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Selbstschüsse in Potsdam

17.10.2015

Wieder mal ins Hans-Otto-Theater nach Potsdam.
Wir zogen jedoch schon Mittags gen Osten.

Zuerst besuchten wir das Fluxus + Museum im Areal an Schiffbauer Damm, den einzigen musealen Ort für moderne Kunst, im ansonsten in dieser Beziehung komplett unterbelichteten Potsdam.
Der Stadt reichen wohl die Schlösser der preußischen Blutsauger.

Fluxus war eine Kunstbewegung der sechziger Jahre des zwanzigsten Jahrhunderts, die laut Wikipedia nach Dada der "zweite elementare Angriff auf das Kunstwerk, das im herkömmlichen Sinn negiert wurde und als bürgerlicher Fetisch galt."
Solche Versuche von KünstlerInnen sich dem bürgerlichen Kulturbetrieb zu verweigern werden jedoch von ihm als Innovation aufgenommen und integriert. Und die KünstlerInnen wollen ja Überleben und so lassen sie sich einsaugen und ihre Werke werden bürgerlicher Fetisch.
Mich trieb besonders der Name Wolf Vostell dort hin, er ist einer meiner Favoriten. Ich lernte seine damals provokativen Arbeiten schon in den 68ern kennen und mögen. Ihm ist im Museum eine Abteilung gewidmet.

Doch zuerst schlürften wir Kaffee im angegliederten sympathischen Museumsshop. Leider ist dort die Willkommenskultur, wenn er / sie ein natürliches Bedürfnis verspürt, recht unterentwickelt oder der Neoliberalismus ist dort aufgeschlagen.

Dort stand auch ein bemerkenswerte Versuch mit Kunst Geld zu verdienen. Der etwas hässliche Vogel mit Namen "Berg Getüm" von Johannes Heiner fing nach dem Einwurf von einem Euro an quietschend mit den Flügeln zu schlagen. Man / frau kann das Monster aber auch für 8.900 Euro erwerben. Dann fehlen nur 8900 Verrückte wie wir, die das Untier füttern, um die Kosten wieder rein zu holen.


Das + im Namen des Museums erklärt sich dadurch, dass es Fluxus nicht nur rückwärts gewand abbildet. Es präsentiert auch KünsterInnen, die an einer Fortschreibung der Bewegung arbeiten.

Wunder der Schöpfung, 2014
Zusätzlich werden im atrium Sonderausstellungen gezeigt.
Wir sahen dort von Gisela Schlicht - Aller guten Dinge sind drei, Spielarten des Triptychons.
Dreitafelbilder sind eine traditionelle Art Farbe zu verteilen. Spannende Arbeiten für den geteilten Blick.

Im Museum suchte ich zuerst die Arbeiten von Vostell. Der griff in den sechzigern auch die Konsumgeilheit der Deutschen an. Er verarbeitete Luxusautos und das Allerheiligste den Fernseher in seinen Kunstwerken. Als er in einem Steinbruch Fernseher mit einem Gewehr zerschoss bracht der Volkszorn über ihm zusammen. Auch der Brunnen mit zwei in Beton gegossenen Cadilacs in Halensee erregte aufsehen.

Sonst war ich sehr überraschte, wie viele uns bekannte KünstlerInnen sich zu Fluxus bekannten, darunter Niki De Saint Phalle, Christo und Yoko Ono.Viel interessante Kunst kam uns unter die Augen. Oft mit einem Augenzwinkern gepaart.

Benjamin Patterson, 2007
yes folks, we are major player
Nam June Paik, 1990
Dharma Wheel Turns
Ben Patterson, 1990
Kontrabass + Orchesta
Constantino Ciervo, 2009, Profit
Wolf Vostell, 1993
TV Sara-Jevo
Pavel Schmidt, 2010
Entschließung

AY-O, 1970, Rainbow Hokusia

Kunst macht Appetit und so verbrachten wir danach einige Zeit in unserem Lieblingsrestaurant Butt. Wie immer genossen wir das vorzügliche Fischangebot . Irmel. verspeiste leckere Schollenfilets mit Speck und Bratkartoffeln, ich wagte mich an Hechtklöße.
Die sahen nicht so ansehnlich aus, ihre Konsistenz war ein wenig wabbelig, aber sie schmeckten fantastisch.

