmal war der Spielfilm von Buster Keaton The Three Ages dran.
Darin erzählt er vom Liebesleid in der Steinzeit, bei den Römern und in der Moderne. Im letzten Teil bekommt er die Angebetete.

Eine einfache aber nette Geschichte.
Dazu klimperte das Piano live. Diese Reihe wird von Laufende Bilder e.V. organisiert.
Ein tolles Programm, mit ausgewählten Klassikern des tonlosen Films, bei instrumenteller Begleitung wird geboten. Dafür lohnt der Weg ins Ghetto Neukölln.
Nur Vorsicht, frühzeitiges Plätzebesetzen ist angesagt! Und das Tollste, der Eintritt ist frei, aber der Hut geht rum.

 

Buchdeckelklappern

12.05.2012


Wir zogen wie letztes Jahr auf die Lange Buchnacht Oranienstrasse . Dort kann man / frau sich das selber Lesen ersparen, es wir vorgelesen. Meist bieten die Leseorte ein Dach über dem Kopf, günstig gute Getränke und machmal auch Kulinarisches. Über vierzig Orte mit bestimmt 200 Lesungen waren diesmal dabei.Gemeinerweiser können wir uns nicht teilen und trennen wollen wir uns schon garnicht. So begann ich mit meiner Liebsten den Abend in der Spelunke Elefanten direkt am Heinrichplatz.

Leider war es wie fast überall brechend voll und so lauschten wir meinen herzallerliebsten Brauseboys im Stehen. Sie trugen erbauliche Geschichten aus ihrem Leben und aus dem Wedding vor.
Nervig war aber, dass wie fast überall in SO36 in den Kneipen geraucht wurde.

Naja, auf die Art hat man wenigstens einen guten Grund am nächsten Tag Haare zu waschen und Klamotten zu wechseln.
Wir zogen in die nächste Lokalität. Im Drogengeschäft Schnapphahn war es sehr viel ruhiger, Stühle waren frei und es wurde nicht gequalmt. Es war gemütlich und ich traf auch noch einen Bekannten aus Häuserkampfzeiten. Der erste Vortragende trug Poesie einer kanadischen Autorin vor.

Vom Inhalt her bekam ich Angt, dass ihr Selbstmord nicht fern ist. Aber ihr deutscher Verleger trug ihr Werk so wacker vor, dass vieleicht noch Hoffnung besteht.
Der Nächste war ein Autor selbst. Florian Günter ist auch Herausgeber der Zeitung Drecksack.

"Ja Frauen sind schwierig ..." war eine seiner zentralen Aussagen. Da kann Mann ja nur zustimmen. Sehr spannend fand ich seine Texte nicht, aber wegen der heftig prolligen Sprache hatten die anwesenden BildungsbürgerInnen wenigsten was zu lachen.
Es folgten Johannes Jansen und Scardanelli. Nach deren Lesungen hatten wir genug vom Weltschmerz und leckeren Rotwein genascht und ließen uns von der BVG nach Hause tragen.

Beuys aus Moskau

05.05.2012


Wow, das Hau bot mal wieder Spannendes.

Im kleinsten der drei, im Hau3, besuchten wir Krisis  vom Joseph Beuys Theater und dem Teatr.Doc, beide aus Moskau.
Das war kein Theater im traditionellen Sinn, sondern eher eine Publikumsbefragung. Die, die am Anfang auf der kleinen Bühne saßen, waren auch keine Schauspieler.

Einer war Psychologe. Ihr Ziel war es uns zum Erzählen zu bringen.
Der Beginn war etwas stockend. Die Bühnenbesatzung erzählte mit Übersetzung von persönlichen Krisensituationen und wie sie damit umgeht. Z.B. berichtete der Psychologe von den rassistischen Überfällen auf kasachisch aussehende Menschen wie ihn. Um sich zu schützen trägt er in Moskau eine Pistole in der Jacke.

Dann waren wir dran. In einem etwas langwierigen Auswahlverfahren wurde dann vom Publikum jemand gewählt, der etwas über eine Krise im Leben erzählen wollte. Ich wurde gewählt und erzählte ein Geschichte über Liebe und Verlust.
Ganz im Sinn von Beuys: "Jeder ist ein Künstler".
Meine Liebste und ich fanden den Abend gelungen, einige BesucherInnen waren etwas verwirrt. Eine reale Schwierigkeit stellte die Notwendigkeit der dauernden Übersetzung dar.

