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Freiheit oder Kummet

01.08.2014

Christian Schmidt-Chemnitzer
I. R.
Ob ein Pferd glücklich ist, wenn es einen Kummet um den Hals trägt und Lasten ziehen muss, lässt sich nicht so gut sagen. Die PerformerInnen oben scheinen vom Halsring eher betroffen zu sein. Ihr Gesichtsausdruck erinnert ein wenig an Buster Keaton.

Im Freien Museum Berlin wurde mal wieder zu eine Ausstellung eröffnet. Unter dem nichtssagenden Titel "Let's Fix It!....It’s Fixed!" stellen neun KünstlerInnen aus.
Besonders peinlich fand ich, dass die Galerie es versäumt hatte, die Werke zu beschriften. Außerdem fehlte eine Liste der Arbeiten.
BesucherInnen auf das Internet zu verweisen ist frech, besonders wenn auf der Webseite gerade mal eine Namensliste zu finden ist.

So versuchte ich die geknipsten Bilder den genannten KünstlerInnen zuzuordnen. Irgendwie blöd.

Cox Parrow
ter Hell
Axel Pahlavi
Anschließend zeigte das im Hinterhaus ansässige Filmfestival ContraVision während der Hofparty eine Auswahl seiner Kurzfilme. Wir schlürften Rotwein und staunten nicht schlecht, was dort für fantasievolle Arbeiten zu sehen waren.
Stunden später gingen wir ein wenig versöhnt nach Hause.


Fotos © Irmeli Rother

Am Knie der Spree

13.07.2014

Die offenen Ateliers in Oberschöneweide sind ein jährliches Kunstereignis. Sie firmieren unter Kunst am Spreeknie. Wir fuhren wieder bis zum S-Bahnhof Schöneweide und bewegten uns in Richtung Kaisersteg, einer autofreien Brücke.

Manuel Perrin, 2014
You wan´t see me
Vor dem Spreeübergang beschauten wir in der Hasselfelder Villa die ersten Arbeiten unter dem Motto "Nachspiel".
So empfing uns im Garten zuerst der Fußball durch einen mit Bällen vollgestopften BMW.
Zum Glück sind wir beide, I. und ich, gegen Massen Hysterie durch Fußball relativ resistent.


In der Villa fielen uns einige Bilder von Verena Schock auf.

Der Teufel steckt im Detail
Wer schöner ist, ist geschminkt

Auf der anderen Spreeseite schnüffelten wir erstmal durch ein paar kleine Galerien. In der Ladengalerie in der Rathenaustraße entdeckten wir die Konstallation 2.0. Die UdK Meisterschüler Robert Günther und Mathias Roloff stellten dort aus.

Mathias Roloff, Die Wand, 2014
Im Anschluss besuchten wir die großen Hallen in der ehemaligem Kabelfabrik.
Im Maschinenhaus des Umspannwerkes war Metaphysik das Leitthema. Susanne Roewer und John Power elektrisierten dort.


Es folgten die Spreehallen. Alles was ich tue war hier das Motto der Fotoausstellung. Von Katrin Streicher, Christian Muhrbeck, Tor Seidel, Paul Langmead sowie Alexander Schippel war professionell Geknipstes aus Peking, Dubai, den USA, Bremen und Schöneweide gehängt..

Paul Langmead, Bejing
In der Halle 125 fand eine Messe statt. Die ArtSale sollte Kunst verkaufen. Einiges gefiel uns recht gut.

Delia Valentina Fröhlich
Prints
Mathias Roloff
Ein Brudermord

Ursula Heermann-Jensen, Candy 1, 2, 3
Pauline Pieper, Regulierungswut
Georg Krause, Begegnungen 1-6
Alero Boyo, Mystical ferris wheel

Dann besuchten wir das Atelierhaus am Spreeufer, in dem wir im letzten Jahr an einem Samstag bis in die Puppen gefeiert hatten. Am Sonntag war natürlich keine Party, aber am Ufer sitzen und Bilder schauen war schon erlaubt.



Sabine Burmeisters Arbeiten unter dem Titel "Die spinnen doch alle" waren dabei hervorragend. Mit einem Dampfer der Reederei Riedel verließen wir die Kunstszene und fuhren zurück nach Berlin.

Spekulanten gegen KünstlerInnen

05.07.2014

Ein Hoffest fand zum fünfjährigen Bestehen des Atelierhauses Mengerzeile statt. Ein weiterer bitterer Anlass war die Ankündigung, dass die Erbengemeinschaft des Hauses Luxus Wohnungen bauen will. Ich hoffe der Widerstand dagegen hilft oder die  Immobilienblase in Berlin platzt.

Armut und Molotowcocktails für die Spekulanten!

Schön war es trotzdem bei leckeren Speisen und Getränken mit den KünstlerInnen zu schwatzen. Ich hoffe das ist im nächsten Jahr auch noch möglich.


Ein weiter Grund für unseren Besuch war die Ausstellung von Bildern des niederländischen Malers Rob de Vrij in der Hausgalerie. Der kommt vom Faltenwurf nicht los. Die kunstvolle Draperiegestaltung wurde ein wichtiger Bestandteil in der Kunstausbildung zwischen dem 17. und dem 19. Jahrhundert. Rob de Vrij stellte nachgemalte Teilstücke aus historischen Gemälden aus. Wir trafen ihn zwischen seinen Werken und er erklärte uns aus welchem Bild er den jeweiligen Ausschnitt geklaut hat.