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Flügel und Cello

29.07.2016

Der Geburtstag eines Bekannten sorgte dafür, dass wir den Vistell Cello Salon an der Leipziger Straße kennenlernten. Betreiben tun ihn eine Pianistin aus der ehem. DDR und ein Cellospieler aus Kuba. Kennengelernt haben sich die beiden in Russland in der Musikakademie.

Wer bei Kuba musikalisch nur an Salsa und Son denkt, liegt etwas daneben. Trotz dem Versuch der USA durch Boykott die kubanische Wirtschaft zu zerstören, leistete sich das Land immer auch Musikschulen, die einer großen Anzahl der BewohnerInnen musikalische Grundbildung ermöglichte und viele exzellente klassische MusikerInnen hervorbrachte. In diesem Bereich hat die Bundesrepublik noch viel nachzuholen.
Lustig war das Musikerpaar, der Herr am Cello ist ein richtiger Macho. Als die Pianistin erklärende Worte sprach, unterbrach er sie einfach, um selbst zu reden. Meine Liebste würde mich dafür teeren und federn und ich finde, sie hätte recht.
Trotzdem war der Besuch im Cello Salon nett. Das Konzert war gut und das Büfett war reichlich gedeckt. Was ihr unten seht, war unserer Beitrag.


Alle Foto Irmeli Rother

Zeit- mal vorwärts, mal rückwärts

28.07.2016

Mit der Ausstellung der Videos von William Kentridge wird im Martin Gropiusbau einer der aktuell interessantesten Videokünstler vorgestellt. Ich sah schon bei der letzten Dokumenta eine fantastische Arbeit von ihm.

Viel Scherenschnitt in Schwarz / Weiß läßt er uns Schauen.
In Kassel projizierte er in einem Raum eine Art Prozession. Wobei die Figuren sich von einem Screen in den nächsten bewegten. Die ZuschauerInnen wurden gruppenweise in den dunklen Raum gelassen.

Dann begann das Spektakel. Das war ein sehr intensives Erlebnis, auch weil nicht ein ständiges Raus und Rein stattfand. Leider war dies in der aktuellen Ausstellung anders.
Dafür gab es spannende Videos zu schauen und dann auch making of zu bestaunen.

Kentridge zeichnet nicht nur fantastisch, man / frau sieht ihn auch als Organisator von Performances, die abgefilmt werden. Leider ist die Ausstellung nur bis zum 28.08 zu sehen, also spurtet euch.

Piraten aus der Karibik

09.07.2016

Im Rahmen des Wassermusik Festivals hörten wir, G. und ich,  Elkin Robinson mit Band auf dem Dach des Hauses der Kulturen der Welt.
Diesmal war der Schwerpunkt des Festivals Karibik. Die dort reichlich vorhandenen Machos blasen sich gerne auf,  deshalb wählten die Organisatoren wohl auch den Kugelfisch als Symbol der Konzertreihe.

Die Temperatur an diesen Abend war lau und wir genossen es zu der stark am Reggae angelehnten Musik zu tanzen.
Die Band kommt von der kolumbianischen Insel Providencia.

Über die Bevölkerung der Insel, bevor Engländer sie besiedelten,  wird auch bei Wikipedia nichts erwähnt, was wohl bedeutet, dass diese von den Engländern ausgerottet wurde.
Es waren wohl nur irgendwelche Indianer. Die importierten schwarzen Sklaven ließen sich leichter ausbeuten.
Die Insel diente bald als Basis für die englischen Piratenüberfälle auf spanische Gallonen, die die geraubten Schätze aus Amerika Heim bringen wollten. So eroberten die Spanier mal die Insel, um ihre Raubzüge abzusichern, mal die Engländer, um die Räuber zu berauben.
Heute ist Providenz ein Touristenparadies, wobei ich nichts über die soziale Situation erfahren konnte. Wahrscheinlich profitierten Konzerne davon und die Einheimischen werden mit Kuchenkrümeln abgespeist. Sie dürfen sich sicher aber als Prostituierte verkaufen, dass selbe System was auf  fast allen Karibik Inseln herrscht. Harry Belafonte beschrieb dies schon in den 50er Jahren in seinem Calypso "Rum and Coca Cola" über Trinidad.



Elkin Robinson mit seiner Band vermieden solche Aspekte anzusprechen. Sie wirkten ein wenig, als wenn das Tourismusministerium ihre Reisekosten übernommen hätte. Nur Sonne, gute Laune, insgesamt positive Gefühle kamen in ihren Texten zum Ausdruck. Diese feelgood Musik war ein wenig peinlich.


Trotzdem hatten wir Spaß an dem Auftritt.
Es gibt noch einige weitere Konzerte in der Reihe Wassermusik, wer kann sollte sie sich nicht entgehen lassen.