Im Theater sahen wir abends das Stück "Nur Pferden gibt man den Gnadenschuss".
In unserer Jugend hatte uns der gleichnamige Kinofilm stark beeindruckt. Er beschreibt einen Tanzwettbewerb, in dem das Paar dem Preis erhält, das am längsten durchhält. In der damaligen Wirtschaftkrise waren Menschen schon für eine warme Malzeit am Tag bereit sich sollchen Strapazen auszusetzen.
Den Film wurde von Sydney Pollak im Jahr 1969 gedreht. Er beruht auf dem Buch von Horace McCoy geschrieben nach der Bankenkrise 1932. Diesen mit einem Theaterstück zu vergleichen, ist wohl nicht angemessen und was das Hans-Otto Theater abgeliefert hat, war bestenfalls ein müder Abklatsch.
Ich hatte das Gefühl, dass die Handlung von Regisseur Niklas Ritter und der Dramaturgin Nadja Hess nie richtig ernst genommen wurde. Vielleicht hätten sie zur Einstimmung mal ein paar Wochen bei den Menschen in Afrika verbringen sollen, die unseren Eletroschrott  recyclen, um ein Gefühl für hässliche Fratze des Kapitalismus zu bekommen. Alternativ wäre auch eine Aktualisierung in Richtung Casting Show drin gewesen, aber so wurde ich nicht zufrieden gestellt.
Die Schauspieler bemühten sich dem vermurksten Stück etwas Sinn zu geben, doch wie sollten sie gegen die Regieeinfälle anspielen.

Foto: HK Böhme
Kritiken der Anderen: KulturradioMärkische Allgemeine,

Alle anderen Fotos: Irmeli Rother

Zehn Orte in Friedenau

11.10.2015

Unter dem Titel Südwestpassage findet ein mal im Jahr die KulTour durch Friedenau statt, Ateliers, Galerien, sogar Arztpraxen und Cafés zeigen Kunst und so.
Irmel und ich erradelten mehrere Orte.

1. Wir begannen im recht neuen Frau Maus Café (Rheingaustr.4).Dort stellte Kristin Loos  Fotografien aus, die uns teilweise sehr gut gefielen. Sie nutzt Programme zur Bildbearbeitung und legt damit Fotos in Ebenen übereinander. So entstehen verblüffende Perspektiven.


2. Im Papieratelier von Claudia Maiwald (Odenwaldstr.13) bekamen wir viel bemaltes Pappmaschee zu sehen. Vieles gefiel uns uns ich kaufte ein Geburtstagsgeschenk für (wird nicht verraten). Die Künstlerin biete auch Kurs zum Pappmatschen an.



3. Die Galerie Alles Mögliche (Odenwaldstr.21) präsentierte Silence Echo von Paula Mohr. Richtig spannende Montagen war zu sehen. Unten vereinte sie eine Wimpernzange mit einem Spatzenflügel.


4. In einer Arztpraxis (Stubenrauchstr. 4) zeigte Dieter Pilger seine abstrakte Malerei. Die Arbeiten des Autodidakten gefielen uns.



5. In der Tradition des Dada stehen die Arbeiten von Tinka Bechert (Stubenrauchstr.72). Ihre Asemblage sind ansehnlich und haben Witz


6. Der wohl "verrücktteste" Ausstellungsort war felix AudioVision (Südwestcorso 63a). Wir betraten eine Wohnung, bis unter die Decke mit Audio- Videoequickment voll gestellt. Zum Teil antiquarische Gerätschafft. Herr Horst Felix Palmer begrüßte uns an der Tür. In einem Raum zeigte er eine Videoinstallation. Beim Rundgang durch die anderen konnten wir vor Staunen kaum den Mund schließen.


7. In einer Naturheilpraxis (Stubenrauchstr.36) zeigte Stefan Hertzke Fotografie und Skulptur. Seine Fotos waren auch in unterschiedlichen Größen zu erwerben. Das Bild einer Mole am Strand hing bald danach in der neuen Wohnung meiner Liebsten. Unten seht ihr Beispiele solcher Fotominis, die er euch gerne verkauft.

