03.03.2015
Dass FinnInnen saunaverrückt sind, dürfte sich herumgesprochen haben.
So ist es nur folgerichtig, dass das Finnland-Institut eine Ausstellung mit Fotos von saunierenden Landsleuten ausrichtet.
Ich war mit I. zur Vernissage eingeladen und auch der kostenfreie Rotwein motivierte mich zu kommen, abgesehen davon, dass ich gerne Kunst anschaue.
Die Fotografin Päivi Eronen wurde von der Leiterin vorgestellt und erzählte, dass sie mehrere Jahre mit der Reportage beschäftigt war. Sie bereiste dafür Finnland und motivierte Menschen sich in der Sauna, beim Eisbaden und im Moorbad ablichten zu lassen.
Manches skurrile Motiv kam ihr dabei vor die Linse.
Die Ausstellung ist noch bis zum 30.04. kostenlos anzuschauen.
Mo 10−17 Uhr, Di−Do 11−19 Uhr, Fr 9−15 Uhr (Karfreitag 3.4. und Ostermontag 6.4. geschlossen)
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Kunstdiebstahl
01.03.2015
Mit der Liebsten besuchte ich in der Schloßstraße in Charlottenburg das Haus der Sammlung Schaft-Gerstenberg.
In einigen Räumen wurden Objekte aus der Prinzhorn Sammlung ausgestellt. Hans Prinzhorn war ein Psychiater, der am Anfang des 20sten Jahrhunderts begann, die in der Beschäftigungstherapie in den Sanatorien hergestellten Arbeiten zu sammeln. Die eher begüterten Patienten wurden meist wegen ihrer Inkompatibilität zur bürgerlichen Gesellschaft von ihren Verwandten in den auf Verrückten spezialisierten Anstalten untergebracht. Sigmund Freud sei dank, gab es eine für die damalige Zeit relativ humane Behandlung für die Patienten, die es sich leisten konnten.
Psychiater versuchten die Ursachen des Verhalten ihrer Schutzbefohlenen zu verstehen und dazu dienten auch deren Äußerungen mit Pinsel und Ton.
Ob diese Kunst sind oder nicht ,war damals und ist auch noch heute umstritten. Doch wer traut sich schon zu definieren was Kunst ist.
Das trauten sich nur die Deutschen mit ihrem GröFaZ (Grösster Führer aller Zeiten). Naturalistische Krieger und Gebärmaschinen waren ab 1932 angesagt und die Kunst der Irren und der modernen MalerInnen wurden gemeinsam in der Ausstellung "Entartete Kunst" gezeigt. Damit wurde versucht KünstlerInnen in die Ecke der Verrückten zu stellen und zu denunzieren.
Die meisten Deutschen unterstützen diese Ausgrenzung und es dauerte lange in die Geschichte der BRD hinein, bis die Deutschen begannen ihre kulturellen Scheuklappen abzulegen.
Es gibt jedoch tatsächlich eine sichtbare Ähnlichkeit zwischen den Patientenarbeiten aus der Prinzhorn Sammlung und den Werken der KünstlerInnen, welche die rein darstellende Kunst abzulegen begannen.
Beide Gruppen wollten Gefühle und Empfindungen zeigen. Der wichtigste Unterschied besteht jedoch darin, dass die Irren im Regelfall keine Ausbildung in einer Kunsthochschule genossen haben.
Das muss bei Vergleichen berücksichtigt werden. So würde ich die meisten Arbeiten aus der Prinzhorn Sammlung am ehesten mit der Messlatte Naiver Kunst begutachten.
Deren Sammler, Hans Prinzhorn, ist aus heutiger Sicht nicht mehr nur positiv zu betrachten. Erst einmal hat er den Patienten ihre Arbeiten gestohlen und versucht mit dem Material seine Karriere zu begründen. Außerdem war er in seinen letzten Jahren Nationalsozialist und starb wohl nur zu früh, um am Massenmord an Psychiatrie Patienten mitarbeiten zu können.
