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Finissage mit Fuffzehn

12.01.2013

Eine kleine feine Galerie hat in der Nähe des U-Bahnhofs Walter-Schreiber-Platz ihre Tore geöffnet. Die Galerie Fröauf ist einem Laden untergekommen. Deshalb war ich skeptisch, als ich die Anzahl der KünstlerInnen sah, die dort ausstellen wollten.
Doch Platz ist in der kleinsten Hütte, wenn Frau weiß, wie geschickt gehängt wird. Die Hängung war sehr gelungen und die meisten Werke fand ich beachtenswert.

Dieses und die folgenden Fotos
© kunstraum FRÖAUF S. Wehr
Andreas Fischer
Tante Hilde
Lupe Godoy
`Schwarz ist mein Name` 2012, Collage auf Pappe, 30 x 30 cm
Heinz Kasper
Into the Light
(ein Schneelabyrinth)
Kunst am Berg Zell am See (A) Januar 2012
Ulrike Hogrebe
Silke Koch
from the series "Rockets from Evil Empire" - 2008/09 porcelain, plastic, metal, glass
45cm x Ø 13cm
Julia Neuenhausen
Ernst Baumeister
“Gesicht weiblich” 2011, Siebdruck
Mechthild Ehmann
`Little Hip` 2011, Sodalit
David Gessert
Jürg Schmiedekind
Berlin-Mitte, Vossstraße, 2012, Fotografie
Ev Pommer
`durchlässig` 2004 – 2007, Holz/Pigment, 74 x 46 x 95 cm
André Baschlakow
Aus der Serie `Tagebaulandschaften der Niederlausitz` Kontaktprintverfahren, Baryt
Susanne Wehr
`restless` 2012, Photocut, 70 x 100cm, gerahmt
Angela Bröhan
Aus der Serie “In anderen Gegenden” Teneriffa 2012, Fotografie,
Format 30 x 30 cm,
Auflage 10 + 1 AP
Gregor Cürten
`Marlen Haushofer 1955` 2010, Eitempera und Enkaustik auf Bütten, 51x39cm
Die Werke der meisten KünstlerInnen fanden mein Wohlwollen. Nur die Arbeit von David Gessert fand ich richtig schlecht.

Deutsch - Skandinavische Freundschaft

06.01.2013


Am Sonntag trieb es uns, meine geliebte Finnin und mich, zur Deutsch - Skandinavische Jugend-Philharmonie. Dieses Orchester existiert seit 1981 und tritt ein mal im Jahr in Berlin auf. Es probt stets ca. zwei Wochen und dann folgt ein Abschlusskonzert in der Berliner Philharmonie.

Karelische Mädchentracht
Nachmittags trudelten wir dort ein und nahmen in dem etwas klein geratenen finnischen Block Platz.
Trotzdem das Konzert unter dem Motto "Karelien" stand, war das gut gefüllte Auditorium nicht mehrheitlich mit Suomi gefüllt. Ich hatte dies erwartet, denn vielen FinnInnen ist Karelien ein heiliger Ort. Ihr Nationalepos Kalevala soll dort entstanden sein und einige trauern immer noch dem im Krieg gegen die Sowjetunion verlorenen Gebiet nach.

Am Beginn des Konzerts waren die jungen MusikerInnen wohl noch etwas nervös, denn es kam zu kleinen Missgeschicken, aber dann griff der Dirigent Andreas Peer Kähler ein und später lief alles rund.
Das Programm war anspruchsvoll:
- Jean Sibelius selten gespielter Karelia-Ouvertüre op. 10
- Jean Sibelius Karelia-Suite op. 11
- Igor Strawinsky Orchestersuite zu dem Ballett Der Feuervogel

Das waren bekannte Stücke, die dem Orchester gut gelangen. Richtig genial war jedoch die Eigenkomposition vom Dirigenten Andreas Peer Kähler und der Volkssängerin und Musikwissenschaftlerin Karoliina Kantelinen. Frau Kantelinen kam von Rang herunter zum Pult und stimmte dabei Joik (Obertongesang) im Wechsel mit den Gruppen des Orchester an. Sie forderte diese mit gesungenen Passagen zur Antwort heraus.

Eine tolle Idee, die das Konzert mit den 90 jungen Musikern aus 15 Ländern zu etwas sehr Besonderem machte. Bei dieser Aufführung durften sogar die PercussionistInnen die Ärmel hochkrempeln und mit Wasser plempern. Für das Orchester war das Stück eine Herausforderung.

Zum Schluss gab es lang anhaltenden Beifall und sogar noch eine kleine Zugabe.