Foto Stefan Hertzke






8. Jörg Schmiedekind (Sieglindestr.5) präsentierte Berliner Stadtlandschaften unter dem Titel Abseitige Vegetation zwischen Brandwand und Autobahn. Sogar in seiner Küche hingen sie.



9. Die Malerin Doris Hinzen-Röhrig und die Fotografin Silvia Sinha stellten gemeinsam aus (Illstr.14). Sie treten öfter im Doppelpack auf. Wir kennen beide von verschieden Ausstellungen und meine Hausfotografin mag Fr. Sinha besonders.




Foto Silvia Sinha
10. Die letzte Station war ein Friseurladen ( Rheinstr.18) in dem eine mir gut bekannte Fotografin Monika Behringer ihre neue Serie zeigte. Wir sahen schöne romantische Arbeiten.


Foto Monika Behringer
Voll den Kopf mit guten Kunst gefüllt, füllten wir in einer TapasBar unseren leeren Magen.

Alle Fotos  ohne Beschriftung sind von Irmeli Rother.

Großnasen, Porno und Gewalt

26.09.2015

Die  Volksbühne ist oft für Überraschungen gut. Diesmal eher eine positive.
Eine große Videoinstallation ohne lebendige DarstellerInnen in einem Theater, das ist gegen den Strich gebürstet.
Vater Paul McCarthy und Sohn Damon McCarthy haben für Rebel Dabble Babble fast alle Sitze aus dem Theater verbannt. Mindestens zehn Videos werden gleichzeitig an die Wände projiziert und in der Mitte des abgedunkelten Raumes steht ein zweistöckiges beleuchtetes Haus.

Das "Stück" kreist sehr weitgehend um Hollywood und James Dean, Sal Mineo, und Natalie Wood. Papa und Sohn McCarthy haben große pockige Nasen angeklebt und sind in vielen Videos als sichtbare Kameramänner unterwegs. Teilweise spielen sie aber auch direkt mit.
Die an die Wände geworfenen Videos sind relativ kurz (ca. 4-6 Minuten) und laufen in Endlosschleife. Sie zitieren Hollywood, es gibt gewaltsame Szenen, teilweise aber auch Slapstick, z.B. bietet eine Dicknase einer Frau einen Stuhl an, wenn sie sich setzt zieht er ihn weg. Danach bringen sie sich wechselseitig mit Besteck um.
Die passende Beschallung ist natürlich bei parallel laufenden Filmen schwierig. Mal ist das eine Video lauter, mal das andere, daraus entsteht eine gewisse Kackofonie.

Ein längerer Film wurde im Haus gezeigt.
Ein Porno mit einem James Dean Double in der männlichen Hauptrolle.
Die beiden McCarthys waren als Kameramänner ganz nah dran.
Die anderen ZuschauerInnen standen mit mir an den Fenstern und betrachteten neugierig das Geschehen. Wann kann man/frau schon mal einen Sexfilm im heiligen Kulturtempel Volksbühne ansehen. Da verstand ich weshalb an der Tür zum Saal eine "Nicht Jugendfrei" Warnung stand.

Mir gefiel die Videoinstallation recht gut, im Gegensatz zu den TheaterkritikerInnen unten. War halt kein Theater! 



Kritiken der Anderen: Nachtkritik, Deutschlandfunk, Tagesspiegel, Neue Züricher Zeitung,

Tag- und Nachtgleiche in der Nollendorfstraße

23.09.2015

Unter dem Titel " Equinox - The Astronomical Fall" eröffnete die Ballery Gallery eine Gruppenausstellung mit den HauskünstlerInnen zum einjährigen Jubiläum.
Die Stimmung war wieder gut in meiner kleinen Lieblingsgalerie um die Ecke.
Gezeigt wurden Arbeiten von: Brandt Parker, Sadie Weis, Margarita Morales, Patrick Henne, Jill Tegan Doherty, Valentina Bardazzi, Sabatino Cersosimo, Dale Grant, Julija Goyd, Ana Bathe, Annalu, Winston Torr, Stefano Bosis, Rosario Salerno, Stefanie Schneider, Jessica Einaudi.
Darunter auch zwei Facebook "FreundInnen"  Jill Tegan Doherty und Sabatino Cersosimo mit tollen Arbeiten.
Besonders fielen mir die Bilder von Valentina Bardazzi auf. Ein wenig hart und bizarr aber richtig gut.

