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Böser, böser, Richard

05.05.2015

Unser Lieblingsschauspieler und Rampensau Lars Eidinger gab Richard III. nach Shakespeare in der Schaubühne. Einen verkrüppelten hinterhältigen Machtmenschen, der so lange alle austrickst und viele um die Ecke bringt bis er merkt, dass alle ihm ans Leder wollen. Da zieht er in eine letzte Schlacht und kommt in ihr um.

Foto: Arno Declair
Nun mag die Story nicht die Realität widerspiegeln, die Sieger über Richards Familie stellten die neuen Regenten und eine positive Darstellung Richards hätte Shakespeare wohl den Kopf gekostet.
Trotz diesem Mangel ist ein Stück von englischen Autor immer überzeugend, wenn das Personal auf der Bühne die Geschichte transportiert. Dies gelang ausgesprochen Gut,
Ein Raum der Schaubühne war dafür als Globe Theater gestaltet.
Als Bösewicht verstand Herr Eidinger so richtig böse und hinterhältig zu sein. Sehr viel Raum blieb da nicht für die anderen Akteure.
Das Bühnenbild war aber auch genial und die begleitenden Musiker auch. Im Video unten ist das Stück anzusehen. 


Regie: Thomas Ostermeier
Bühne: Jan Pappelbaum
Kostüme: Florence von Gerkan
Mitarbeit Kostüme: Ralf Tristan Scezsny
Musik: Nils Ostendorf
Video: Sébastien Dupouey
Dramaturgie: Florian Borchmeyer
Licht: Erich Schneider
Puppenbau: Ingo Mewes, Karin Tiefensee
Puppentraining: Susanne Claus, Dorothee Metz
Kampfchoreographie: René Lay
Richard III: Lars Eidinger
Buckingham: Moritz Gottwald
Elizabeth: Eva Meckbach
Lady Anne: Jenny König
Hastings, Brakenbury, Ratcliff: Sebastian Schwarz
Catesby, Margaret, Erster Mörder: Robert Beyer
Edward, Bürgermeister, Zweiter Mörder: Thomas Bading
Clarence, Dorset, Stanley, Prinz v. Wales (als Puppe): Christoph Gawenda
Rivers, York (als Puppe): Laurenz Laufenberg
Schlagzeuger: Thomas Witte

Auftrieb der Kulturaffinen I.

01.05.2015

So ein Galerien Wochenende kann für KunstliebhaberInnen auch schon mal zum Stress werden. Man / frau kann sowieso nicht alle Ausstellungen besuchen und so stellt sich schnell der Gefühl ein, man / frau hätte das Wichtigste übersehen.
Zum Glück sind I. und ich erfahrene Followers of Art und wissen, nie können wir Alles sehen und geben uns mit dem zufrieden, was mir vor die Iris und I. vor die Linse kommt.

Etwas aus der Art geschlagen war die erste Vernissage. Traditionell zeigen Jorma Huusko und Aku Jääskeläinen am ersten Mai ihre Kunstwerke des letzten Jahres im Finnland-Zentrum. Die beiden Künstler sind Studienkollegen der Architektur aus Oulu, dem Nippel am Bottnischen Meerbusen.

Jorma Huusko, Die Stelle des
Marktplatzes, 2015
Jorma ist ein Freund von I. und auch deshalb besuchen wir diesen Event. Die Arbeiten der beiden sind ansehnlich.
Sympathisch war auch die Spendenaktion der beiden für ein Projekt in Afrika und das Kulturprogramm mit  Musik / Performance.
Dazu wurde leckerer Sekt und Knabberzeug gereicht.


Das richtige Galerien Wochenende begann danach für uns mit einer Vernissage in der Sankt Agnes Kirche in Kreuzberg. Diese wurde 2012 von den GaleristInnen Lena und Johann König und zu einem Ausstellungsraum umgestaltet. Architektonisch ist sie dem Brutalismus zu zuordnen. Ich verstehe immer noch nicht, weshalb so etwas damals chic war.
Der berühmte Architekt Werner Düttmann hat das Gebäude erbrochen.
Aber die Räume sind riesig und wie gemacht für Großformatiges.

Wie geschaffen für die mehrere Quadratmeter großen Bilder von  Katherina Grosse war der Altarraum im ersten Stock.
Wir waren ob der kräftig farbigen Gemälde begeistert.
Man / frau braucht neben genügend Kleingeld leider auch viel Platz an der Wand für die Werke.

Michael Sailstorfer
Knoten (44), 2014
Im Untergeschoss wurde eine Gruppenausstellung präsentiert. Manches war eher läppisch wie die Luftballons von Jeppe Heim, die gelangweilt und langweilig an der Decke hingen. Dessen Stil erinnerte mich fatalerweise an den teuren Plastikmüll von Jeff Koons. Aber auch meine Lieblingskünstlerin Alicja Kwade war dabei, doch in der Menge des Angebotenen fiel mir eine Arbeit von Michael Sailstorfer besonders auf. Er war Preisträger 2012 des Vattenfall (Kohlenstaub + Atommüll) Preises in der Berlinischen Galerie.

Camille Henrot, 2014
Personal Development
Hervorragend fand ich die Skulptur von Camille Henrot. Ihre Arbeiten sind teilweise nett ironisch. Es lohnt sich auf ihre WEB Site zu schauen. Die Künstlerin war mir bis dato unbekannt. Sie ist sehr gut international aufgestellt. Ich glaube, ich muss mir ihren Namen merken.
Dann hatten wir erstmal genug Sichtbares aufgesogen, speisten in einem Restaurant, radelten nach Hause und bereiteten uns auf die kommenden zwei anstrengenden künstlerischen Tage vor.

Fotos © Irmeli Rother

Tanzen mit Gabys

30.04.2015

In der den Nacht des Abschieds vom April tanze ich gerne in den Mai. Diesmal mit Freunden im Brauhaus Südstern. Dies ist eine recht geräumige Kneipe an der Straße Hasenheide nah beim Südstern, die während des Normalbetriebs viel von Haxentouristen frequentiert wird. Ob der entsprechenden Geruchsbelästigung halte ich mich nicht gerne im Gastraum auf.
Im Sommer ist aber der Biergarten zum Park ein kleines Juwel, lecker ist auch das selbst gebraute Bier.
Das draußen Feiern war ob den Regenfällen jedoch nicht angesagt.
Wir hatten einen Tisch bestellt und vorher gut gegessen, denn die Qualität der Speisen ist dort unterdurchschnittlich.
Nach einer eher mittelmäßigen Vorband namens Boat People warteten wir sehnsüchtig auf den Hauptgig, die Frauencombo, Die Gabys.
Die sind Profis, sowohl was die Bühnenshow als die musikalische Präsenz angeht. Da ging, wie der Berliner so sagt, die Luzi ab.



Die Damenkapelle unterhielt uns mit Soul, Rock und Blues gut. Trotzdem es eine 60+ Plus Party war, füllte sich schnell die Tanzfläche und es wurde gezappelt.
Zum Schluss gab es dann noch ein Set, bei dem beide Bands auf der Bühne standen.