01.08.2026
- Sommerzeit ist Theaterferienzeit, so besuchte ich mit Freunden aus der Province die Shakespeare Company in ihrer Open Air Bühne am Insulaner. Wenn Landeier in B. weilen, habe ich immer das Bedürfnis, ihnen etwas zu bieten.
Wir schauten das etwas komödiantische Stück Der Sturm vom längst verstorbenen Meister des englischen Theaters. Dem kann man/frau alles mögliche unterstellen, aber simpel waren seine Arbeiten nie.
Der Inhalt: Auf einer Insel herrscht der einst vom eigenen Bruder vertriebene Zauberer Prospero mit eiserner Hand über sein kleines Reich. Dabei ist dem früheren Herzog von Mailand kein Gewaltakt zu schade, um die Macht über die BewohnerInnen der Insel bei sich zu behalten. Ob den in Abhängigkeit gehaltenen Luftgeist Ariel, den verstoßenen und unterdrückten Insel-Ureinwohner Caliban oder Prosperos in völliger Einsamkeit gehaltene Tochter Miranda. Als er ein Schiff seiner Widersacher mit Hilfe eines Sturm stranden lässt, sieht er seine Zeit für Vergeltung und Rache gekommen. Doch wo Prospero das Ende einer langjährigen Verschwörung erhofft, sieht Miranda die Chance zu einem Neuanfang.
Aus diesem Stoff eine simple Klamauk Geschichte zu machen, gelang den zum Gastspiel angereisten Sommertheaters Folkwang Weitmar mühelos. Die meisten ZuschauerInnen waren jedoch zufrieden und klatschten zum Ende begeistert.
Bemerkenswert fand ich alleine den Darsteller des Geistes Ariel Ben Leonhard Alm.
Die Aufführung war echt was für einfache Gemüter, also nix für mich. Ich warte lieber, bis die Theaterferien vorbei sind.
- Aus Anlass des Schweizer Bundesfeiertags (seit 1. August 1291) besuchte ich mit einer mir sehr nahestehenden Person (mit Schweizer Pass) ein Fest.
Beim U-Bahnhof Rüdesheimer betreiben zwei Schweizer einen Laden mit allerlei Schnickschnack aus dem Alpenländle. Sie luden zu einer Gaudi am Schweizertag. Es wurden Spezialitäten angeboten, u.A. ein vorzüglicher Wein aus dem Kanton Wallis und Raclette.
Obwohl ich als gefühlter Weltbürger Nationen ablehne, habe ich doch Spaß am Feiern. Trotzdem die Ladenbesitzer Schweizer sind, wurde fast gar kein patriotischer Kitsch geboten.
Kulturell unterhielten drei Alphörner, die SongBand (Oldis bat Goldis) und die Querplattler.
Es war ein gelungenes Fest.
- Mit Stieftochter und Enkel ins Rockkonzert, muss Mann als Stiefopa hinkriegen.
Das Konzert von Suli Puschban und die Kapelle der guten Hoffnung bot musikalisch gut gemachte Mutmachmusik für Jung und Alt.
Der Ort des Geschehens war das Konzerthaus Berlin.
-- Wenn ein Circus in die Stadt kommt, nimmt Opa den Enkel mit.
In Berlin findet einmal im Jahr auf dem Tempelhofer Feld das berlin circus festival statt.
Das Duo Grind Art Club gab das Stück Opa Fashion. Sie waren aus Schweden angereist, um uns ihre fantastische Performance zu zeigen
- Immer wieder Jazzfest Peitz. Das Wetter war fast zu warm, es halfen die Sonnensegel. Es gab guten Wein, akzeptables Essen und viele meist gut gestimmte Jazzfans an Hüttenwerk anzutreffen.
Ich stelle euch die Bands in der Reihenfolge des Auftretens vor.
FREITAG
1. Trio Ivore
Hans Lüdemann piano, electronics, Aly Keïta Balafon, Christian Thomé drums, percussion, electronics
Weil einer der Gründer Ali Keita an der Elfenbeinküste kennenlernte, nennt sich die Band so. Alles gestandene Musiker aus der Jazzszene. Ein guter Auftakt mit afrikanisch inspirierten Anklängen..
2. Hemisshare 4 Plus
Gebhard Ullmann clarinet, saxophone, Liz Kosack keys, Eric Schaefer drums, Oliver Potratz bass, Silke Lange accordion, Anna Viechtl harp, Taiko Saito vibraphon
Wie der Bandname war die Musik ziemlich sphärisch. Lag es an der Instrumentierung, an der Komposition oder an meiner aufgeheizten Stimmung (38 Grad) der Funke sprang nicht über.
3. OM
Urs Leimgruber sax, Christy Doran guitar, Bobby Burri double bass, Gerry Hemingway drums, Tony Buck drums
Spannender Jazz, mit zwei Schlagzeugern gab es schon mal mehr Rums als beim Set davor. Ich mag es ja gerne etwas schräg, so war ich zufrieden.