"villa fiorita"- 2012 - 80 x 50 cm, pencil and coffee on wood
Der krönende Abschluss war ein Auftritt der "la Pustra", einem Wesen das eine englische Moritat sang. Der/die/das kam gut rüber.

Newest Jazz Jam

22.09.2015

Endlich gibt es eine neue frische Jazz Jam Session und dazu noch fast bei mir um die Ecke. Im neu renovierten ZigZag Club nah beim Innsbrucker Platz findet dieser seit neustem regelmäßig am Dienstag statt.

Eröffnet wurde diese von einem Trio Uri Gincel - piano, Yonatan Levy- bass, Tobias Backhaus - drums. Tolle junge Jazzer, die folgenden MusikerInnen waren aber teilweise ebenbürtig. Bei der Menge an spielwütigen meist ebenfalls jungen Talenten durfte nur jeweils bei zwei Stücken mitgejammt werden. Es wurde so ein abwechslungsreicher und spannender Abend. Hingehen lohnt sich!


Arte Bolonese Berlinese

15.09.2015

Das es quasi bei mir um die Ecke ein, von mir bisher unbemerktes Juwel der Industrie Architektur gibt, verwunderte und begeisterte mich.
Das um 1900 gebaute Postfuhramt West liegt zwischen Belziger Strasse und Potsdamerstrasse. Mit vielen Rundungen und Terrassen wirkt es trotz der profanen Aufgabe verspielt.
Eine Kunstausstellung im Erdgeschoss und im Parkuntergeschoß versuchte es ins öffentliche Bewusstsein zu befördern.

Obwohl ich mit denen, wie bei mir und in jedem Menschen vorhandenen Vorurteilen versuche selbstkritisch umzugehen versuche, brachen diese, bei dieser Ausstellung voll durch. Macrocosmi - Ordnung anderer Dinge wäre als Beispiel italienischer Schlamperei und Schlendrian gut zu gebrauchen.
Das liegt sicher nicht an den KünstlerInnen.
Zum Zeitpunkt der Eröffnung waren die Kunstwerke nur zum Teil vorhanden, mit Kreide waren die Namen der Kreativen schlecht lesbar an die Wände gemalt, Videos liefen in lichtdurchfluteten Räumen und als Gipfel der Schlamperei fehlte an der Bar der Korkenzieher, also gab es noch nicht mal Wein.

Der einzige Lichtblick war eine zwar nur mäßig inhaltsvolle, aber hübsch anzusehende Performance Medulla "pain is a mind mistake". Irgendwie ging es um schwarz und weiß, wobei schwarz den Vorteil hatte, das es in Form von reichlich vorhandener Farbe anwesend zu sein. Es war wohl der Sieger des Wettstreits.
So sahen Annalu + Tiziana Cera Rosco am Ende ziemlich besudelt aus und die Kleider mussten wohl gründlich gewaschen werden.

Eine spannende Arbeit, die auch noch mit dem Namen der Künstlerin versehen war, entdeckten J. und ich später.
Gianna Moretti hatte ein Foto aufgeschnitten und Fäden an die Schnittkanten genäht.
Eine Stunde nach der Eröffnung gab es dann wenigstens Wein.

Wir schauten uns noch mehr im spannenden Gebäude um und entdeckten eine gesplitterte Scheibe, durch die ich das Haus fotografierte.


