Dieses Blog durchsuchen

Nichts vergeben, nichts vergessen

01.12.2014

Im Film "Im Labyrinth des Schweigens" wird 1953 ein junger ambitionierter Staatsanwalt von seinem Vorgesetzten darauf angesetzt die Mörder von Auschwitz hinter Gitter zu bringen.
Der Film beginnt damit, dass ein Ex-Häftling einen Lehrer als einen der Mörder aus Auschwitz wiedererkennt.
Ein mit ihm bekannter Journalist versucht den SS-Mann anzuzeigen, aber der mit vielen Ex-Nazis durchsetzte Justizapparat versucht dies zu verhindern. Doch unser redlicher Hauptdarsteller durchkreuzt das Ansinnen und erhebt mit Unterstützung seines Vorgesetzten Anklage gegen die KZ-Aufseher. Der Film beschreibt sehr gut die verdrängende deutsche Bevölkerung, die solche Ankläger als Netzbeschmutzer ansahen. Neben einer wohl notwendigen Liebesgeschichte wird sehr gut dargestellt, wie der Hauptdarsteller sich immer mehr einigelt, weil ihm klar wird, dass er unter Mördern lebt. Ein toller Film und es gibt sogar ein Happy End, soweit es bei dem Thema möglich ist.

Die Geschichte beruht auf den Erlebnissen von Fritz Bauer, der damals Staatsanwalt wurde und den Prozess gemeinsam mit Anderen durchsetzte. Eine wichtige Rolle spielte dabei der Journalist Thomas Gnielka, der als Flakhelfer im KZ-Werk der IG Farben Auschwitz Birkennau eingesetzt war und der sich in der Nachkriegszeit dem deutschen Wunsch wiedersetze, die eigenen Taten zu verdrängen. Die so genannten Auschwitz Prozesse fanden in Frankfurt nach zehn Jahren Ermittlung statt.

Andere Kritiken: Zeit, Spiegel, Stuttgarter Zeitung, Frankfurter Rundschau

Lecker Prinzenrolle

29.11.2114


Durch Zufall bin ich auf eine Perle der deutschen musikalischen Unterhaltung gestoßen. Prinz Chaos der Zweite spielte in der Kellerbar DoDo. Teilweise unterstützte ihn Simon Blüthner am E-Piano.
Bei dem Namen Prinz Chaos hegte ich zuerst Zweifel, ob was Gutes geboten wird. Doch den Wirten des Dodo ist ein super Konzert zu verdanken. Der Prinz spielt mit seiner Band als Vorgruppe von Konstantin Wecker.
Die Songs waren meist selbst geschrieben oder sonst oft von Franz Josef Degenhardt. Der junge Mann kann gut singen und sieht auch noch ziemlich gut aus.
Da dachte ich, dass er, wenn er so durch die Lande zieht, sicher schon viele Frauenherzen gebrochen hat. Pustekuchen, - er outete sich als Schwuler. Da bekam ich Zweifel, ob es so gut ist, dass ich ausschließlich Frauen mag ;-)

Schnitzverrückter Bauer

27.11.2014

Julian Strek hat sein Leben lang geschnitzt. Nicht wie die anderen polnischen Volkskünstler, die meist traditionelle Arbeiten kopieren, er hat seinen eigenen Stil entwickelt. Seine Kunst ist in Polen nie anerkannt worden. Der Berliner Sammler Jochen Schmidt hat sie entdeckt, doch bekannt wurde Strek zu Lebenszeiten nie, so starb er einsam und verkannt.
Wenn ich die Skulpturen einordnen müsste, würde ich sie dem Bereich Naive Kunst zuordnen, obwohl sie nicht gefällig sind.
Arbeiten von ihm stellt aktuell die Galerie Art Cru aus.

Ich fand die Figurengruppen ganz hübsch, doch mich störten die reichlich vorhandenen religiösen Symbole. Als armes Heidenkind kann ich damit wenig anfangen.
Die Ausstellung ist noch bis zum 24.01.15 zu betrachten, Di - Sa von 12:00 bis 18:00 Uhr.