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Prominentenportrais und Flaschen mit Füllung.

04.02.2016

Diesmal war die künstlerische Ausbeute bei der Vernissage in der Galerie Art Cru hoch. Unter dem Titel "Celebrities and Bottles" stellten das Duo Uwe Paulsen u. Emiehl Päffel und Steve Moseley aus.

© Uwe Paulsen
- Die beiden alten Herren haben sich wahrlich gefunden.
Uwe Paulsen ist der Maler, er zeichnet aus Zeitschriften Fotovorlagen ab und verarbeitet sie zu naiven, aber witzigen Bildern.
Sein Kompanion Emiehl Päffel schreibt dazu die naiven, aber bezaubernden Texte.
Da sie ausschließlich Prominente am Wickel haben, dachte ich unwillkürlich an peinliche Zeitschriften wie Gala, die ganz ernsthaft Klatsch berichten. Dagegen sind die Beiden erste Sahne, bei ihnen gibt es kein Paparatzitum, sie schreiben / malen ehrlich. Wenn Frau Merkel klug wäre, würde sie die Werke ihren Staatsgästen schenken. Aber dazu fehlt ihr wohl der Humor.

© Steve Moseley
Foto: Clark Woolsey
- Steve Mosley kommt aus Kentucky / USA. Eine der Volkstraditionen dort ist Flaschen mit Motivfiguren und allen Möglichem zu füllen, nicht nur Schiffe wie an der Nordseeküste. Die Amis nennen dies Whimsey in bottles. Der ausgestellte Künstler hat diese eher harmlose naive Volkskunst in eine kritisch witzige Alternative umgebaut.
Wie er so mit seiner Frau bei der Vernissage vorgestellt wurde, führte es mir mal wieder vor Augen, dass nicht alle US Amerikaner dumme Kreationisten sind.

Dass seine Arbeiten von christlichen Fundamentalisten angefeindet werden, wurde bei der Vorstellungsrede erwähnt.
Spätestens bei dem unten zu sehenden Abendmal von MacKotz wird dies verständlich. Leider hatte er nicht den Mut die Personen als Überfettete darzustellen.

© Steve Moseley, Foto: Clark Woolsey
Die Ausstellung ist noch bis zum 28. März zu sehen, es lohnt sich.

Kunst- und Schweinkram Vernissagen

29.01.2016

© Irmeli Rother
Ich will es nicht zu spannend machen, zuerst die etwas "schweinische" Kunst. In der Galerie cubus-m stellt der Fotograf  Andreas Fux unter dem Motto Scham und Schönheit teilweise Nackedeis aus. Nach seiner Motivauswahl zu urteilen steht er sexuell mehr auf Männern, entsprechend hoch war der Anteil der männlichen Besucher.

© Andreas Fux
Aus den sechs ausgestellten Werkgruppen gefielen meiner Fotografin und mir zwei ganz besonders.
Aus Serie WMF ist leider nur ein Bild zu sehen. Entstanden 1988 in Ost-Berlin, zeigt er eine sowohl in der Motivauswahl als auch in der Komposition hohe Meisterschaft.
Diese Arbeit erinnerte mich sofort an die Modefotografien des ebenfalls exzellenten Fotografen Herbert Tobias.

© Andreas Fux
Dieses Foto hängt gleich links neben der Eingangstür der Galerie.
Die Treppe hoch im hinteren Raum befindet sich dann eine Art Dunkelkammer mit Abbildungen von Tätowierten.
Dies ist die zweite Werkgruppe, die wir sehr bewunderten.
cubus-m ist es wieder mal gelungen eine vorzügliche Ausstellung zu präsentieren.
Also hingehen und anschauen.

Nicht nur für Schwule interessant. Die Fotos und auch ein paar Schwänze hängen noch bis zum 5. April.

© Irmeli Rother
Über die Straße stellte Tanja Wagner unterschiedliche KünstlerInnen en Block aus.
Die Ausgestellten: Ulf Aminde, Kerstin Brätsch, Mariechen Danz, Annabel Daou, Antje Engelmann, Thomas Helbig, Šejla Kamerić, Kapwani Kiwanga, Michael Müller, Marinella Senatore und Anna Witt.
 