Der Inspirator mit Hut

Hummel Bummel

28.04.2012

Da meine Liebste behauptete, in Hamburg wäre immer schiet Wetter, wollte ich sie vom Gegenteil überzeugen. So reisten wir mit der Bahn an, um Hafenluft zu schnuppern.

Wir hatten das schon einmal von mir bewohnte Hotel Hafentor gebucht. Das ist ein nicht sehr ansehnlicher Bau aus den fünfziger Jahren, aber die Zimmer sind in Ordnung und die Preise für Hamburg erträglich. Unschlagbar gut ist die Lage an den Landungsbrücken

Im Raum fühlten wir uns nicht beengt und sogar das Doppelbett war ein französisches. Nach leidvollen Nächten auf der Besuchsritze bestehe ich darauf.
Aus unserem Zimmer im 4. Stock genossen wir sogar freien Blick auf die Elbe. Lange hielten wir uns damit nicht auf.


Gleich bei der Sünde wohnhaft wollten wir diese zuerst erkunden. Wir hatten dies unter Obhut einer Führerin von Stattreisen Hamburg. Diese war eine echte Sankt Pauli Pflanze. Die Tour stand unter dem Motto: "St. Pauli-Quickie – in 66 Minuten über die heiße Meile".

Denkt Mann bei dem Stadtteil an käuflichen Sex liegt er nicht ganz falsch. Seit dem der Hamburger Hafen viele Seeleute in die Straßen spülte, werden deren Bedürfnisse von Kneipen und Dirnen befriedigt. Die Gegend war immer ärmlich, die Männer arbeiteten im nahen Hafen als Schauerleute, die Frauen verdienten im Dienstleistungsgewerbe etwas dazu. Daran änderte sich erst durch den Containerverkehr etwas, ärmer wurden die BewohnerInnen dadurch.

Doch der Mythos lebte in Filmen, Liedern und Pornoheftchen fort, aber die Jobs fielen weg und durch kurze Liegezeiten verschwanden die Seeleute als Kunden. Als sich dann HIV verbreitete, blieben auch andere Klienten weg. Zunehmend wurde der Kiez, wie der / die St. PaulianerIn den Bezirk nennt, auch Zielscheibe der globalisierten Kriminalität. Zwischen den alteingesessenen und den internationalen Banden kam es zum Krieg um die Futtertröge Prostitution und Drogen.

Trotz dem Widerstand der offensichtlich korrupten Polizei setzte sich die Globalisierung mit Waffengewalt und Geld durch. In dem Bericht des NDR wird dieser Krieg jedoch nur aus Polizeisicht dargestellt.
Durch die Entwicklung Hamburgs als Musicalstadt kommen heute jedoch wieder viele TouristInnen in die Stadt. Die Herbertstrasse  hat trotzdem überlebt.

Sonst hat sich der Kiez modernisiert. Auf der Reeperbahn gibt es z.B. die Boutique Bizarre, die Sex Spielzeug für jeden Geschmack und jedes Geschlecht anbietet. Im angesagten Club Herzblut auf der Reeperbahn opfern Touristinnen auch gerne den BH für die Deko.

Die zum großen Teil weiblichen Besucher haben natürlich andere Bedürfnisse als sexuell ausgehungerte Seebären. In Olivias Club müssen die Männer sogar draußen bleiben. Wie die Mädels sich beim Männerstrip benehmen, kann Mann auf YouToube betrachten.

Wir wurden dann auch noch in die Strasse Große Freiheit geführt. Dort reiht sich Sexclub an Sexclub. In einem, dem Starclub, begann eine Band aus Liverpool ihre Karriere. Sie spielten für wenig Geld zwischen Striptease Nummern ein paar Songs und das von nachmittags bis zum Morgen. Heute erinnert nur noch ein Relief an den Auftrittsort der Pilzköpfe. Die doofen Hamburger haben ihn nach einem Brand nicht wieder aufgebaut.
Der Ort wäre ein Besuchermagnet.

Zum Schluss der SexiSex Minuten Rundgang fanden wir uns auf dem Hans-Albers-Platz wieder. Das Denkmal zu seinen Ehren hat Jörg Immendorf geschaffen. Hans Albers hatte ja Sankt Pauli besungen und in den Dreißigern weltweit bekannt gemacht. Heute ist das Bild des Stadtteils jedoch eher durch die Rebellion gegen Vertreibung und durch einen witzigen Fußballclub in den Schlagzeilen.
Wir beklatschten am Ende die Führerin.