Finnische Wettergöttin

30.12.2012

Wenn mein finnisches Naturmädel aus dem Fenster schaut und sagt heute regnet es nicht, werde ich zukünftig heimlich eine Regenhaut einstecken.
Der Sonntag begann mit frühlingshaften Temperaturen und teilweise Sonnenschein.

Es schien wie gemacht für einen kleinen Ausflug auf zwei mal zwei Rädern. So schlug ich vor eine Ausstellung im Haus am Waldsee in Zehlendorf zu besuchen.

Da die Liebste regenfreiheit verkündet hatte, verzichteten wir auf entsprechende Kleidung. Nach 20 Minuten, etwa zehn Minuten vom Ziel entfernt, begann es wie aus Eimern zu schütten. Pudelnass und durchgefroren kamen wir an. Zum Glück war das Museumscafe geöffnet

Als wir heißem Kakao tranken, kehrten unsere Lebensgeister zurück.
So gerüstet besahen wir uns was Erik Schmidt an Kunst zu bieten hat.
Den hat die Occupy Wallstreet Bewegung in NewYork so begeistert, dass viele seiner letzten Arbeiten um dieses Thema kreisen.
Die früheren Malereien begeisterten mich wenig, sie wirkten zu flach und waren eher Architekturzeichnungen. Auch die Videos begeisterten wenig.

In der Occupy Serie verwendet er viel aus Tuben und mit Spachtel aufgetragene Ölfarbe. Von Nahem betrachtet wirken sie wie Reliefs. Durch den groben Farbauftrag entfalten die Bilder ihre Wirkung erst nach einigem Abstand zum Betrachter.

We shall overcome, 2012
Tony Cragg, 2008
Outspan
© Irmeli Rother 
Für diese Bilder hat sich der Besuch der leider schon zu Ende gegangen Ausstellung gelohnt. Obwohl die Liebste den, mit 7 Euro doch recht heftigen, Eintrittspreis bemängelte.
Im teuren Villenvorort Dahlem sind die Preise wohl dem Einkommen der EinwohnerInnen angepasst.
Als wir unsere Drahtesel bestiegen, war uns der Wettergott wieder gnädig. By the way entdeckten wir dann noch diese tolle Schnecke an der Auffahrt zum Museum. Während die Sonne unterging radelten wir Heim.

Überall Grenzen

28.12.2012

Kurz vor Toreschluß schafften wir es noch die Ausstellung Über Grenzen im Haus der Kulturen der Welt zu besuchen. In ihr erkundeten Fotografen der Ostkreuz Agentur innere und äußere Grenzen weltweit und zeigten sie in großformatigen Fotoserien. Diese waren auf große Stellwände gruppiert.
Dabei war nicht nur die Eingrenzung durch Staaten, sondern auch Ausgrenzung durch Gesellschaften ein Thema.

Heinrich Völkel  zeigte in seiner Serie "The Green Line" Bilder von der Waffenstillstandsgrenze aus Zypern. Nach dem Versuch der griechischen Militärdiktatoren Zypern in Hellas einzuverleiben kam es zu einem Bürgerkrieg (1974). Als Folge dessen spaltete die türkische Minderheit einen Teil der Insel ab. Dieser wird bis heute von türkischem Militär gesichert. "The Green Line"


Tobias Kruse erkundete die Szene am stillgelegten Busbahnhof von Tel Aviv. Dort leben Illegale und Heroinsüchtige und gehen der Prostition nach. Die dort lebenden Menschen grenzt die israelische Gesellschaft aus. "Terminal"


Jordis Antonia Schlösser beschreibt eine doppelte Ausgrenzung in Norditalien. Dort in Prato wird die so genannte Pronto Moda (schnelle Mode) hergestellt. Schon seit dem Mittelalter wurde sie dort in Textilfabriken gefertigt. Seit ein paar Jahren sind fast alle Fabriken von chinesischen Unternehmern übernommen worden. Dort arbeiten ausschließlich chinesische ArbeiterInnen, meist zu Hungerlöhnen, denn sie sind Illegale. So fühlen sich die ehemaligen italienischen NäherInnen verdrängt. Die Fabrikbesitzer haben ihre Arbeitsplätze verkauft. Bei den allgemeinen mafiösen Strukturen in Politik und Verwaltung in Italien war dies einfach. Kauften sich früher italienische Fabrikanten von Vorschriften und Steuerzahlungen frei, tun dies heute Chinesische. "Made in Italy"


Jörg Brüggemann fotografierte die Grenze zwischen Nord- und Südkorea. Dort herrscht eine seltsam operettenhafte Atmosphäre. Die Demarkationslinie existiert seit 1953 und ist unter anderem ein Touristenmagnet. "Visit Korea"