Hier hätten wir auch Papst Francisco mitnehmen können, ohne dass er sich bekreuzigt hätte.
Obwohl viele bekannte und auch uns bekannte KünstlerInnen mit einem Werk vertreten waren, hielt sich unsere Begeisterung in Grenzen.
So stellte Šejla Kamerić eine tolle, aber sehr bekannte Fotomontage aus. Von Kerstin Brätsch hingen Glasrechtecke im Fenster, die bei Sonneneinstrahlung ihren Zauber entfalten sollten, um 20 Uhr im Winter unmöglich und die Dia Projektion von Antje Engelmann mit Sätzen von ihren Eltern war für uns einfach nicht spannend.

© Marinella Senatore
Aber es gab auch Entdeckungen von Wert. Die Fotografin oben zeigt Theater - und Tanzgruppen bei der Arbeit. Ihr gelingt eine unglaubliche Dynamik in eine zweidimensionale statische Fotografie hinein zu inszenieren.
Thomas Helbig hingegen gelingt herrlich leuchtende Asemblagen herzustellen, in dem er Farbe auf Stoff sprüht und durch Auslassung Objekte sichtbar macht.

Velvet 2015
© Irmeli Rother (Detail)
Viele KünsterInnen nutzen getrocknete Pflanzen. Paula Doepfner gelang das eindrücklich, indem sie diese auf einer gesplitterten Glasscheibe arrangierte.
Der Titel "But I wish there was something you would do or say to try and make me change my mind and stay" hebt auf eine zerschlagene Liebe ab, die mit einem Wort oder einer Geste noch zu retten wäre.

Diese Ausstellung ist bis zum 2. März anzuschauen. Wer gegenüber im cubus-m zu Besuch ist sollte den Weg über die Straße wagen. Viele der Arbeiten wirken bestimmt besser, wenn sie nicht im Trubel einer Vernissage angeschaut werden.

Industrielle Landwirtschaft schafft Abfall

16.01.2016


Zwischen hundertden Treckern und zusammen mit über 20.000 Anderen demonstrierten meine Freundin und ich gegen die Leistungschau der Industrie in den Messehallen. Das was sich Grüne Woche nennt, ist eine Schau überwiegend künstlich oder unter bestialischen Bedingungen hergestellten so genannten Lebensmittel.
Zum Glück finden immer mehr Menschen diese Produkte zum Kotzen.

Auch in Brandenburg ist gerade ein Bürgerbegehren gegen Tierfabriken erfolgreich zu erfolgreich zu Ende gegangen.
Es geht nicht nur Tieren in Europa schlecht. Grossinvestoren kaufen Land auf (Landgrabing) und errichten industrielle Landwirtschaftsbetriebe.

Damit vertreiben sie Kleinbauern. Ihre Produkte verkaufen sie dann oft durch die EU subventioniert in Afrika und zerstören durch die Billigprodukte die Existenzgrundlage der lokalen Bauern. Landflucht und Hunger sind die Folge.
Mir gefielen die fantasievollen Kostüme der Demo TeilmehmerInnen.
Wir folgten den Traktoren von Potsdamer Platz zum Kanzleramt. Auf dem weg dorthin passierten wir in der Wilhelmstrasse das Landwitschaftsministerium.

Es wird gesagt das es so etwas wie eine Kuschelecke der großen Agrarkonzerne ist. Um das zu vertuschen hing an der Fassade des Ministerium ein Propaganda.


Lobbyisten wie die von Monsanto finden dort immer ein offenes Ohr. Gerade wurde dort eine Verordnung erlassen, dass den Tieren weiter die stärksten Antibiotika gegeben werden dürfen. Unter der Kontrolle der Tierärzte werden sie so weiter im Fleisch landen. So wird die nächste Generation resistenter Keime gezüchtet. Der Minister ist ein Schoßhündchen der Industrie.

Am Kanzleramt angekommen stellten sich die Traktoren auf. Eine Bühne war errichtet auf der später wahrscheinlich viele kluge Reden geschwungen wurden.
Wir lauschten noch eine Weile einer einer netten Unterhaltungscombo mit dem Namen Rainer von Vielen.

Leider gab es an den Ständen keine von mir ersehnte Bratwurst. Nur irgendwelche Veganer verteilten fleischlose Würstchen. Also wenn ich kein Fleisch essen würde, würde ich auch keine Wurst essen.
Ich hatte keine Lust mehr und quengelte so lange bis meine Freundin mit nach Hause kam.

Alle Fotos Irmeli Rother