Moin, Moin

29.04.2012

Hamburg begrüßte uns mit recht gutem Wetter.
So beschlossen wir unser Kulturziel zu erlaufen, zu Fuß sieht man / frau mehr.
Um die Ecke vom Hotel bot sich uns gleich ein typischer Ausblick auf die Immobilien Spekulanten Stadt. Im Hintergrund seht ihr das Prestige und Pleite Projekt der Stadt. Durch die Elbphilharmonie ist Hamburg auf Jahrzehnte Pleite und ein Fertigstellungstermin ist noch nicht in Sicht.

Nicht nur Berliner Politiker schenken Milliarden Steuergelder an Baulöwen und fahren "Innovationen" an die Wand.
Er kann gut Sprüche klopfen, macht ihn zum Bürgermeister, scheint in Hamburg und Berlin das Stadtmotto zu sein.
Doch gibt aus HH auch Positives zu berichten.
In einem Park entdeckten wir diese Grillautomaten. Sie garen für einen Euro ihr Grillgut. Abfall wird vermieden und sie brauchen keinen Grill zu schleppen.

Im Gegensatz zu den tumben Berliner Bezirksämtern, die Grillen verbieten, scheint dies eine interessante Alternative zu Kohlegestank und Müll.
Doch ich will Hamburg nicht allzusehr loben.
Auf dem Weg zu unserem Ziel liefen wir an den Fleets entlang.

Das sind Kanäle, die früher zum Lastentransport zu den Speichern genutzt wurden. Heute sind ihre Ufer von architektonisch einfältigen und langweiligen Büro / Wohnkomplexen gesäumt. Wenig urban war die Situation auf dem ganzen Weg. Am Sonntag sahen wir bis auf wenige Touris, wie wir, keine Menschen auf der Straße. Es ist ein totes Quartier. Rechts haben Obdachlose den Eingang eines Hauses bezogen, dessen Mieter verzogen sind.


Dieser Teil von Hamburg ist fast so hässlich, wie der Entwurf des zukünftigen Stadtschlosses in Berlin. Auch nicht gerade originell, aber zu mindestens ansehnlich ist ein Teilstück, wo ein Architekt in den zwanziger Jahren versucht hat Venedig nachzubilden.

Ein schönes Stück Hamburg ist die Binnenalster, die wir dann passierten. Der Uferweg ist malerisch, Cafés laden zum Verweilen ein, Dampfer tröten und Entchen ziehen ihre Jungen auf.
Die Häuser am Ufer protzen jedoch mit dem Reichtum ihrer BesitzerInnen.

Die Gegend ist etwas SchickiMicki, aber die bezaubernde Seepromenade wiegt das bei gutem Wetter auf.
Und am Ende erwartete uns auch unser Ziel, die Hamburger Kunsthalle.
Diese zeigte Werke von Louise Bourgeois. Die wollte ich sehen.


Schon auf dem Vorplatz begegnete uns ein Werk von Frau Bourgeois. Ihre Riesenspinne ist auf alle Fälle für Menschen mit Aranchophobie ein Angstmacher.

Im Eingangsbereich  begrüßte uns eine Portraitvase von Tobias Rehberger. Den kannten wir aus Turku und Venedig als Baumeister von stylischen Museumscafes.
Die Vase von 2004 soll den Kunstmäzen Hubertus Wald darstellen.


Ich bin nicht sicher, ob die Vase für einen Fahndungaufruf  nach Herrn Wald taugen würde.

Dann gingen wir in die Räume, die Frau Bourgeois  Kunst enthielten. Die Dame ist 1911 in Paris geboren und war lange international wenig bekannt. Sie verließ Frankreich vor der Besetzung durch die Deutschen Richtung USA. Dort wirkte sie als Lehrerin an einer Kunstschule. Erst 1992 auf der Documenta gelang ihr der internationale Durchbruch. Eines ihrer großen Themen war ihre Familie. Ihre Spinnen stellen ihre Mutter dar, als fürsorgliche Weberin. Ihren Vater hat sie wohl weniger gemocht.
Hier eine Auswahl von dem was wir sahen:


Leider wurde nur sehr wenig von ihren Arbeiten gezeigt. Die eher kleinformatigen Werke im ersten Raum gefielen mir ganz gut. In zweiten Raum entdeckte ich einen mehrere Quadratmeter großen Gitterkäfig. In dem standen Stühle, auf denen Glaskugeln ruhten. Vielleicht stellte sie damit die Situation in ihrer Familie dar. Sie wäre dann die kleine blaue Kugel. Diese Installation gefiel mir sehr gut. Der Name der Installation Passage dangereux - Gefährlicher Weg war auch das Motto der Ausstellung.