Anne Schönharting besuchte das immer noch von Briten besetzte Nordirland, in dem in vielen Städten die britischen Viertel mit Mauern vom Rest des Landes abgetrennt sind. "Road Closed"


Dawin Meckel lernte IndianerInnen des Volks der Cree kennen. Sie leben in einer Zwischenzeit. Sie wohnen in einem Erdöl Explorationsgebiet. Gerade zur Zeit protestieren die UreinwohnerInnen in Kanada wieder gegen ihre Armut und Ausgrenzung. "Lubicon Cree"


Julian Röder beobachtete die Menschenjäger an der Grenze der EU zwischen Griechenland und der Türkei. Dort versuchen sie Flüchtlinge und EmigrantInnen abzuhalten ihre Reiseziele zu erreichen. "Mission and Task"


Annette Hauschild besuchte Roma Ghettos in Osteuropa und Italien. Ihre Bilder belegen, welche sozialdarwinistische Widerwärtigkeit die Abschiebung von Romaflüchtlingen in den "sicheren" Kosovo bedeutet. "Hit the road Jack"


Pepa Hristova ging dort hin wo es wehtut. Sie dokumentierte den Alltag von Kindern in einem bulgarischen Waisenhaus. In den Fotos ist die Kälte ihres Lebens spürbar. "Labyrinth aus Glas"


Weitere Fotografen waren Espen Eichhöfer - "Ein Staat entsteht", Sibylle Fendt -  "Sehr geehrte Frau K.", Harald Hauswald, Ute und Werner Mahler, Thomas Meyer "Exil Kalkutta", Frank SchinskiAnne Schönharting, Linn Schröder , Maurice Weiss "Arabischer Herbst".

Kunst im Bunker

22.12.2012

Nach einem Fehlversuch vor ein paar Jahren besuchte ich mit meiner Liebsten die Sammlung Boros. Die Familie Boros hattte 2003 den im Dritten Reich gebauten Bunker an der Reinhardstrasse gekauft, umgebaut und stellt dort ihre gesammelten Werke aus.

Viele Decken und Wände wurden entfernt und damit interessante Durchblicke geschaffen. Leider ist das Haus nur bei einer Führung zu besichtigen und dafür muss man / frau sich anmelden. Der Preis dafür beträgt 10 Euro.
Doch das lohnt sich. Die gezeigten Kunstwerke sind das Anschauen wert.
Schon an Eingang konnten wir über Holzstämme stolpern, die Olafur Eliasson dort verloren hatte. Auch über dem Kassenschalter schwebte Kunst.


Es gab viel zu bestaunen.
Das brachte sogar einen erfahrenen Kunstwanderer wie mich dazu, dass ich mit offenem Mund da stand. Neben den Werken faszinierte mich besonders das geschickte Herausschneiden von Gebäudeteilen. Wie die mindestens dreißig Zentimeter Betonmauern rausgetrennt wurden, konnte ich nur erahnen. Das muss eine Heidenarbeit gewesen sein und ich war froh, dass ich diese nicht ausführen musste.

Netzwerk 5, 2011
Die ersten Werke, die uns die Führerin vorstellte, waren die Spinnen von Tomas Saraceno. Diesen kannte ich seit der Biennale in Venedig 2009.
Seine Skulpturen sind wohl stark von Quallen und anderem Meeresgetier inspiriert. Oft verarbeitet er auch Plastikfolie. 2500 Euro kostete das Netz.

Teilweise waren die Wände noch Bunker roh und pur. Thomas Scheibitz hängte seine Werke darauf. Auch er war schon auf der Biennale vertreten, allerdings 2005. Seine Arbeiten sind meist stark abstrakt, aber teilweise auch figürlich. Das Werk Tinte und Zucker entstand 2007.

Alicja Kwade versucht uns zu verwirren, unsere Wahrnehmung zu erschüttern und sie dadurch zu schärfen.
Etwas so banales wie mit Blattgold verkleidete Steine wirken bei ihr durch die Platzierung in einem dunklen Raum und dezente Beleuchtung wie ein Schatz.
Hinterhältig waren auch Plastikklumpen, die sie wie Edelsteine schleifen ließ. Richtig gut sahen die in einer Schale offen herumliegenden Diamanten aus, so dass es manchen in den Fingern juckte.

Schade fand ich, dass die Führerin nicht richtig gut fit war. Einige Male wusste sie keine Antworten auf unsere Fragen.
Trotzdem war ich zufrieden, die Kunstwerke überdeckten diese kleine Schlamperei.
Nachdem wir den Bunker verlassen hatten, entdecken wir an der Außenwand diese nette Graffiti.
Doch Kunst macht hungrig und so verschlug es uns in die Berliner Ensemble-Kantine um die Ecke.

