14.10.2026
- Das Ensemble Fest Berlin 2026 fand vom 2.-4. Okt. im ehemaligen CA Kaufhaus in der Karl-Marx-Str. in Neukölln statt, was auch schon bessere Zeiten gesehen hat. Die Deckenverkleidungen fehlten und die Rolltreppen waren außer Betrieb. Doch die Örtlichkeit bildete einen netten Kontrast zur neuen experimentelle Musik, die dargebracht wurde. Ich sah zwei Kapellen. Die Konzerthalle heist CANK.
1. Lange / Berweck / Lorenk standen hinter Tischen und erzeugten Töne auf Synthesizer und Co. Bei solcher Art Auftritt überkommt mich schnell die Langeweile. Nicht wegen der Musik aber MusikerInnen, die nur an Knöpfen drehen, haben kaum Bühnenpräsenz. Sie könnten auch an der Bar Cocktails schlürfen, derweil die Klänge vom Speichermedium kommen.
2. Da boten die Maulwerker (ein Chor) und das Splitter Orchester eine andere Performance.
Wir ZuschauerInnen wurden im Kreis platziert und die MusikerInnen stellten sich im Kreis um uns herum auf.
Sie spielten von Kristian Kesten: Tektonische Verschiebung für 17 Instrumente und 9 Stimmen.
Das Stück ergriff mich sehr. Das Licht wurde so gedimmt, das die KlangerzeugerInnen nur schemenhaft zu sehen waren. Die Musik began extrem leise, ich konnte kaum etwas hören. Im Verlauf des Auftritts steigert sie sich nach einer halben Stunde zu Normal-Lautstärke. Das war ein spannendes Konzert.
- Alle Filme gefallen mir auch nicht.
Letztes Jahr in Marienbad von französischen Regisseur Alain Resnais aus dem Jahr 1961 langweilte mich so sehr, das ich den Saal verließ. Er stammt aus der Epoche des Existenzialismus nach dem Krieg, wo absurde Geschichten angesagt waren.
Das Set war eine Kurhotel in dem sich SchauspielerInnen bewegten. Ab und zu sprachen sie auch miteinander belangloses Zeug. Ein Paar spielte die Hauptrolle, wobei der Mann ausschließlich redete. Er betonte regelmäßig, das er sie schon in Marienbad kennengelernt hat. Alle spielten komplett emotionslos. So weit, so uninteressant. Muss niemand anschauen, auch wenn der Film einst einen goldenen Löwen bekam.
- Etwas relevanter für mich war der Film Staatsschutz vom iranisch stämmigen Regisseur Faraz Shariat .
Die Story: Eine junge Staatsanwältin wird irgendwo in der Provinz von Nazis attackiert, denn sie sieht asiatisch aus.
Als sie die Täter ermitteln und vor Gericht bringen will, scheint niemand so richtig Interesse am Fall zu haben. Als sie selbst ermittelt, wird sie behindert. Doch es kommt zum Prozess und sie enttarnt eine nationalsozialistische Zelle, die ganz offen und unter der Duldung von Polizisten und ihrem Vorgesetzten operiert. In alten Akten entdeckt sie Fälle, in denen es nie zur Anklage kam. Sie findet andere Opfer, die bereit sind Auszusagen.
So gelingt es ihr einige Mitglieder zu enttarnen und in den Knast zu bringen. Ihre Hartnäckigkeit wird belohnt.
Der Film ist ein sympathisches Märchen, leider wenig wirklichkeitstauglich.
Andere Kritiken: EPD, Radio3, WDR, Perlentaucher,
- Zum Glück gibt es noch die einbeinigen Gewächse. Besonders zum Wochenende des Pilzes.
1 Samstag im Forsthaus Hammer.
Eher eine kleine Veranstaltung. Zuerst durchsuchten wir den Wand nach Essbarem und nutzten die Gelegenheit, das Gefundene von einem Experten beurteilen zu lassen. So überlebte ich das Mahl am Abend unbeschadet.
Zum Anlass wurde die vorzügliche Wildbratwurt gebraten angeboten und der Hofladen verkauft Wildfleisch. Ich füllte die heimischen Vorräte auf.
2. Sonntag im Britzer Garten.
Hier war mein Pilzverein die PABB der Veranstalter. Mehrere Tische bogen sich unter der Last von 300 gesammelten Pilzsorten und die BesucherInnen strömten in Scharen.
Als relativer Frischling konnte ich mich bei der Beratung kaum beteiligen, da mussten die alten HäsInnen ran.
- Ordentliche Mucke gab es beim Jazzfest 2026 auf die Ohren. Ich wählte eine Abendveranstaltung mit einer lokalen Band und einem internationalem Act aus.
1. Zuerst das Camila Nebbia Large Ensemble.
Ihre MitspielerInnen waren: Weston Olencki – trombone, Maria Reich – violin, Joanna Mattrey – viola, Julia Biłat – cello, Nick Dunston – double bass, Arne Braun – guitar, Kit Downes – piano & organ, Ludwig Wandinger– electronics, Lesley Mok – drums, Andro Manzoni – interactive visuals.
Sie erzeugten gemeinsam einen satten und raumfüllenden Klang im großen Saal des Festspielhauses gefüllt mit mehreren hundert BesucherInnen.
Ich wurde wieder einmal daran erinnert, dass die Berliner Szene einiges zu bieten hat, doch dass internationale Ensembles teilweise sehr viel Zwingenderes produzieren.
- Noch einmal Kino.
Dieses Mal die israelische Dokumentation Naza über den Einsatz der Arme (IDF) und des Nachrichtendienstes im Gaza.
MitarbeiterInnen und SoldatInnen berichten anonym was sie getan haben und was für Folgen ihr Handeln hatte.
Die Lüge der israelischen Regierung, dass der Einsatz unter humanitären Richtlinien erfolge, wird durch diese Aussagen systematisch demontiert.
Ein Naza bezeichnet übrigens ein ziviles Opfer einer Operation.
Kein schöner, aber ein wichtiger Film.
Meiner Meinung nach hat Israel inzwischen sein Existenzrecht verwirkt. D.h. ich bin für eine Einstaatenlösung ohne Israel.
Die Meinung der Anderen: Radio 3, EPD, Jüdische Allgemeine, Perlentaucher, Filnstarts,
- Crack was ist das und weshalb sitzen immer mehr Menschen irgendwo in Berlin herum und rauchen die aus Coca Brätern gewonnene Droge. Arte bietet Informationen.