Die KünstlerInnen waren: Saâdane Afif, Jofroi Amaral, Erik Andersen, Andreco, Annalú, Maria Rebecca Ballestra, Arianna Battistella, Mary Bauermeister, Giulia Bersani, Gwenneth Boelens, Colette The Artist, Daniela Comani, Luca Carboni + Gabriel Da Costa, Jean-Ulrick Désert, Noemi Diamantini, Ivan Liovik Ebel, Jens Einhorn, Amir Fattal, Tiziana de Felice, Harald Frackmann, Ettore Frani, Evan Gruzis, Gottfried Jäger, Jia, Pierre Jouve, Vera Lehndorff, LEMEH 42, Daniel Lergon, Friedrich Lippe, Rudolf zur Lippe, mariotti.mazzeo, Maximilian Magnus, Caroline Le Méhauté, Boris Mikhailov, Gianni Moretti, Karl-Kristjan Nagel, Jurgen Ostarhild, Bruno de Panafieu, Naco Paris, Francesca Pasquali, Simone Pellegrini, Alexandra Ranner, Stefano Ronci, Tiziana Cera Rosco, Maria Salvoldi, Ingeborg zu Schleswig-Holstein, Bianca Schroeder, Eli Singalovski, Rainer Splitt, Mike Steiner, Renate Stih Frieder Schnock, Francesca Susca, Christiano Tassinari, Gora Tronsmo, Hansa Wißkirchen, Amir Yatziv

Gerne hätte ich euch Werke von ihnen gezeigt, wenn die peinliche Organisation, das nicht verhindert hätte. So müsst ihr euch wie ich durch die Links klicken, wenn ihr die KünstlerInnen kennenlernen wollt. Es ist schon ein Frechheit die KünstlerInnen so abzuhängen, auch wenn jetzt auf der WEB Seite die ausgestellten Werke zu sehen sind.


Im Doppelpack

03.09.2015

Claudia Kanter, Morgentau
Ein Ausstellung mit einer Malerin und einer Fotografin wurde im Restaurant Zauberflöte eröffnet.
Erstaunlich war das die Malerin ihre Bilder noch nie gezeigt hat. Erst nach der Pensionierung reifte der Entschluss dazu. Beide KünstlerInnen hängten je eine Arbeit nebeneinander und die Paarungen ergänzten sich gut.

Ingeborg Hinz, Sommer
Die Malerin ist Ingeborg Hinz, die Fotografin Claudia Kanter.
Beide zeigen ein breites Spektrum verschiedener Stile ihres künstlerischen Ausdrucks. Mal ist Abstraktes mal Naturalistisches zu sehen.
Das Anschauen der Ausstellung lohnt sich.
Die Öffnungszeiten des Restaurants sind täglich von 17:00 Uhr bis 02:00 Uhr. Genaues erfragt bitte telefonisch.


Das griechische Restaurant Zauberflöte konnte als solches jedoch nicht überzeugen. Der Wein war zwar gut, aber mit sieben Euro pro Glas recht teuer. Das Essen war eher schlecht. Die Vorspeisenplatte ging so, aber die Schweinfilets waren harte, zu scharf gebratene Stücke vom Schnitzel. Außerdem war es meiner Freundin nach den Verzehr von "frischen" Sardinen die Ganze Nacht schlecht. Also besser vorher wo anders essen.

Mit Sonne schippern

22.08.2015

© Vio Mütter
Arno Paulus hatte zu einer Schiffsreise auf dem Werbelinsee eingeladen.
Die Solar Explorer glitt mit Sonnenkraft über den See.
Die aus den Solarzellen auf dem Dach gewonnene Elektroenergie reichte aus, um den Katamaran 1,5 Stunden anzutreiben, ohne auf die Batterien zugreifen zu müssen. Na, die Sonne schien auch reichlich.
Unser Reiseleiter informierte uns derweil über die Technik des Boots und über den ökologischen Zustand des Sees.

Die Schiffstouren finden bis Oktober regelmäßig statt. Man / frau kann sich individuell anmelden und wenn sich zwanzig Personen zusammenfinden geht es los. Der Kahn ist auch insgesamt anzumieten.
Die Konditionen erfahrt ihr über die oben genannte WEB Seite der Solar Explorer.

Da ich gerne mit Dampfern unterwegs bin, genoss ich es lautlos und ohne Dieselgestank über das Wasser zu gleiten.