Alle Fotos bilden Außenseiterkunst ab und die Rechte liegen eigentlich bei den Patienten oder ihren Nachfahren.
Mit der Liebsten besuchte ich in der Schloßstraße in Charlottenburg das Haus der Sammlung Schaft-Gerstenberg.
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| Karl Genz |
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| Else Blankenhorn |
Ob diese Kunst sind oder nicht ,war damals und ist auch noch heute umstritten. Doch wer traut sich schon zu definieren was Kunst ist.
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| August Natter |
Die meisten Deutschen unterstützen diese Ausgrenzung und es dauerte lange in die Geschichte der BRD hinein, bis die Deutschen begannen ihre kulturellen Scheuklappen abzulegen.
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| August Natter |
Beide Gruppen wollten Gefühle und Empfindungen zeigen. Der wichtigste Unterschied besteht jedoch darin, dass die Irren im Regelfall keine Ausbildung in einer Kunsthochschule genossen haben.
Das muss bei Vergleichen berücksichtigt werden. So würde ich die meisten Arbeiten aus der Prinzhorn Sammlung am ehesten mit der Messlatte Naiver Kunst begutachten.
Deren Sammler, Hans Prinzhorn, ist aus heutiger Sicht nicht mehr nur positiv zu betrachten. Erst einmal hat er den Patienten ihre Arbeiten gestohlen und versucht mit dem Material seine Karriere zu begründen. Außerdem war er in seinen letzten Jahren Nationalsozialist und starb wohl nur zu früh, um am Massenmord an Psychiatrie Patienten mitarbeiten zu können.
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| Adolf Wölfli |
Browse ist aus!?
07.02.2015
Zum Ende des Mietvertrags in der Marheineke Markthalle lud die Browse Gallery zu ihrer letzten Ausstellung. Das Thema ist 100 Jahre Grosz-Heartfield . Im Gang zwischen den Marktständen sind Schautafeln aufgestellt, die von Dada erzählen, der / die einstmals unter anderem auch in einem Atelier am Mehringdamm zeitweilig eine Heimat hatte. Eher unter den Gesichtspunkt Home is where my heart is, den Dada war eine vaterlandsloser Gesellin.
Während der Vernissage sprachen die RednerInnen ihr Bedauern über das Ende der Galerie aus, keine / keiner nannte jedoch den / die Gründe.
Ein wenig trauere ich auch, den es war ganz angenehm neben dem Einkauf noch ein bisschen Kunst zu schauen. Ich nutzte das öfter. Obwohl ich die Spezialisierung auf die versoffenen Kreuzberger Malerpoeten der Sechziger etwas rückwärts gewandt empfand.
Oft war die Präsentation auch ein wenig dröge.
Gegen die aktuelle Ausstellung ist jedoch nichts zu sagen. sie ist sowohl informativ als auch visuell spannend. Schön ist auch, dass die MacherInnen Dada nicht nur historisch betrachten, sondern den Bezug zur aktuellen Kunst ziehen.
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| Foto: Edith Siepmann |
Während der Vernissage sprachen die RednerInnen ihr Bedauern über das Ende der Galerie aus, keine / keiner nannte jedoch den / die Gründe.
Ein wenig trauere ich auch, den es war ganz angenehm neben dem Einkauf noch ein bisschen Kunst zu schauen. Ich nutzte das öfter. Obwohl ich die Spezialisierung auf die versoffenen Kreuzberger Malerpoeten der Sechziger etwas rückwärts gewandt empfand.
Oft war die Präsentation auch ein wenig dröge.
Gegen die aktuelle Ausstellung ist jedoch nichts zu sagen. sie ist sowohl informativ als auch visuell spannend. Schön ist auch, dass die MacherInnen Dada nicht nur historisch betrachten, sondern den Bezug zur aktuellen Kunst ziehen.
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