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Klamauk und Opera

 20.05.2026

- Das Singspiel Opera, Amore wurde im italienischen Kulturinstitut gegeben. Es sollte ein Schnelldurchlauf durch die Geschichte der italienischen Oper von Monteverdi bis Puccini in zwei Stunden werden.
Und was braucht es zu einer Oper, Musiker und SängerInnen, diese standen in guter Qualität zur Verfügung.
Und eine Geschichte, Liebe und Triebe sollten vorkommen und etwas Böses, das versucht die Liebenden zu entzweien. Natürlich soll das Böse nicht obsiegen und es kommt zum Happy End.
Die schauspielerische Leistung erinnerte jedoch etwas an ein Laientheater. Alles wirkte sehr klamaukig, aber vielleicht war es Absicht. So konnte ich öfter über die Aktionen der AkteurInnen lächeln.
Möglicherweise sollten wir lernen, die Oper nicht ganz ernst zu nehmen und dass sie eigentlich Kitsch ist.
Das entspricht auch ein wenig meiner Auffassung.

Motto der KünstlerInnen: Die Oper ist eine wunderbare Unwahrheit, welche immer die Wahrheit sagt.

- Ist es schon wieder Zeit mehr ins Cabaret zu eilen? Bevor die Deutschen Hitler zum Reichskanzler wählten, erlebte diese eher "kleine" Kunstform ja auch eine Blütezeit. Damals wie heute fanden und finden Lesben und Schwule in diesem Bereich ein Auskommen und können sich ausdrücken.
Hoffentlich kommen die AfD Nazis nicht an die Macht und verbieten diese undeutsche Unterhaltung wieder. So etwas wie LGPT passt ja nicht in ihr beschränktes Weltbild,
Im Institut Francais schaute ich die Koprodukion von dem Pariser Cabaret La Bouche und dem Berliner Kollektiv The Velvet Creepers an.
Das war Cabaret mit Gesang, Tanz, Akrobatik und einer gehörigen Portion Burlesk. Leider adressierten die erotischen Tänzerinnen nicht die männlichen Besucher. Sie bekannten sich alle zu ihrem Lesbisch sein und so meinten sie die zahlreichen weiblichen Besucherinnen.
Spannend anzusehen war die Vorstellung trotzdem.
Wie im Cabaret üblich gab es eine Conférenciers. Die diesen verkörpernde Frau sprach leider fast nur französisch, was aber an diesem Ort wohl passte. Was ich verstand war, dass sie auch vor einem heraufziehenden Faschismus warnte und Lesben, Schwule und andere nicht angepasste zum Widerstand aufrief.
Auch das war Spitze!

- In der brasilianischen Botschaft erklangen klassische Kompositionen des Landes aus dem 19. und 20. Jahrhunderts.
Als eurozentristischer Musikliebhaber habe ich KomponistInnen aus Brasilien kaum auf dem Schirm.
Samba, Forro und Maracatu sind zwar Tänze und Rhythmen der Folkmusik, die viele Europäer kennen, aber das es auch klassische brasilianische KomponistInnen ist weniger bekannt.
Das Kammerorchester Georg-Friedrich-Händel brachte diese zu Gehör.

1. Chiquinha Gonzaga (1847- 1935) war eine für ihre Zeit ungewöhnliche Frau. Sie schrieb auch sehr populäre Operetten im Wiener Stil.

2. Cesar Guerra-Peixe (1914-1993)

3. Ernst Mahle (1929-2025)

4. Leonardo Cunha (zeitgenössig)

- Mit dem Einkauf unter dem Arm eine Galerie besuchen zu können ist schon ein Privileg. Da wo ich wohne ist das möglich.
Dieses Mal stellte Hennig Haupt in der ep.contemporary aus. Seine sehr farbigen, abstrakten und ausdrucksstarken Arbeiten begeisterten mich auf den ersten Blick. 
Aber eine von den wandfüllenden Malereien konnte ich zuhause nicht gebrauchen, außerdem wollte ich nicht so viel Geld in die Hand nehmen, also nahm ich was Kleines im Format A4 mit.
Gerahmt wird es wahrscheinlich eine Wand im Zimmer meiner Frau zieren, wenn es ihr gefällt.
Die Ausstellung ist noch bis zum 6.Juni zu sehen. 

Henning Haupt, #19370, hinübergreifen (detail), 2026,
120×100 cm, oil on canvas, from the installation “hier und dort”

- Für die Jazz Fans unter euch bietet Arte eine filmische Biografie von Miles Davis. SPANNEND

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