In Anschluss besuchten wir die Alte Fischerei und ich verspeiste die ersten Maränen meines Lebens.
Diese gehören zur Familie der Lachse, sind jedoch ziemlich murkelig, eher zu große Sardinen, sind aber trotzdem lecker.
Der Blick vom Steg auf den Werbellinsee war fantastisch und auch deshalb lohnt es sich die Alte Fischerei zu merken.

Bezaubernde Björk

02.08.2015

Bei einem Konzert von Björk kann man / frau eigentlich nichts falsch machen. Die Sängerin kommt immer mit hervorragenden MitmusikerInnen und liefert eine überzeugende Show.
Diesmal gab es zum Schluss sogar ein Feuerwerk.

Ich sah Björk zuletzt vor 20 Jahren noch im alten Tempodrom und war ebenfalls komplett begeistert. Berliner Zeitung vom 2.10.1995.
Damals wurde sie nur von einer Band unterstützt, diesmal war zusätzlich ein kleines Streichorchester dabei.

Für die eher konzertante Musik Björks war das bestuhlte Zirkuszelt im Tiergarten besser geeignet als der staubige Sandplatz in der Zitadelle. In einem Amphitheater sieht und hört man / frau besser. Ich denke, die Waldbühne wäre für ihr Konzert geeigneter gewesen.
Im ersten Teil der Show stellte Björk ihr neues Album "Vulnicura" vor. In dem berichtet sie von dem Ende einer / ihrer Liebesbeziehung, im zweiten gab es ältere Stücke auf die Ohren.

Mir taten die 70 Euro für die Eintrittskarte nicht leid, doch vor 20 Jahren kostete das Ticket nur 30 DM, wenn die Löhne in dieser Zeit ebenfalls um das 4,66 fache gestiegen wären, könnte ich mir so etwas öfter leisten. Wie ihr rechts sehen könnt, war die Zitadelle ausverkauft.

Leider drängelten wir uns schon um 18:30 Uhr in das Gelände um 2,5 Stunden auf das Konzert zu warten. Ein klenes Konjukturprogramm für die zahlreichen Verkaufsbuden.

Kritiken der Anderen: Süddeutsche Zeitung, RBB,

inkarlaufkarlumkarlherum

10.07.2015

Wieder mal ein Herbert Fritsch in der Volksbühne. Wir beobachteten zum dritten Mal den Versuch Menschen im Theater ohne tieferen Sinn zu unterhalten und waren wieder begeistert.

"der die mann" kommt mit einer sparsam eingerichteten Bühne aus: eine Treppe und ein Sprachrohr auf der Drehbühne und der Rampe. Die fünf männlichen und zwei weiblichen Rampensäue sind Florian Anderer, Jan Bluthardt, Werner Eng, Annika Meier, Ruth Rosenfeld, Axel Wandtke, Hubert Wild.
Sie bewegen sich mit vielen Slapstick Einlagen über die Bühne (Charlie Chaplin hätte das gefreut) und tragen Texte von Konrad Bayer vor (Dada ist begeistert).
Dazu spielen die vier MusikerInnen des dasderdiemannorchester Ingo Günther, Michael Rowalska, Taiko Saito und Fabrizio Tentoni abwechslungsreiche Weisen, damit die SchauspielerInnen auch was zum Mitsingen haben.
Also, wenn ihr eine Handlung erwartet, seid ihr sicher im falschen Film. Meine Freundin und ich waren jedoch fast 1,5 Stunden verzaubert und ich ließ sogar das sonst übliche fünf Minuten Theaternickerchen ausfallen.

Kritiken der Anderen:  Nachtkritik, TAZ, Tagesspiegel, Berliner Zeitung, Deutschlandfunk

Wieder auf dem Rosa-Luxemburg Platz entdeckten wir gegenüber in der Galerie Croy Nielsen die Vernissage von Hundstage. Ein wenig Kunst passte noch rein. In der Gruppenausstellung stellten Christiane Blattmann, Pruitt u. Early, Anahita Razmi,
Andreas Siekmann und Simon Speiser aus. Mir stachen besonders Andreas Siekmanns Bilder ins Auge.
Gestochen scharfer Realismus gepaart mit scharfer Kapitalismuskritik. Das kannten wir von ihm schon von der documenta.