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Suche im Foto die Skulptur oder umgekehrt

16.02.2014

In der Akademie der Künste am Hanseatenplatz schauten wir die thematisch kuratierte Ausstellung: "lens based sculpture oder Die Veränderung der Skulptur durch die Fotografie". Ihr könnt sie noch bis zum 24.04 besichtigen.
Ich finde es schon spannend, wenn eine Ausstellung um ein Thema herum gestaltet ist, das ist meist schwieriger, als nur das Werk einer KünstlerIn vorzustellen, aber oft auch interessanter. Die Akademie ist ein wenig auf solche Konzeptschauen spezialisiert.

Étienne-Jules Marey, Chronofotografie, Bromsilbergelatineabzug, 1891
Die Liste der vertretenen KünstlerInnen ist lang und voll bekannter Namen:
John H. Ahearn, Francis Alÿs, Giovanni Anselmo, Dieter Appelt, Michael Asher, Rosa Barba, Lothar Baumgarten, Hans Bellmer, Joseph Beuys, Anna u. Bernhard Blume, Umberto Boccioni, Constantin Brâncuşi, Monika Brandmeier, Marcel Broodthaers, Johannes Brus, Chris Burden, John Chamberlain, Jean Cocteau, Tony Cragg, Richard Deacon, Georges Demenÿ, Jan Dibbets, Marcel Duchamp, Raymond Duchamp-Villon, Bogomir Ecker, Valie Export, Gilbert und George, Claudius Givaudan, Sabine Groß, Duane Hanson, Mona Hatoum, Thomas Hirschhorn, Martin Honert, Rebecca Horn, Stephan Huber, Joan Jonas, Allan Kaprow, Harald Klingelhöller, Raimund Kummer, Edmund Kuppel, Yayoi Kusama, Nikolaus Lang, Paul Etienne Lincoln, Étienne-Jules Marey, Gordon Matta-Clark, Bruce McLean, Ana Mendieta, László Moholy-Nagy, Robert Morris, Ron Mueck, Bruce Nauman, Cady Noland, Yoko Ono, Dennis Oppenheim,Giuseppe Penone, Hermann Pitz, Fritz Rahmann, Auguste Rodin, Reiner Ruthenbeck, Karin Sander, Michel Sauer, George Segal, Volker Seifried, Richard Serra, Roman Signer, Charles Simonds, Kiki Smith, Robert Smithson, Pia Stadtbäumer, Rachel Whiteread.

Umberto Boccioni
Einzigartige Formen der
Kontinuität im Raum, 1913
Das Spektrum der ausgestellten Objekte umfasste frühe experimentelle Fotografie, Futurismus, Dada, Konzeptkunst, Pop Art, Land Art, Abstraktion, Hyperrealismus, Arte Povera,Videos von Performances usw. Ein Problem der Ausstellung ist die Vielfalt der künstlerischen Positionen. Dass sich seit 1900 fast alle KünstlerInnen mit der Fotografie konfrontiert sahen, ist selbstverständlich. Spätestens, wenn eine Skulptur auch Menschen, die nicht physisch anwesend sind, bekannt gemacht werden soll, kommt sie zum Einsatz.

Vielfach werden die neuen Medien aber auch direkt genutzt.
Für mich erschien der Zusammenhang mit Fotografie bei einigen Werken jedoch etwas konstruiert. Bei einem Betonblock von Bruce Nauman konnte ich ihn gar nicht entdecken.
Neben den Objekten und Fotos bietet die Ausstellung noch zwei hölzerne Pavilions mit zusätzlichen Informationen. Leider steht aber nur in einem eine Sitzbank, sonst sind keine Sitzmöbel vorhanden. Wenn man / frau alles in Ruhe anschauen will, ist hinterher ein Fußbad nötig.

Valie Export, "Einarmung, Körperkonfiguration", 1972
© VG Bild-Kunst, Bonn

Yamato trommelt

12.02.2014

I. lud mich zu einer Show der japanischen Taiko Trommelgruppe Yamato in den Admiralspalast ein. Wir saßen auf einem Platz im Parkett und sahen so gut. Die Gruppe lieferte eine eindrucksvolle Vorstellung ab.


Taiko Trommeln (Dicke Trommeln) gelangten um das angebliche Jahr Null aus Korea nach Japan. Dort wurden sie unter anderem als Signaltrommeln im Krieg und bei Festen eingesetzt. Yamato benutzte neben ihnen Zimbeln und Flöten und erzeugte mit diesem Instrumentarium ordentlich Schalldruck. Durch die perfekte Bühnenperformance wurde alles auch noch sehr ansehnlich präsentiert.
Wären nicht die etwas unverschämten Preise für Getränke und Garderobe (Tasche und Jacke je 2€) gewesen, wäre der Abend rundum gelungen gewesen. Aber die hat der Betreiber des Veranstaltungsorts zu verantworten.

Schatzsuche in Fargo

08.02.2014

© Irmeli Rother
Der Film Fargo der Coen Brüder ist ein cineastischer Geheimtipp. Eine schwangere Provinzpolizistin und zwei komplett durchgeknallte Gangster ergeben eine tolle Filmgeschichte.
Bei der Berlinale sahen wir Kumiko, the Traesure Hunter der Zellner Brüder.
Da versucht eine verrückte Tokioterin den im Film Fargo in den Weiten von North Dakota versteckten Schatz zu finden.

Wer Fargo sah, weiß dass der blödeste Gangster den Geldkoffer neben einem vom Horizont bis Horizont reichenden Weidezaun im metertiefen Schnee verbuddelt hatte und um die Stelle zu kennzeichnen einen kleinen Eispickel in den Schnee steckte.

Da lachten alle im Kino, denn es war klar, dass er den Koffer nie wiederfindet, selbst wenn er im Laufe der Handlung nicht draufgeht.

Genau diesen will jedoch Kumiko suchen und finden, nachdem sie den Film Fargo gesehen hat.
Sozusagen doppelt bekloppt.
Dafür reist sie mit Hilfe einer in der Firma geklauten Kreditkarte von Tokio in die USA, findet sich in einem Flughafen wieder und die Suche beginnt. Ohne Sprachkenntnisse und nur mit einer Pause des Standbildes von der Stelle, wo der Gangster das Geld verscharrte, scheint das unmöglich, doch im Film ist Vieles möglich und so gelingt ihr Vorhaben.

Mir war das Alles zu abgedreht, doch meine Begleiterin war begeistert.
Ich fand nur witzig, dass diesen Film ebenso ein Bruderpaar erarbeitet hatte. Während des After Film Gesprächs trank ich lieber draußen einen Kaffee.

© Irmeli Rother