4. SELVHENTER
Sonja LaBianca saxophone, Maria Bertel trombone, Anja Jacobsen drums, Jaleh Negari drums
Vier Frauen auf der Bühne, darunter zwei SchlagzeugerInnen, das konnte ordentlich Rums geben, das tat es auch. Die hohe Beatzahl brachte zusätzlich die Menschen vor der Bühne und auch mich zum Tanzen.
Für mich waren Selvhenter der musikalische Höhepunkt des Freitags. Sie bezeichnen ihren Musikstil selbst als instrumental noise.
SAMSTAG
1. MARIÁ PORTUGAL’S EROSÃO SEPTET
Mariá Portugal drums, percussion, Lotte Anker saxophone, Angelika Niescier saxophone, Matthias Müller trombone, Moritz Wesp trombone, Carl Ludwig Hübsch tuba, Reza Askari double bass
Für mich ein sehr zwiegespaltener Auftritt. Zum einen trug Fr. Portugal Texte brasilianischer Poeten vor und begleitete sich dabei mit einer Trommel. Zum anderen improvisierten die restlichen MusikerInnen. Ich fand, das passte nicht wirklich zusammen.
2. MOHAMMAD MOSTAFA HEYDARIAN
Mohammad Mostafa Heydarian Tanbur, Valentin Portron Bendir
Zwischendurch ein Auftritt mit arabischer Musik im ehemaligen Hüttenwerk.
Die beiden Herren improvisierten mit Laute und Rahmentrommel.
3. TAKASE LANDFERMANN LILLINGER
Aki Takase piano, Robert Landfermann double bass, Christian Lillinger drums
Die inzwischen 76 Jahre alte Pianistin ist eine Ikone der freien Jazz Szene. Hr. Lilliger ist einer der innovativsten Schlagzeuger der BRD. Mit dem Bassisten ergaben sie ein fantastisches Trio.
4. ENDEMIT
Vít Beneš guitar, Vlado Micenko bass, Erik Hajtmánek drums
Instrumentiert wie eine Rockband, spielten sie auch etwas wie eine solche Kapelle. Nicht meine Musik.
5. NIESCIER PORTUGAL
Angelika Niescier saxophone, Mariá Portugal drums, percussion
Diesmal harmonierten die Beiden aus der ersten Band des Tages intimer. Zu zweit klappte alles und es wurde ein Auftritt mit reichlich Poesie.
6. DARIUS JONES & OTOMO YOSHIHIDE QUINTET
Darius Jones alto saxophone, Otomo Yoshihide guitar, Nick Dunston double bass, Gerald Cleaver drums, Yasuhiro Yoshigaki drums
Herr Yoshihide ist ein Gitarren Virtuose der Sonderklasse. Gegenüber saß Hr. Jones und die beiden improvisierten miteinander. Die beiden Schlagzeuger und der Bass sorgten für einen stabilen Rhythmus.
7. ILL CONSIDERED feat. TAMAR OSBORN
Idris Rahman saxophone, Liran Donin bass, Emre Ramazanoglu drums, Tamar Osborn saxophone, flute, clarinet
Das war der Knaller des Abends. Zwei Saxophone, die um die Wette improvisierten, Bass und Schlagzeug, was braucht es mehr für eine tolle Kapelle. Nach kurzer Zeit wagten sich immer mehr TänzerInnen vor die Bühne. Zum Schluss gab es sogar noch Zugaben.
SONNTAG
1. MANIUCHA & KSAWERY
Maniucha Bikont vocals, Ksawery Wójciński double bass, vocals, bells
Zum Ende wurde der Auftrittsort in die Peitzer Kirche verlegt. Dort erwartete uns ein Duo, das durchaus mehr im Bereich Folklore angesiedelt war.
Die Frau sang, auch obertönig, Lieder aus dem Grenzland zwischen Russland, der Ukraine und Polen. Das waren bäuerliche Weisen, der Bassist improvisierte dazu.
Es muss nicht immer Freejazz sein. Das Publikum war angetan.
2. CONNY BAUER’S KONRADISMEN
Conny Bauer trombone, composition, Nils Wogram trombone, Maxine Troglauer bass trombone, Gerhard Gschlössl tuba, trombone, Claudio Puntin bass clarinet, Maria Reich violin, Emily Wittbrodt cello, Matthias Bauer double bass, Dag Magnus Narvesen drums, Rieko Okuda piano
NIESCIER PORTUGAL
Mariá Portugal drums, percussion
Die kleine Bigband hatte Conny Bauer zusammengestellt. Mit vier Posaunen kam ein wenig Jericho in der Kirche auf. Frau Okuda gelang es, dem Klavier Töne zu entlocken, die sich Pianobauer nicht vorstellen können.
Dies war ein würdevoller Abschluss des Festivals.
Ein Lob an Marie Bobel, die das Programm zusammen gezaubert hat.
- Wenn dann ein Männlein im Wald auf einem Bein steht, bin ich oft nicht weit.
Wie einige von euch wissen, bin ich Citizen Science im Reich der Pilze geworden. Seit Januar bin ich Mitglied in der Pilzkundlichen Arbeitsgemeinschaft Berlin / Brandenburg.
Da jetzt die Sammelsaison für Speisepilze wieder beginnt, ein paar Tipps von den Profis.
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Denn mann / frau guten Appetit!










