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Finnische Pinselkleckser

15.01.2014

Unter dem Titel, Hunger nach Bildern - Finnische Malerei der Gegenwart, zeigte das Felleshus (die nordischen Botschaften) jüngere MalerInnen. Tiina Elina Nurminen (geb. 1967), Janne Räisänen (geb. 1971), Maiju Salmenkivi (geb. 1971) und Jukka Rusanen (geb. 1981) waren dabei.
Nach der Reden der Botschafterin und der Kuratorin schaute ich die Bilder an. Zur Eröffnung spendierte die Botschaft Wein, Saft und leckere Fazer Schokolade, diese war Made in Suomi.

Unten zeige ich euch etwas von dem, was mir gefiel.

Tiina Elina Nurminen
Purple Way, 2012
Öl auf Leinwand
100 x 110
Jukka Rusanen, 2013
Spielende Jungs am Strand
Öl auf Leinwald
195 x 190
Tiina Elina Nurminen
Faszination, 2011
Öl und Acryl auf MDF Platte
124 x 122
Wie ihr vielleicht bemerkt habt, sind auf dem Post nur Bilder von zwei KünstlerInnen zu sehen. Die Arbeiten der Anderen fand ich des Fotografieren nicht würdig. Die Auswahl der Kuratorin Ritva Röminger-Czako begeistere mich nicht vollständig. Ich hoffe wirklich, dass ich nicht die vier besten MalerInnen zu sehen bekam.
Die Ausstellung ist noch bis zum 07. März zu besichtigen.

Stein, Kinetik und Jamboree

12.01.2014

Mit I. besuchte ich die Sonderausstellung zum Fotografen Fred Stein im Jüdischen Museum. Der lebte von 1909 bis 1967 und war ein Liebhaber der schwarz / weiß Fotografie. Bis ihm die Berufsausübung als Rechtsanwalt wegen seiner jüdischen Herkunft untersagt wurde lebte er in Deutschland. Es gelang ihm vor den Deutschen zuerst nach Frankreich und dann in die USA zu fliehen, so konnten ihn meine Vorfahren nicht umbringen. In Frankreich begann er zu fotografieren und es gelang ihm als Profi Fuß zu fassen.

Schnell kam er in Paris mit den damals berühmtesten Fotokünstler Man Ray in Kontakt. Während der deutschen Teilbesetzung Frankreichs gelang ihm die Flucht vor den Mördern über Marseilles in die USA.
Dort begann eine steile Karriere als Fotograf für ihn. Er portraitierte alles war Rang und Namen hatte, darunter Albert Einstein und Georgia O'Keeffe .
Fotoapparate der Firma Leica waren sein Handwerkszeug.
Das Bild rechts zeigt seine Meisterschaft.

Nachmittags fand die Finissage der Arbeiten von Steffi Stangl - pericardium, kinetische Installationen, Zeichnungen und wundersame Objekte, in der Galerie im Turm statt. Mich wundert, dass sie noch nicht angegefragt wurde, eine Berufsausbildung zur Mechatronikerin zu machen.


Die auf und zu klappenden Scheren wurden mit pneumatischen Relais angesteuert. Ich war baff.

Abends schaute ich in die Mokkabar. Dort findet jeden Sonntag ein Jazz Jam statt. Ich dachte dort nur wenige Musiker anzutreffen, wo doch die meisten in der Samstagnacht zu Geldverdienen unterwegs sind. Aber Jazzer können wohl nicht schlafen, wenn andere ihre Instrumente auspacken.

Bezaubernde Vampire

02.01.2014

GASTBEITRAG Irmeli Rother


Zugegeben, ich bin kein Fan von bluttriefenden Vampirfilmen. Eigentlich kenne ich nur den Film „Tanz der Vampire vom Altmeister Polanski. Jetzt lockten der Name des Regisseurs und der Filmtrailer uns ins Kino Odeon in Schöneberg. Wir sahen den Film Only Lovers Left Alive von Jim Jarmush. Vampire sind untote, unsterbliche Wesen, die hauptsächlich nachts ihr Unwesen treiben. Tagsüber schlafen sie, oft in Särgen oder in Gruften. Sie ernähren sich ausschließlich vom Menschenblut.


