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Punkt und Strich

23.01.2015

Schnell mal um die Ecke zur Vernissage, so mag ich es.
Die Galerie cubus-m zeigte Wonkun Jun "Jenseits der Logik". Eher klassisch gemaltes, wobei er, wie der Gallerist so schön sagte, sowohl zugefügt, wie auch entfernt. Der Künstler trägt Acryllack in bis zu dreißig dünnen Schichten auf und wischt ihn teilweise wieder ab. So entstehen etwas transparent und unscharf wirkende Bilder.


Die Werke sind sehr dekorativ und eigenen sich vorzüglich als Animation bei einem LSD Trip. Auch für Meditationsräume sind sie ideal. Eine Besucherin dachte allerdings, sie hätte vergessen ihre Brille aufzusetzen.
Der Künstler selbst ist leider sehr schüchtern. Er wollte noch nicht mal von mir vor seinen Gemälden fotografiert werden und er saß während der Vernissage in der Ecke und war scheinbar mit seinem Handy beschäftigt.
Ich hoffe, dass er trotzdem und trotz der Preise (von 1500,- bis 9000,- Euro) auch mal ein Bild verkauft.
Im Anschluss an die Eröffnung zog ich mit ein paar mir bis dahin Unbekannten zum Weintrinken ins P103. Darunter war ein Mann, Michael Melzer, der bei Robert Lemkes Was bin ich? Heiteres Beruferaten sicher ein volles Schweindel gewonnen hätte. Er ist Tierbestatter.

Wer jetzt jedoch sein kürzlich verstorbenes Flusspferd los werden will, sollte wissen, dass pro Kilo bezahlt werden muss. Außerdem wird der Radlader extra berechnet. Bei vier Meerschweinen und Gemeinschaftseinäscherung ist der Preis mit 25 Euro recht günstig, wenn die Leichen zusammen nicht mehr als ein Kilo wiegen. Auf alle Fälle wirkt sich eine kleine Diät vor dem Ableben finanziell günstig aus.
Günstiger ist die Tierkörper Beseitigung durch die BSR, das Flusspferd wird abgeholt und sie zahlen lediglich 30 Cent pro Kilogramm. Sie können ihr liebstes Tier aber auch im Garten vergraben, wenn dieser nicht in einem Wasserschutzgebiet liegt.

Walpurga trifft Rock

21.01.2015

Skulpturalles von Walpurga Pauels und Fotos aus der Zeitschrift www.rockinberlin.pl wurden bei einer Vernissage im Freien Museum Berlin präsentiert.

1. Die polnisch / deutsche Zeitschrift Rockin Berlin.

c/o Marek Szlachcic-Tritscher
In diesem Teilbereich  wurden Fotos von mehr oder weniger prominenten BerlinerInnen gezeigt.
Die Fotos fand ich eher durchschnittlich, was aber auch daran liegen mag, dass mich Promis nur sehr wenig interessieren, ich finde sie langweilig.
Besonders doof fand ich die Fotos einer polnischen Misswahl. Ich dachte die Welt ist über solchen Schwachsinn hinaus gewachsen.
Die Malerei / Foto Colagen gefielen mit dagegen recht gut.

2. Der Ausstellungsteil von Walpurga Pauels firmiert unter dem Titel "Cutis Chrys(t)alis - Broken Characters"

Sie ist eine KonzeptkünstlerIn, die in einem Raum das Thema Wasser mit dem Thema Salz und Zucker verknüpfte.
So war die links liegende Freya aus salzigen Nori Algen geformt und mit Kandis Zucker Stücken bestreut.
Die anwesende Künstlerin erklärte sehr gut ihre Arbeiten.
So verstand ich ihre Kunstwerke besser und fühlte mich gut informiert.
Auch die im Nachbarraum zu sehenden aus textilen Netzen gefertigten Figuren waren sehr ansehnlich.
Insgesamt waren ihre "Gebrochen Charakter" sehr phantasievoll gestaltet und professionell ausgeführt.
Walpurga Pauels ist für mich eine künstlerische Entdeckung.

Zeit sich zu häuten

Aus der Vogelperspektive betrachtet

17.01.2015

I und ich schauten im Babylon Kreuzberg "Eine Taube sitzt auf einem Zweig und denkt über das Leben nach".
Ein schwedischer Episodenfilm mit schwarzem Humor.

Die Hauptpersonen sind zwei Herren, die sich als Scherzartikel Verkäufer versuchen. Sie leben in einem Männerheim und ihre Verkaufsschlager ( Vampirzähne, Lachsack und eine Gummimaske) sind keine Bringer.

Die beiden Komiker tauchen jedoch nur in einigen Szenen auf, denn im Film gibt es keine durchgehende Handlung.
Er beginnt mit drei Szenen, in denen Menschen sterben. Ganz alltägliche Menschen, die ganz alltäglich sterben. Der Regisseur Roy Andersson inszeniert dies genauso lakonisch wie den Rest des Films. So stirbt ein Passagier einer Fähre beim Einkauf am Selbstbedienungstresen. Da er sein Bestelltes schon bezahlt hat, fragt die Kassiererin die anderen Mitfahrer, wer das Bier und das Krabben Brötchen geschenkt haben möchte.

Einzig den Scherzartikel Verkäufern bietet sich die Chance den ZuschauerInnen näher zu kommen. Das liegt daran, dass die anderen SchauspielerInnen meist kurz und oft auch in verschiedenen Rollen auftauchen.

Außerdem hält die Kamera immer viel Abstand. Sie steht immer statisch im Raum, insgesamt soll es nur neununddreißig Einstellungen geben.

Eine Klammer im Film ist der Satz: "Es freut mich zu hören, dass es euch gut geht". Dieser wird von Personen in verschiedenen Szenen gesprochen. Jedesmal ist deutlich zu sehen, dass er nur eine Floskel ist, eigentlich verlogen.

Das Setting, in dem die Schauspieler sich bewegen, ist recht spärlich ausgestattet.

Doch als an der Kneipe der König Karl XII, geboren 1697, mit seiner Armee vorbei in die Schlacht zieht, wird es zu einen Kostümfilm. Da der König wenig von Frauen hielt, nimmt er den hübschen jungen Kellner gleich mit.

Irgendwie sind die Bilder und Handlungen auch verstörend und teilweise unverständlich. Wer eine Komödie erwartet, dem wir das Lachen mit Sicherheit im Hals stecken bleiben.


Spätestens wenn zur Unterhaltung einer Geburtstagsfeier Sklaven in einen Kupferkessel getrieben werden. Nachdem darunter Benzin entzündet wird, bringen die Eingeschlossenen den Zylinder in Rotation und aus den Löchern ertönt ein Konzert des Leidens.

I. und ich empfehlen den Film uneingeschränkt!

Kritiken der Anderen: Spiegel, Stuttgarter Zeitung, critic, FAZ, NDR,