Dieses Blog durchsuchen

Tricksen und unterstützen

 17.02.2026

- Das Konzerthaus am  Gendarmenmarkt ist schon ein imposanter Bau. Zwischen den beiden Kirchen auf dem Platz wirkt es fast auch schon ein wenig heilig.
Ich besuchte dort das  Festival "Vom Anfang..." mit Konzerten auch abseits der Klassik. Zu hören waren zwei Stücke.

1. Zur Einstimmung hörten wir die 4. Symphonie von Gustav Mahler, geschrieben um 1900. Kenner behaupten, sie stellte eine Abkehrt von der Romantik dar und läutet die Moderne ein.
Als Nichtkenner will ich das nicht beurteilen. Doch mir und meiner Begleiterin gefiel die Aufführung sehr gut. Die Seiteninstrumente strichen und zupften, die Pauken paukten und Bläser bliesen wacker, so wie es sein soll.

2. Nach dem historischen Aufbruch in die Moderne betraten 17 Mitglieder des Trickser Orchester die Bühne. Ergänzt wurden sie durch eine Gruppe Violinen des Konzerthaus Orchester.
Sonst waren der Instrumente wenige, die in der Klassik üblich sind. Nay (Flöte), Kanun (Zither), Koto (Zither), Santur (Hackbrett) Kawala und Oud (Laute) waren dabei. Also war keine traditionelle Musik zu erwarten. Zusätzlich war das Vokalensemble The Present eingebunden. Also war ein bunter multikultureller Haufen zu sehen.
Dazu ist die Dirigentin und Komponistin ein Flüchtling aus dem Iran.
Schon als ich die Trickser damals das erste mal sah, verstand ich, wie schwierig es sein muss, einen Klangkörper aus Instrumenten zu formen, die sonst nie zusammen spielen. Doch dies ist den GründerInnen hervorragend gelungen.
Cymin Samawatie dirigierte den verrückten Haufen sehr professionell.



- Ein Film bei der Berlinale schauen ist wie eine Wundertüte öffnen, man / frau weis nie vorher was einen erwartet.
Ich entschloss mich Members of the Problematic Familie an zu sehen. Was der Titel verspricht hält er, er zeichnet das Portrait einer schwierigen Familie im Südindien, es handelte sich um Angehörige der tamilischen Minderheit.
Eine Geschichte konnte ich nicht entdecken, vielmehr eine Aneinanderreihung von Episoden. Es begann mit einem Beerdigungsritual, das tagelang dauerte. Dabei lernten wir das Schwarze Schaf der Familie kennen, das in den folgenden Scenen immer wieder auftauchte. Irgendwo verlief sich die Geschichte dann für mich im Nirgendwo. Aber trotzdem fand ich es interessant, ein wenig in das Leben einer einfachen tamilischen Familie einzutauchen. TouristInnen bekommen so etwas wohl nie zu sehen.
Zu Ende waren schon einige BesucherInnen gegangen, meine Begleitung schlief.
Naja,- richtig gute Filme bei der Berlinale zu erwischen ist halt ein Glücksfall.

- Basel sehen und sterben ist etwas überzogen. Trotzdem ist die Stadt sehenswert und hat für KulturliebhaberInnen einiges zu bieten.

1. Ein Besuch im Theater Basel ist eigentlich Pflicht. Es zählt zu den bedeutenden Spielstätten in deutsch sprachigem Raum.
Ich sah dort  Die Ritter des Mutterkorn. Mehr eine klamaukige Komödie, wie der Titel erahnen lässt.
Die Regisseure Jörg Pohl und Rocko Schamoni erzählen eine fiktive Geschichte um das Ableben des Baseler Chemikers Albert Hoffmann, der aus dem Mutterkorn Lysergsäurediethylamid (LSD) extrahierte.
Die Geschichte: Nach seinem Tod konkurrieren zwei Gruppen um sein Erbe.
Eine, eine Art Bruderschaft, von ihm selbst gegründet, wollen LSD den Eliten anbieten.
Die andere, ein Anarchist und Hoffmanns Pflegerin, wollen das Bewusstsein der Massen erweitern. Am Besten soll LSD in die Trinkwasserversorgung gegeben werden.
Der Kampf der beider Gruppen wird mit viel Slapstick angereichert.
Es wurde viel gelacht und geschmunzelt, auch ich verließ das Theater fröhlich.
Außerdem erinnerte ich mich gerne an die vielen LSD Trips, die ich als junger Mann gegessen habe.

Kritiken der Anderen: Nachkritik

2. Die BaslerInnen feiern ihre Fastnacht ebenfalls mit drei tollen Tagen. Doch es gibt keine Sauforgien und sexuelle Ausschweifungen, wie sie in Köln und Mainz üblich sind.
Als Protestanten werden ihnen Sünden aber auch nicht vergeben, wenn sie beichten gehen. 
Ein wenig ist der Basler Karneval aber sowieso von dem alemannischen Wintervertreibungs Ritualen inspiriert.
Er ist immer ein guter Anlass, um Basel zu besuchen.

3. Basel ist auch ein HotSpot für spannende Kunstausstellungen.
In der Umgebung ist zu Beispiel die Fondation Beyeler in Riehen, einem hübschen Dorf an der deutschen Grenze verortet.
Dort waren viele Werke von Cezanne, dem sogenannten Meister der Moderne, zu sehen. Die meisten Bilder kannte ich schon aus den Video unten. Wenn ihr nicht nach Riehen fahren wollt, könnt ihr im Film viel über den Maler erfahren.

- Bei #everynamecounts erfasst du Namen und Daten von Opfern und Überlebenden des Nationalsozialismus. So beschäftigst du dich aktiv mit der Vergangenheit und setzt ein Zeichen für Respekt vor den Opfern.

Die Dokumente in unserem Archiv, die Schicksale von 17,5 Millionen Menschen belegen, sind bereits eingescannt. Um sie aber in unserem Online-Archiv weltweit auffindbar und sichtbar zu machen, müssen die Informationen in eine Datenbank eingetragen werden – mit deiner Hilfe!
Bisher haben über 400.000 freiwillige Unterstützer*innen geholfen. Mehr als 10 Millionen Dokumente haben wir gemeinsam schon bearbeitet. Du brauchst dafür einen Internetzugang und einen PC. Hilfreich ist das Format eines Tablets oder größer, aber auch mobil ist die Eingabe gut möglich.
Hilf mit, es ist ganz einfach. Schon 5 Minuten reichen für ein Dokument, das so zu einem neuen Baustein im digitalen Denkmal wird.

Zum Archiv