Architektonisch ist die Hamburger Kunsthalle ebenfalls interessant.

Nach dem Heimweg und einem Nickerchen im Hotel speisten wir in einem netten Restaurant im portugiesischen Viertel, in dem wir wohnten. Das Lusitano ist in einem Kellerlokal untergebracht und hat wenige Plätze, so dass abends unbedingt ein Tisch vorzubestellen ist.

Wir aßen natürlich Fisch und waren total zufrieden. Das Restaurant ist ein Familienbetrieb, hier kocht die Mama und das tut sie fantastisch. Der Wein war auch sehr lecker. Unbedingt beim nächsten Besuch in Hamburg besuchen.

So hatten wir uns eine Grundlage geschaffen, um etwas Alkohol zu konsumieren. Wir liefen noch einmal über die Reeperbahn. Der Spaziergang endete im La Paloma am Hans-Albers Platz. Die ist so alt wie ich (60) und wirbt mit dem Spruch: "Vorsicht - nichts für Kontaktscheue!".

In ihrer wechselvollen Geschichte gehörte die Kneipe auch mal dem Maler Jörg Immendorff. Der, erzählte unsere Stadtführerin am Vortag, gerne morgens mit Huren im Arm in seinen Laden kam und ein paar Linien Kokain in die Nase zog. Wir waren wohl etwas früh dran.

Als wir nach drei Stunden nach Hause gingen, war noch nichts allzu Verrücktes passiert. Aber es gab schon ordentlich was zu gucken. Neben uns saß ein Grüppchen von Marathon Läufern aus einem kleinen Ort bei Frankfurt, die ordentlich soffen und die Sau rausließen.

Ab und zu kamen Bordsteinschwalben rein, um was zu trinken. Es war wohl noch nicht Zeit für die große Sause. Nächstes Mal bleiben wir länger.

Elbe Ahoi

30.04.2012

An diesem Tag erkundeten wir die Elbe und das Hafengebiet. Am liebsten hätte ich eine Hafenrundfahrt bei Stattreisen gebucht, doch die fahren erst ab Mai. Die anderen Anbieter waren mir zu teuer und außerdem gehen mir die Erklärungen in mehreren Sprachen auf den Wecker.

Ick heff mol en Hamborger
Veermaster sehn ...
Auch sind mir die Kommentare zu kritiklos und zu wenig informativ.
Nachdem wir unser im Supermarkt um die Ecke gekauftes Frühstück verzehrt hatten, Hotelbufetts sind mir zu langweilig, gingen wir zu den Landungsbrücken. Dort halten die Barkassen der Hamburger Verkehrsbetriebe, die so etwas wie die Vaporetti von Venedig sind. Früher transportierten sie die Arbeitskräfte zum Hafen und zu den Werften. Heute fahren mit ihnen mehr Touris wie wir und weniger Eingeborene.

Die Touren sind besonders für Familien preiswert und für die Differenz zum Fahrpreis der Hafenrundfahrt kann man schon zu zweit ein kleines Buch über den Hafen erwerben.
Natürlich punktete der am Kai liegende Dreimaster bei mir, auch mit nur drei Masten.

Nach der Lokführer Phase wollte ich als Knirps Schiffsjunge werden und beim Anblick des Seglers krabbelte die Erinnerung hinauf.
Lange mussten wir nicht warten und eine der Barkassen nahm uns auf. Dort stempelten wir unser Tageskarten (9,30 Euro pro Nase) ab.

Wir freuten uns als die Sonne endlich heraus kam, so konnten wir das offene Oberdeck entern. Unser Fahrziel Finkenwerder war mit der Linie 62 ca. eine halbe Stunde entfernt. Langsam entschwanden die Landungsbrücken und wir ließen das Land hinter uns.

