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Romanzen und Trash

31.01.2014

© Irmeli Rother
Den Abend begannen I. und ich im Kinderbuchladen Nimmersatt in Kreuzberg 61. Dort hörten wir Romanzen in den Sprachen Armenisch, Russisch, Roma, Griechisch, Französisch und Spanisch vom Duo Stepan Gantralyan (Gesang) und Mauricio Almanzor (Gitarre). Das ging ins Herz und nicht nur die Frauen schmelzten dahin.

Danach war die Nacht noch jung und wir konnten noch ein wenig Trash gebrauchen. In der Bar Mädchen ohne Abitur gibt es davon mehr als genug, I. knipste fleißig, damit auch ihr was zu schauen habt.

© Irmeli Rother
© Irmeli Rother
© Irmeli Rother
© Irmeli Rother
© Irmeli Rother
Auf den Fotos befindet sich auch ein Mädchen mit Abitur. Mit ihr schlenderte ich nach dem Barbesuch zum Südstern.

Neue Nationale Rostlaube

29.01.2014

© Irmeli Rother
Besuchen sie die Neue National Galerie bevor der Bau vom Rost zerfressen ist! Die Renovierung ist so lange verschlampt worden, dass wir nur hoffen und bangen können, dass die bald geplante Sanierung nicht zu teuer wird.
Wasser dringt von durch die Dichtungen der Scheiben herein und am Metall frisst der Rost.

Wie dort Kunstwerke hängen können ohne zu schimmeln ist mir unverständlich.
Den Rundgang begangen wir mit einem Kaffee im Untergeschoss. Dort hing eine Tafel mit den Namen von Stiftern.

Darunter div. deutsche Kriegsverbrecher wie Krupp und die Deutsche Bank und vieler Anderer. Dabei war auch der Profiteur der Kunstdiebstähle der deutschen Regierung Wolfgang Gurlitt.
Da sollte die Neue Nationalgalerie besser noch mal recherieren, was sie alles im Depot hat.

Nousu, 1977
Zuerst betrachteten wir die Arbeiten von Karl Otto Götz, einem Wegbereiter des Informel in der BRD. Er war Lehrer unter anderem von Gerhard Richter, Sigmar Polke an der Düsseldorfer Kunstakademie, damals mit der Kölner Kunsthochschule der Hotspot der Kunstausbildung. K.O. Götz war einer der wenigen nationalsozialistisch unbelasteten überlebenden deutschen Künstler. Hinter ihm gingen die vielen "Ex" Nazis in Regierung und Verwaltung gern in Deckung.

Vorzeigbare Deutsche waren selten.
Doch er lässt sich wirklich nicht auf diese Funktion reduzieren. Seine Kunst war  intensiv und innovativ.
Interessant war zu sehen, dass seine Ölbilder nicht das Resultat spontaner Pinselstriche waren.

Seine Vorstudien wurden auch gezeigt.
Damit unterschied er sich klar von dem ebenfalls abstrakt arbeitenden Zeitgenossen  Jackson Pollock, der ausschließlich spontan malte.

Leider sind die Bilder von K.O. Götz nicht mehr  in Berlin zu sehen.
Eine Ausstellung pro Tag ist jedoch eindeutig zu wenig. Im Keller der Rostgalerie hängt und steht "Ausweitung der Kampfzone. 1968-2000. Die Sammlung Teil 3". Die Werke stammen alle aus dem Depot und sind noch bis Ende 2014 zu besichtigen.


Schön, dass die Nationalgalerie Kunst für Gefährlich hält. Die Kunstsammlungen von der Deutschen Bank und Krupp zeigen jedoch das Mörderfirmen wissen, dass im Verhältnis zu ihnen, Kunst ein Fliegenschiss ist.

Hans Ticha, Deutsches Ballett
© Martin Gerhard
Rebecca Horn
Die Malmaschine
© Martin Gerhard
George Segal
Man Installing Pepsi Design
© Martin Gerhard
Jeff Wall, Schlaflosigkeit
© Irmeli Rother
Keith Haring
ohne Titel
© Irmeli Rother
Edward Kienholz
Volksempfänger
© Martin Gerhard
Franz Gertsch, Barbara und Gaby, Acryl auf Baumwolle
© Irmeli Rother
Paul McCarthy
Penis und Vagina
© Martin Gerhard
Wolfgang Mattheuer
Mann mit Maske
© Martin Gerhard

KunststudentInnen im nachgebauten Atelier der Familie Blume
© Martin Gerhard

Der Besuch lohnt sich.

Goya verarscht Sloterdijk

26.01.2014

© Heiko Schäfer
Langsam muss ich mich als Fan von Lars Eidinger outen.
Zuerst bin ich jedoch wieder einmal auf einen ungewöhnlichen Titel eines Theaterstückes hereingefallen. Bei "Soll mir lieber Goya den Schlaf rauben als irgendein Arschloch" rumpelt es bei mir. Die Schaubühne ist ja auch meist ein Garant für einen gelungenen Abend. Der Autor und Regisseur Rodrigo García war bis dahin für mich ein unbeschriebenes Blatt.
Die Geschichte ist fast zu bizarr zum Erzählen. Eidinger spielt einen Vater, der was Verrücktes anstellen will.

© Heiko Schäfer
Er räumt sein Konto leer (viel ist nicht drauf), schnappt seine beiden Jungs und fliegt mit ihnen nach Madrid. Die finden seine Idee nachts in den Prado einzusteigen nicht so geil, sie wollen lieber ins EuroDisney.
Er setzt sich durch und so stehen sie bald in Tegel und warten auf den Flieger.

© Irmeli Rother
Damit der Aufenthalt für die Kleinen nicht langweilig wird, lässt er mit falschen Versprechungen den Philosophen Peter Sloterdijk einfliegen und fährt mit seinen Söhnen und ihm im Taxi durch Madrid.
Natürlich ist alles ein Monolog, Lars Eidinger schafft das alleine zu spielen.

Am Ende pflanzt unser Held Bücher in den Kunstrasen und begießt sie.
Es ist eine total irre Geschichte, die er mit vollem Einsatz spielt. Im Ergebnis war es das beste Stück, was ich mit ihm sah. Er ist echt eine Rampensau. I. und ich waren begeistert.



Kritiken der Anderen: Milchmädchenmonolog,