Bis auf´s Blut

21.12.2012

Ich schaute mir mit J. den Dokumentarfilm Marina Abramovic, The artist is present an. Die Performerin bekam 2010 als Erste ihrer Kunstart eine Einzelausstellung im MoMa in NewYork. Der Film dokumentiert dies und ihr Leben.
Bisher war die Performance eine etwas zwiespältige Kunstrichtung für mich. Meist erntete sie Missbilligung und lang anhaltendes Gähnen bei mir, auch wenn Joseph Beuys in einem Käfig stundenlang Zeit mit einem Kojoten verbrachte.

Oder ein unbekannter Performer in einem Schamanenkostüm bei einer Party heulend herum hüpfte und Hühnerknochen warf, irgendwie verstand ich das alles nicht so richtig.
Das erste Mal begeisterte mich eine Performance der Videokünstlerin Pipilotti Rist, in der sie mit einer Eisenstange Autos auf einer Hauptstrasse in Zürich zertrümmerte. Die Autos waren natürlich vorbestellt, doch die Zuschauer wussten nicht von der Aktion. Ein wenig wie bei der Fernsehshow "Versteckte Kamera".



Biennale Venedig 1997
Marina Abramovic ist ein anderes Kaliber. Ihre Aktionen sind extrem und meist bringt sie sich persönlich ein. Dabei fließt auch mal ihr eigenes Blut. Im Film werden einige heftige Aktionen aus dem Beginn ihrer Kunsttätigkeit gezeigt.

So saß sie mehrere Tage lang auf einem stinkenden Haufen blutiger Rinderknochen und putzte sie als Kommentar zum rassistischen Schlachten in ihrem Heimatland Jugoslawien.
Einmal bot sie ihren Körper sechs Stunden dem Publikum einer Galerie zur freien Verfügbarkeit an. Im Video unten beschreibt sie, was ihr da angetan wurde und weshalb sie so etwas wohl nie wieder tun wird.



Für ihre Ausstellung im MoMa standen ihr natürlich erst mal nur Fotos und Videos von vergangenen Aktionen zur Verfügung, denn Performances lassen sich schlecht wiederholen. Doch sie heuerte eine Gruppe junger Leute an, um ein wenig Leben in die Bude zu bringen. Zwei stellte sie nackt in einen schmalen Durchgang, durch den sich alle BesucherInnen zwängen mussten. Eine nachgestellte Performance aus dem Jahr 1977. Eine andere Person lag nackt auf einem Podest, auf ihr / ihm ein Skelett. Für die recht bigotte öffentliche Meinung in den USA eine Provokation.


Sich selbst hatte die Künstlerin eine wahre Herkulesaufgabe zugewiesen. Sie saß im zentralen Raum auf einem Stuhl, gegenüber ein ebensolcher, auf dem BesucherInnen Platz nehmen durften. Sie schaute diesen ins Gesicht. So entstanden bezaubernde Momente der nonverbalen Kommunikation. Ihr Gegenüber durfte dies so lange fortsetzen, wie es ihm beliebte.
Dabei fingen viele der Angeschauten, Frauen wie Männer, zu weinen an.

Marina Abramovic hielt dies zweieinhalb Monate oder etwa 700 Stunden aus. Mit Hilfe von eiserner Selbstdisziplin, Yoga und Krankengymnastik überstand sie diese Tortur.
Den oft bei Vernissagen benutzten Begriff, The Artist Is Present - Der / die KünstlerIn ist anwesend, unterlegte sie mit einer neuen schwerwiegenden Bedeutung.


Kritiken der Anderen: Frankfurter Rundschau, Zeit, Süddeutsche, Art Magazin,

Ein Chor spielt verrückt

19.12.2012

Da mir und der Liebsten die Volksbühne zu Freikarten verholfen hatte, schauten wir das Stück Ein Chor irrt sich gewaltig an. Das Stück wurde von René Pollesch inszeniert und Sophie Rois spielte die Hauptrolle. Sie verkörpert diverse Personen, mal männlich, mal weiblich, im immer gleichen Kleid. Auch der Chor und der einzige Mann auf der Bühne wechseln ständig die Rollen. Nur eine französische Gouvernante versucht die ganze Zeit die Aussprache der Hauptrolle zu verbessern.
Für mich war es schwierig eine Handlung auszumachen, doch der Abend war trotzdem gelungen.Viel Klamauk ließ wenig Langeweile aufkommen und die öfter geäußerte Kapitalismuskritik der Hauptperson passte auch irgendwie.

