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Jazz do Brasil

06.05.2016


R. animierte mich sie zum Konzert von Ed Motto im Rahmen des X(Kreuzberg)JAZZ Festivals zu begleiten. Ich muss sagen der Tipp von ihr war super.

Ort war das Bi Nuu, das alte Kaufhaus am Tor, unter dem U-Bahnhof  Schlesisches Tor gelegen. Dort entstand später der Kulturbahnhof Kato.
Zur Zeit der großen Hausbesetzungswelle besuchte ich es oft.

Dort harrten wir mit mehreren hundert Menschen auf den Auftritt.
Ed Motta kann mit seiner Körperfülle eine kleinere Bühne sicher gut alleine ausfüllen. Doch stand er mit einem Pianisten, zwei Blechbläsern, einem Bassisten und dem Drummer auf den Bretter.
Dann ging die Band ab wie Luzie. Ich würde sagen, sie bewegten sich im Spektrum Afro Jazz, mit einem starken Einfluß von Funky Music.
Ed Motta ist jedoch auch ein Meister der leisen Töne, bei einem Medley imitierte er ganz alleine verschiedenste Instrumente und Stücke der Pop und Rock Geschichte als Beatboxer. Ich tanzte zwei Stunden und war traurig, dass das Konzert so schnell vorbei war.

Japanische Schmetterlinge

04.06.2016

A. Hohenstein
Wenn ein Komponist Anfang des 20. Jahrhunderts den kolonialistischen Blick der  EuropäerInnen auf Japan bedienen wollte, bot sich als Hauptfigur eine junge Frau an, die unverschuldet im Elend landet. Sie soll zur Hure gemacht werden und bringt sich ob der angehäuften Schuld am Ende um.
Die Oper Iris Butterfly hat Pietro Mascagni 1898 uraufgeführt. Damals war der Fokus der Kunst in Richtung Japan gerichtet. Die dortige malerische Tradition schlug in Paris wie eine Bombe ein. Viele Expressionisten saugten sie auf, es entstand der Japonismus.
Das Kulturbürgertum war fasziniert, so dass auch Opern diese Mode aufnahmen.

Foto Irmeli Rother
Die Neuköllner Oper stülpte den SchauspielerInnen niedliche Manga Kostüme über. Eigentlich folgerichtig, denn die Story würde in dieses japanische Comic Genre passen. Aber auch eine Aktualisierung in Richtung einer jungen osteuropäischen Armutshure wäre möglich gewesen. Das hätte ich spannender gefunden.
Mir gefiel Bühnenbild, Musik und Schauspiel jedoch gut. Leider kam der Gesang schlecht herüber, teilweise deutlich, teilweise war der Text unverständlich. Am Mischpult hinter den ZuschauerInnen saß eine Person, die für das Aussteuern zuständig war. Sie hatte die Kapuze tief ins Gesicht gezogen und machte den Eindruck, als wenn sie die Vorstellung verschlief. Meiner Freundin und mir ging der kaum verständliche Gesang so auf die Nerven, dass wir die Vorstellung in der Pause verließen. Schade!

Fotograf Matthias Heyde
Musikalische Leitung: Hans Peter Kirchberg |Inszenierung: Fabian Gerhardt | Text und Dramaturgie: Bernhard Glocksin |Film: Vincent Stefan | Ausstattung: Rebekka Dornhege Reyes + Nina Thielen
Mit: SuJin Bae, Seri Baek, Yuri Mizobuchi; Till Bleckwedel, Gustavo Eda, Elias Han


Kritiken der anderen: RBB, NMZ,

Vappu (nicht ganz gleich 1.Mai)

01.05.2016

Am Kampftag der Arbeiterklasse vernachlässigten wir diesmal die Demos und Straßenfeste, es fand ja auch das Gallery Weekend statt.

Zuerst besuchten wir das Kunstareal Pohlstr.11 unter den U-Bahnbögen am  Gleisdreieckpark. Das ist dort, wo man / frau mit dem Zug vom Bahnhof Gleisdreieck durch ein Haus zum Bahnhof Kurfürstenstraße rast.
Leider ist das Kunstzentrum sehr klein, nur in wenigen Bögen sind KünstlerInnen untergebracht.
Ganz besonders bezaubernd fanden wir dort die fragilen Arbeiten von Bettina Lüdicke.

Unser nächster Anlaufort war die regelmäßig am 1. Mai stattfindende Ausstellungseröffnung im Finnland Zentrum in Kreuzberg. Wie jedes Jahr besuchte ich sie mit meiner Liebsten, die dort finnische Bekannte trifft. Wie immer stellten auch die gleichen KünstlerInnen Jorma Huusko, Aku Jääskeläinen und Marja-Liisa Skibba aus.
Nach mehreren Jahren kenne ich die KünstlerInnen, ihren Stil und viele BesucherInnen recht gut. Das Ereignis hat mittlerweile Tradition.


Wenn ihr nicht wisst, weshalb Jorma und Aku Mützen tragen, auch das ist eine Tradition. Diese Mützen bekommen AbiturientInnen zur Matura. Am 1. Mai setzen sie diese stolz auf. Die beiden Männer tragen die mit großen schwarzen Bommeln. Das sagt aus, dass sie einen Abschluss einer technischen Hochschule in der Tasche haben.

Maaßenstraße So. um 12:30
Danach waren wir etwas kunstfaul und flanierten die Bergmannstraße entlang in Richtung Schöneberg. Dabei fielen mir in fast allen Läden Plakate auf, die zu Einwohnerversammlungen wegen einer sogenannten Begegnungszone einluden. Offensichtlich wollen sich Straßenmöbelfabrikanten mit langweiligen Stadtlandschaften eine goldene Nase verdienen. Auf www.nollendorfkiez.de könnt ihr die "begeisterten" Kommentare der AnwohnerInnen der Maaßenstraße nachlesen.

Es entsteht gerade eine Initiative zur Abschaffung der Zone.

Alle Fotos: Irmeli Rother