Dass auch Hamburger an Bord waren, können wir mit unserem Foto beweisen. So gekonnt kann nur ein Sankt Paulianer seinen Totenkopf Turban binden. Außerdem würdigten er und sein Kumpel die vorbei schwimmenden Attraktionen keines Blickes, sie tranken ihr Bier.

Auch klönschnackten sie ziemlich unverständliches Zeug.
An Steuerbord, für die Landratten rechts in Fahrtrichtung, tauchte ein Dockland genanntes Bürogebäude auf. Das erinnerte mich an ein Kreuzfahrtschiff. Backboard sahen wir Werften und Containerterminals.

Rechts sahen wir die ehemalige Fischauktionshalle, heute eine Kneipe gleichen Namens. Auf dem Platz daneben findet sonntags zwischen 5:00 und 9:30 der Hamburger Fischmarkt statt. Ein bunter Markt, wo man / frau am Besten nach dem Kneipenbummel auftaucht.

Nach einem Heringsbrötchen und einem letzten Bierchen geht es dann ins Bett. Steuerboard sahen wir einen aufgehübschten vorherigem Speicher. Das Gebäude war in ein Wohnhaus umgebaut worden. Am Uferweg standen Tische von Restaurants, das wirkte einladend.

In Finkenwerder angekommen stellten wir fest, dass es sich nicht besonders lohnt hier auszusteigen. Im Dorf entdeckten wir wenigstens zwei schöne traditionelle Häuser, welche aber leider durch eine grässliche Straßenlaterne entstellt wurden.
Wir fuhren bald zurück.

Diesmal verließen wir die Barkasse an der Station Övelgönne. Dort wird ältere Schiffstechnik ausgestellt. Wir genossen Kaffee und Kuchen mit Elbblick.
An einem Imbiss entdeckten wir diesen Aufkleber. "Wenn Schlachthöfe Wände aus Glas hätten, wäre jeder Vegetarier." (Paul McCartney).
Also ich besuchte schon einen Schlachthof und sah, wie Tiere getötet werden und esse trotzdem Fleisch. Der Spruch scheint nicht auf jeden zuzutreffen.

Wir setzten unser Stationenhopping fort und fuhren einei Haltestelle weiter zum Anlegestelle Dockland. Meine Geliebte nötigte mich auf den "Ozeanriesen" und versöhnte mich mit einem schönen Ausblick von oben. Süß klein waren die Menschen am Fuß des Gebäudes. Von oben herab sahen sie aus wie die Plastikfiguren meiner H0 Eisenbahn aus Kindertagen. Doch leider bewegten sie sich. Wenn´s Wetter gut ist, sollte man / frau hier hochsteigen.

Weiter gingen wir erstmal zu Fuß flussaufwärts. An der Elbe befindet sich eine Gruppe von Lagerhäusern, in denen Fisch gehandelt wird. Manche haben Imbisse / Restaurants mit lecker frischem Fisch. Wir speisten in der Fisch Beisel. Die Gerichte waren sehr appetitlich.

Vorsicht, die Läden haben meist nur bis 16:00 Uhr geöffnet! Auf dem Weg zum nächsten Schiffsanleger entdeckten wir dieses revolutionär feministische Wandgemälde.

 FrauenFreiluftGalerie
Elisabeth von Dücker, Emilia Mitrovic, Hildegung Schuster
Von der Station Altona ließen wir uns zum Haltepunkt Sandtorhöft schippern. Da standen wir dann direkt vor dem Ruin Hamburgs.


Abends besuchten wir das neue Szeneviertel rund um die Sternschanze. Auf dem vom gleichnamigen U-Bahnhof überfiel uns der kleine Hunger. Schulterblatt 70 endeckten wir dann Schmitt Foxy Food. Hier gibt´s Fastfood endlich lecker. Die Pommes werden aus frischen Kartoffel zubereitet, die Currywurst bieten sie auch in Bio an und die Saucen waren sehr gut. Im Schanzenviertel befinden sich neben dem autonomen Kulturzentrum Rote Flora auch viele Kneipen, vor und in denen junge Leute mit Bierflaschen in der Hand cool rumstehen. Das sah aus wie in der Simon-Dach-Strasse in Friedrichshain und war genauso langweilig für mich. Einzig die zahlreich sichernden staatlichen Gewalttäter sorgten für etwas Spannung, denn es war Walpurgisnacht. Sonst blieb es an diesem Abend ruhig.