Kritiken der Anderen: die Welt, Nachtkritik, Tagesspiegel,


Damit frau lernt wie sie sich im Theater benimmt!

suomalainen joulukonsertti

16.12.2012

Mit wem ich ein finnisches Weihnachtkonzert besuchte, können sich die meisten denken. 
Die Veranstaltung fand in der Passionskirche in Kreuzberg statt.

Der Bariton Esa Ruuttunen war aus Finnland angereist und wurde von dem Berliner Pianisten Sami Väänänen begleitet. Es wurden finnische und deutsche festliche Lieder vorgetragen. In den finnischen Texten verstand ich nur einzelne Wörter, doch die waren schön anzuhören.

Leider bekam die Veranstaltung dann mehr den Charakter eines Gottesdienstes. Die finnische Pfarrerin predigte vor der Pause, im Programmheft war dieser Punkt als Ansprache angekündigt. Für mich als überzeugtem Heiden wirkte das übergriffig.
Doch wies sie auf die Initiative der Gemeinde hin Mückenhäuschen als Unterstützung für die Obdachlosenarbeit der Heilig Kreuz Kirche zu verkaufen. Da wurde es mir schnell wieder warm uns Herz und ich vergaß die salbungsvollen Worte.

Weinselig im Ghetto

15.12.2012

Ein Wiedersehen mit B. war ein guter Grund einer kleinen Tour durch Kreuzberg SO 36. Zuerst schleppte ich sie in die Galerie Zeitzone zu einer neuen Folge der Schmusetier Soap Humana - Leben in Berlin. Die beiden Freundinnen Wiebke und Petra spielten wieder die Hauptrollen.

Als Singles suchen sie nach dem Mann fürs Leben, aber Wiebke ist öfter auch mit was zum Poppen zufrieden. So besuchen sie eine Party, konnten aber keinen abschleppen. Aber die Animateure versprechen ihnen für die nächste Folge eine neue Chance.
Im Südblock, einem Veranstaltungort direkt am Kottbusser Tor, hörten wir dann noch beim Trans-Glam Chrissmess Bash - Fido Stone und PET ROCKS PROMOTION. Der Südblock wird gerne von Lesben und Schwulen und Personen, die nicht ins Schema Mann / Frau passen, besucht. Doch im Gegensatz zu den etwas schlumpfig aussehenden Gästen bot die Bühnenshow Einiges. Der Gitarrist trug schwarze enge Lederklamotten und war heftig blondiert. Er sah aus wie ein Edelpunk.

Foto: Svenja Block
In den Achtzigern in New York war dieser Look modern. Die Sängerin / Tänzerin steckte in einem schwarzen Body mit einem rosa Blitz auf der Vorderseite. Sie sprang und schrie zu den harten Riffs des Spielers. Leider war die Show nach dreißig Minuten zu Ende.
Doch so was sieht man / frau nicht alle Tage.

Kulturell abgefüllt besuchten wir noch die Bar Würgeengel in der Dresdener Strasse und schwatzten bei einem letzten Glas Roten noch eine Weile. Ein wenig trunken schlitterte ich Heim.

Schwarze Diamanten

13.12.2012

Die Black Diamonds vertrieben an diesem Abend im Quasimodo mit leckerem Soul die Winterdepressionen.
G. und ich trafen kurz vor 22 Uhr im Jazzclub ein und konnten gerade noch zwei Sitzplätze ergattern. Neben einigen alten KnackerInnen wie wir hatten sich viele junge Leute eingefunden.

Der Neosoulwelle sei dank, ist funkiges bei ihnen wieder beliebt.
Nachdem die Band die Bühne betrat, standen wir auf und platzierten uns davor.
Die beiden Sängerinnen waren mit weichen und kräftigen Stimmen ausgestattet.
Ein knackiger Bläsersatz (sax + trompet), zwei Gitarren (lead + bass), ein Schlagzeuger und ein Pianist schufen den passenden Klangteppich.

 © Thorsten Goltz / taog.de
Die Bühnenperformance der Diamanten war gelungen. G. und ich tanzten die zwei Stunden des Auftritts durch. Mir persönlich war etwas zu viel einfach gestrickte Musik dabei. Beim Tanzen wurde es mir langweilig. Verschwitzt aber glücklich stellten wir fest, dass es schon viel zu spät geworden war.
Die Konzerte im Quasimode beginnen stets um 22 Uhr und enden dann meist um 0:30 Uhr. Für Menschen die morgens früh raus müssen eine Gemeinheit. Zum Glück bin ich noch Krankgeschrieben.