Für die gezielten Bisse an die Halsader der Opfer sind ihre spitzen Eckzähne zweckmäßig. Fatal für die Gebissenen ist, dass sie selbst zu Vampiren werden. Bewährte Schutzmittel sind Knoblauchknollen, Kruzifixe und Weihwasser, auch starkes Sonnenlicht kann schützen.


© Pandora Film Verleih
Einen Vampir kann man unschädlich machen, in dem man ihm einen Holzpflock durch das Herz bohrt. Die bekanntesten Vampire sind wohl der aus Rumänien stammende Dracula sowie der Filmstar Nosferatu. In dem Film „Only Lovers Left Alive“ geht es um ein seit Ewigkeiten lebendes Vampir-Ehepaar. Auch wenn sie sich innig lieben, wohnen sie aus irgendwelchen Gründen getrennt. Adam lebt in einer Spukvilla in Detroit und  Eva hält sich in marokkanischem Tanger auf. Adam ist Musiker und Sammler von alten Gitarren und Röhrenverstärkern.


© Pandora Film Verleih
Er ist ein richtiger Messie und dazu noch schwer depressiv. In gewissem Sinne ist er für die Ernährung der Familie zuständig. Er geht jedoch nicht auf Jagd nach menschlichen Halsadern, sondern steckt sich ein dickes Geldbündel ein und fährt in seinem Straßenkreuzer in eine Klinik.


© Pandora Film Verleih
Dort werden ihm gegen Bares auf HIV und Anderes geprüfte Blutkonserven überreicht. Woher Adam das Geld dafür hat, bleibt unklar.
Auch Eva wohnt großzügig, um sie herum Bücherberge. In Tanger hat sie ihren Freund Marlowe, bei dem sie abends in einem Café ihre Blutkonserven abholen kann.


© Pandora Film Verleih
Adam und Eva sind trotz Fernbeziehung durch moderne Kommunikationsmittel, Mobilfunk und Skype, ständig miteinander in Kontakt. Als sie erfährt, dass es ihm sehr schlecht geht, bucht sie sofort einen Nachtflug in die USA. Ungemein spannend ist die Szene im Flugzeug, als ein Fluggast am Finger blutet und Eva Hunger hat.


© Pandora Film Verleih
In Detroit angekommen steht das Wiedersehen und die Liebe im Mittelpunkt. Am Tage wird geschlafen, bei dicken, zugezogenen Fenstervorhängen.
Nachts fahren sie durch die leeren Straßen der fast ausgestorbenen Stadt.


© Pandora Film Verleih
Das Leben der Beiden verläuft in ruhigen Bahnen, bis die quirlige kleine Schwester von Eva auftaucht und Einiges durcheinander bringt. Nach unglücklichen Ereignissen beschließen sich Adam und Eva nach Marokko zu flüchten.

Tanger ist exotisch mit seinen engen Gassen und dem dunklen Sternenhimmel. Doch die Drogendealer an den Ecken bieten nicht das an, was ein Vampir braucht...



"Only Lovers Left Alive“ ist ein Meisterwerk von Jim Jarmusch, ein glänzender Juwel! Der Film ist voller wunderschöne Bilder, sowohl in Tanger als auch in Detroit. Das zum Parkhaus umfunktionierte Theater kannte ich schon aus einer Detroit-Fotoausstellung. Gern hätte ich mehr von den Ruinen der Stadt erhascht. Tilda Swinton als Eva ist umwerfend. Die Figur von Adam ist düster und morbid, bringt Assoziationen an Jim Morrison. Tom Hiddleston spielt die Rolle überzeugend. Insgesamt hat der Film einen gemächlichen Gang, die Dialoge sind knapp, wie bei Aki Kaurismäki. Die Musik unterstützt die Geschehnisse im Film perfekt.

Hinweis: wer Mitglied in einem Vampir-Club werden möchte, wird im Internet fündig.
Warnung: Achtung vor Personen, die im Flugzeug oder in Nachtclubs eine dunkle Sonnenbrille tragen!

Interview mit Jim Jarmush

Kritiken der Anderen: Spiegel, FAZ, Die Presse, Frankfurter Rundschau